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Kein Angriff mit Schuh Bushido wird freigesprochen

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Nach seinem Freispruch verließ Bushido das Gerichtsgebäude im Bezirk Tiergarten zügig - doch vielleicht muss er sich bald schon wieder darin einfinden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Rapper Bushido ist eine Sorge vor Gericht los: Ein Berliner Amtsgericht sprach ihn von dem Vorwurf frei, einen 17-Jährigen mit einem Schuh geschlagen zu haben. Dennoch könnte Bushido bald wieder vor Gericht auftreten müssen - weitere Ermittlungen gegen den Musiker laufen.

Der Rapper Bushido ist vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen worden, das Berliner Amtsgericht Tiergarten nun entschied. Ihm war zur Last gelegt worden, einen Fan mit einem Schuh geschlagen zu haben. Von den Vorwürfen gegen den 35-Jährigen sei jedoch nichts übrig geblieben, sagte Richter Torsten Dube. Ein mitangeklagter Nachbar des Musikers wurde ebenfalls freigesprochen. Das angebliche Opfer verweigerte die Aussage. Der 17-Jährige war selbst erst vor kurzem aus dem Gefängnis gekommen.

Laut Anklage soll Bushido, der eigentlich Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, den Fan im Mai 2013 vor dem Haus des Musikers im Ortsteil Lichterfelde mit einem Schuh attackiert haben. Zuvor soll Bushidos Nachbar den Jugendlichen geohrfeigt haben. "Es ist sehr unerfreulich, dass sich die Angeklagten diesen Vorwürfen aussetzen mussten", bedauerte Richter Dube. Die Staatsanwaltschaft hatte selbst die Freisprüche beantragt. Die Angaben von Bushido seien nicht zu widerlegen, sagte der Ankläger.

"Alle Schuhe waren an den Füßen"

Dem Gerichtssprecher zufolge verweigerten die Zeugen vor Gericht die Aussage. Das stand ihnen demnach zu, weil sie eventuell falsch ausgesagt oder sich möglicherweise selbst strafbar gemacht haben könnten. Außerdem habe es in den Akten zu dem Fall "Widersprüche" gegeben, ergänzte der Sprecher. Es habe deshalb keine Beweise für den Anklage-Vorwurf gegeben.

Zuvor hatte der Musiker, der mit T-Shirt und Blouson vor Gericht erschien, wortreich Stellung bezogen. "Alle Schuhe, die vor Ort waren, waren an den Füßen", wies er die Vorwürfe zurück. Mehrere Jugendliche hätten am Nachmittag des 17. Mai zum wiederholten Mal an seiner Tür geklingelt. Er habe sich belästigt gefühlt. Die Aufforderung, zu verschwinden, hätten sie ignoriert. Er sei dann hinausgegangen und habe seinen Nachbarn herangewunken.

Verdacht auf andere Vergehen

Die Jugendlichen standen demnach mit einem Auto in seiner Einfahrt. Der Wagen sei anschließend weggefahren, der 17-Jährige jedoch dortgeblieben - angeblich, um sich ein Autogramm zu holen. Als dieser mit den Worten "Was willst du, Hund?" näher gekommen sei, habe der Nachbar den 17-Jährigen weggeschubst. Dieser sei gestolpert und hingefallen. Verletzungen habe er allerdings nicht gesehen. Daraufhin habe er die Polizei verständigt, sagte Bushido. Zunächst habe er nicht gewusst, dass er von dem 17-Jährigen angezeigt worden sei. Der Musiker erstattete selbst eine Anzeige wegen Bedrohung.

Nach dem Urteil verließ der Rapper rasch das Gericht, ohne sich weiter zu äußern. Gegen ihn wird nach Justizangaben derzeit wegen des Verdachts einer Steuerstraftat ermittelt. Auch wegen gewaltverherrlichender sowie Musikvideos mit frauen- und schwulenfeindlichem Inhalt stand Bushido schon wiederholt in der Kritik.

Quelle: n-tv.de, bwe/dpa/AFP

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