Unterhaltung

"Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" "Chakalaka, es krabbelt im Po"

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"Vielleicht liegt's ja an Tag 6?": Sara Kulka im Dschungelcamp.

(Foto: RTL)

Tag 6: Verzwickte Langeweile. Konturlose C-Promis lümmeln in ihren Hängematten und flennen, als hätten sie eine schlimme Krebsdiagnose erhalten. Selbst der Akku von Knallcharge Walter scheint auf dem letzten Balken zu laufen. Herrjemine, "was geht nur los da rein?"

"Heute ist so ein Loch-Tag", findet Heulsuse Angelina und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Leider gilt dieser Umstand nicht nur für die Camp-Insassen, sondern auch für den TV-Zuschauer. Allen ist langweilig, den Pritschenlümmlern im Regenwald, weil sie nichts zu tun haben und den Daheimgebliebenen, weil der x-te schlecht geschauspielerte Heulanfall, um es mit "Hashtag"-Tanjas Worten zu sagen, einen so langsam nicht mehr "flasht". Hätte man nicht gedacht, dass man plötzlich gähnen muss, wenn sich attraktive Frauen gegenseitig an die Brüste fassen.

Es ist, rein menschlich gesehen, ja ganz nett, wenn sich ein wild zusammengewürfelter Haufen sogenannter Stars in der Wildnis gut versteht, aber der Grund, warum der von seinem Alltag oft gestresste Dschungel-Konsument zu später Abendstunde noch die Glotze einschaltet, ist nicht, weil er Busenwunder beim Flennen in ihre Kissen zuschauen möchte. Es sei denn, er liegt daneben.

Tageswertung

Helden des Tages: Zuschauer, die nicht weggedöst sind

Memmen des Tages: Patricia, Tanja, Angelina

Berührenster Moment: Aurelios Kinderwunsch-Beichte

Peinlichster Moment: Walter, als er Maren der Flatulenzen beschuldigt

Coolster Moment: Walter als relaxter "Herr der Fliegen"

Zur Prüfung muss: Walter

Ja, klar, die armen Camper haben Kohldampf und fühlen sich nicht ausgelastet, aber anstatt 'ne Runde schwimmen zu gehen oder sich sinnvoll zu unterhalten, tun sie allen Ernstes so, als säßen sie in einem sibirischen Gulag. Alles ist auf einmal furchtbar schlimm, die eine hat schreckliches Heimweh, die andere plärrt: "Ich will zu meiner Mami". Auch Moderator Hartwich entgeht nicht, dass irgendwas faul ist. Versöhnlich sagt er: "Vielleicht liegt's ja an Tag 6?"

"Im Dschungel nichts Neues"

Als klar wurde, dass in der neunten Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" abgehalfterte Ex-Showgrößen Mangelware sein werden und die Verantwortlichen der Sendung sich dazu entschieden, die lichten Reihen mit 0815-Kandiaten aus den überwiegend sendereigenen Trash-Formaten zu füllen, war der eingefleischte Dschungel-Fan skeptisch. Dennoch war er fünf Tage lang gewillt, sich überzeugen zu lassen, dass die anfänglichen Zweifel unbegründet sind.

"Uschi mit der Muschi"-Blondine Kulka und Maren-Mobber Walter haben durchaus das Zeug dazu, an vergangene Urwald-Highlights anzuschließen, nur leider bildet sich im Camp kein richtiger Gegenpol zu ihnen. Alle sind immer so verdammt verständnisvoll und d'accord miteinander.

Was bei einer UN-Vollversammlung in New York gewiss ein großer Schritt Richtung Weltfrieden sein würde, ist als Kern einer Unterhaltungsshow, die auf egozentrischen Charakteren aufgebaut sein soll, so zwecklos wie die Anwesenheit des schnuckeligen Jörn Schlönvoigt, der zwar lieb und nett, aber - wie er selbst sagt - "eigentlich zu langweilig fürs Dschungelcamp" ist.

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Gemeinsam durch die Dschungelprüfung: Walter Freiwald und Tanja Tischewitsch gewinnen sechs von elf Sternen.

(Foto: RTL / Stefan Menne)

"Der Herr der Fliegen"

Angelehnt an Rudi Carrells TV-Klassiker "Am laufenden Band" eröffnet Sonja tanzend und singend die Dschungelprüfung. Kollege Daniel lächelt absichtlich etwas debil und wackelt mit dem Köpfchen. Der oft erwähnte Fremdschäm-Faktor, der sonst eher den Camp-Bewohnern vorbehalten ist, springt nun auch auf die Moderatoren über. Eigentlich waren die bis jetzt immer sehr amüsant und brachten ihre auswendig gelernten Gags authentisch rüber, aber diese Hops-Parade: "voll uncool".

Jeweils in eine Box gezwängt und überschüttet mit Krabbeltieren, sollen Tanja und Walter sich Gegenstände merken, die gerade vor ihnen auf einem Laufband fahren. Wer sich erinnert, bekommt einen halben Stern. Während Walter in seinem Kabuff scheinbar chillt, quiekt Tanja: "Toaster, Känguru, Koffer, Dr. Bob. Fön, Koffer…." Wer hätte gedacht, dass die Tanja "echt voll schlau" ist? Nur der insektenresistente "Herr der Fliegen" steht auf dem Schlauch und kann sich "gerade nicht so genau erinnern". Beste Voraussetzungen für eine steile Politikerkarriere.

In der Prüfung stellt Tanja in ihrem ganz eigenen, völlig schrägen Rapper-Slang fest, dass ihr etwas Ungeziefer in den Po krabbelt. Aber so schlimm scheint das nicht zu killern, denn sie hat immerhin noch Augen für die Herrenbrigade. Als Dr. Bob auch eine Runde auf dem Fließband dreht, wirft sie ihm Kusshände zu, während Walter zum Statisten verkommt. Am Ende gibt’s sechs Sterne für ein leckeres Hasen-Dinner. Aber auch das kann die mäkelnde Bande nicht zufriedenstellen. "Fleisch, immer nur Fleisch", grummelt die Blanco.

Was sonst noch geschah:

Angelina braucht dringend ein paar Elektrolyte und mimt die Prinzessin auf der Erbse. Tanja findet, das Daniel "voll die schönen Augen hat" und Aurelio "voll der schöne Mann ist". Dieser wünscht sich irgendwann sogar Kinder, und als er Sara erzählt, dass er seiner Ex-Verlobten den Nachwuchs verwehrt hat, sieht man doch tätsächlich den Herrn Boyce durchs Bild schlurfen.

Für den Aufreger sorgt letztlich wieder Walter, der Maren aufs Übelste mobbt. Die Buchstabenumdreherin hat einen übel riechenden Pups abgelassen, behauptet der Querulant und ergänzt: "Damit kannste Schwabing erdrücken."

Eine Genugtuung für Maren ist, dass der gemeine Spargeltarzan erneut zur Dschungelprüfung muss. Irgendwas mit vergammelten Eingeweiden wäre toll.

Tag 5 im Dschungel: "Tatütata der Präsident"
Tag 4 im Dschungel: "Pimmel raus und alles"
Tag 3 im Dschungel: Eine geballte Krankheit namens Walter
Tag 2 im Dschungel: Heimweh, Hashtags und die Sara-Kulka-Diät
Tag 1 im Dschungel: Schlüpfer-Schnüffler und Kotzfrucht-Schlürfer

Quelle: ntv.de