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Berühmt, bodenständig, pleite Das wurde aus Jauchs Millionären

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Elf Leute hat Günther Jauch bisher bei "Wer wird Millionär?" so richtig reich gemacht.

(Foto: RTL / Stefan Gregorowius)

Elf normale Menschen wurden dank "Wer wird Millionär?" steinreich. Zum Start der 40. Staffel blicken wir auf Günther Jauchs Gewinner zurück: Welche Fragen mussten sie knacken und was wurde aus ihnen?

Es ist wieder soweit: "Wer wird Millionär?" startet am Montagabend bei RTL in die bereits 40. Staffel. Kurz darauf feiert Günther Jauch auch den 18. Geburtstag der erfolgreichsten Quizsendung im deutschen Fernsehen. Bei "Wer wird Millionär?" können Träume wahr werden: 14 Mal wurde bislang der Jackpot geknackt.

Die drei Promis Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger spendeten ihren Gewinn für einen guten Zweck. Zehn "normale" Kandidaten knackten die Millionenfrage. Und eine Kandidatin kam auf anderem Weg zum bislang höchsten Gewinn der WWM-Geschichte. Wir blicken zurück und laden zum Mitraten ein: Was wurde aus den TV-Millionären? Hätten Sie die Millionenfragen beantworten können? (Die richtigen Antworten verraten wir Ihnen am Ende dieses Textes.)

Eckhard Freise:

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Eckhard Freise

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Geschichtsprofessor Eckhard Freise von der Universität Wuppertal hatte sich eigentlich nur wegen einer Wette mit seinem Sohn bei "Wer wird Millionär?" beworben. Am 2. Dezember 2000 wurde er zum ersten Sieger bei Jauch. Seine DM-Millionenfrage lautete: "Mit wem stand Edmund Hillary 1953 auf dem Gipfel des Mount Everest?"
A: Nasreddin Hodscha
B: Nursay Pimsorn
C: Tenzing Norgay
D: Abrindranath Singh

Der Millionengewinn war binnen eines Jahres futsch - ganz nach Plan. "Wir haben viel gespendet und den Rest in unsere Doppelhaushälfte gesteckt", erklärte Freise. Der Historiker ist auch 17 Jahre nach seinem Sieg als überaus beliebter Telefonjoker eine feste Größe bei der Quizsendung. Immer kann aber auch er nicht helfen. Die Fragen seien schwerer geworden, findet Freise. Er ist mittlerweile im Ruhestand. Seine Profilseite bei der Universität Wuppertal ziert aber immer noch ein Schnappschuss aus "Wer wird Millionär?"

Marlene Grabherr:

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Marlene Grabherr (mit Günther Jauch)

(Foto: picture-alliance / dpa)

Nur ein halbes Jahr nach Freise durfte Jauch bereits der nächsten Gewinnerin gratulieren. Die arbeitslose Bürokauffrau Marlene Grabherr aus Gottmadingen in Baden-Württemberg knackte am 20. Mai 2001 den DM-Jackpot. Ihre Frage lautete: "Welche beiden Gibb-Brüder der Popband The Bee Gees sind Zwillinge?"
A: Robin und Barry
B: Maurice und Robin
C: Barry und Maurice
D: Andy und Robin

Obwohl sich Grabherr seit der 125.000-DM-Frage nicht mehr sicher war, traute sie sich und triumphierte. Der Gewinn brachte ihr leider kein Glück. "Mir ist nichts geblieben. Nur das Haus, das wir gebaut haben", sagte sie 2010 der "Bild"-Zeitung. Auch gierige "Freunde" und Verwandte sollen sich ordentlich an dem Vermögen bedient haben. 2014 wurde bekannt, dass Grabherr im Herbst zuvor im Alter von 60 Jahren gestorben war.

Gerhard Krammer:

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Gerhard Krammer

(Foto: picture-alliance / dpa)

Student Gerhard Krammer aus Ensdorf bei Regensburg lebte von Bafög und Kindergeld, als er am 18. Oktober 2002 zu Jauchs erstem Euromillionär wurde. Seine 15. Frage lautete: "Welcher berühmte Schriftsteller erbaute als diplomierter Architekt ein Freibad in Zürich?"
A: Joseph Roth
B: Martin Walser
C: Max Frisch
D: Friedrich Dürrenmatt

Krammer gab nach dem Sieg sein Studium (Philosophie und Musik) auf, wurde "Privatier" und legte sein Vermögen mit dem Vorsatz "größtmögliche Sicherheit und monatliche Rente" an. "Meine laufenden Kosten liegen bei etwa 2000 Euro im Monat, das reicht mir", sagte Krammer vier Jahre nach seinem Sieg dem "Stern". Das Risiko einzelner Aktien hätte er sich niemals angetan. "Dann hängt man den ganzen Tag vor n-tv und zittert: Oh Gott, was macht meine Aktie", meinte Krammer.

Maria Wienströer:

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Maria Wienströer (mit Günther Jauch)

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Anderthalb Jahre mussten die Zuschauer auf einen neuen Millionär warten. Dann gelang der damals 38-jährigen Assistenzärztin Maria Wienströer am 29. März 2004 der Durchmarsch. Ihre Millionenfrage lautete: "Wer bekam 1954 den Chemie- und 1962 den Friedensnobelpreis?"
A: Linus Pauling
B: Otto Hahn
C: Pearl S. Buck
D: Albert Schweitzer

Die Medizinerin aus Baden-Württemberg blieb auf dem Boden. Sie finanzierte mit dem Gewinn ihre Ausbildung und den Kauf einer Praxis.

Stefan Lang:

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Stefan Lang (mit Günther Jauch)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zweieinhalb Jahre lang konnte kein Kandidat die Fragenredaktion und den Moderator besiegen. Dann kam der 32 Jahre alte Aufzugsmonteur Stefan Lang aus Darmstadt. Seine Millionenfrage am 9. Oktober 2006 lautete: "Welches chemische Element macht mehr als die Hälfte der Masse eines menschlichen Körpers aus?"
A: Kohlenstoff
B: Kalzium
C: Sauerstoff
D: Eisen

Der zweifache Vater hatte nach der Sendung noch beteuert, unbedingt bei seinem Beruf bleiben zu wollen. Laut RTL hat sich der Ex-Student (Lehramt auf Sport und Geschichte) mit dem Gewinn aber den Wiederbeginn seines Studiums finanziert. Außerdem erfüllte sich sein Traum, einmal an einem Ironman-Triathlon teilzunehmen.

Timur Hahn:

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Timur Hahn (mit Günther Jauch)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nur drei Monate später konnte der 27-jährige Timur Hahn jubeln. Der Marburger Student triumphierte am 8. Januar 2007 mit dieser Frage: "Welches Meer ist nach einem mythologischen König benannt, der sich dort hineingestürzt haben soll?"
A: Ionisches Meer
B: Ägäisches Meer
C: Adriatisches Meer
D: Kaspisches Meer

Eigentlich war es Hahns Bruder Stefan, der ihm als Telefonjoker bei der letzten Frage zum Sieg verhalf. Hahn erfüllte sich mit dem Gewinn einen großen Traum: das Studium. "Ich studiere im 17. Semester Anglistik, lange hätte ich mir das nicht mehr leisten können. Jetzt kann ich in Ruhe weiter pauken - ohne Geldsorgen", sagte er einige Monate nach dem Sieg "UniSpiegel". Im Gegensatz zum Vorgänger Krammer standen bei ihm auch die Anlageberater nicht Schlange. Hahn kaufte stattdessen sein Elternhaus, schenkte seiner Familie ein Auto und legte den Rest (der nicht für das Studium draufgegangen war) auf die hohe Kante.

Ralf Schnoor:

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Ralf Schnoor

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach Oliver Pocher und Thomas Gottschalk konnte am 26. November 2010 endlich wieder ein "normaler" Kandidat im Konfettiregen jubeln. Fast vier Jahre nach dem vorherigen Gewinner Timur Hahn gelang dem lässigen Café-Besitzer Ralf Schnoor in der 906. Folge der Triumph. Seine vertrackte Frage lautete: "Wie heißt die erste deutsche Briefmarke, die 1849 in Bayern herausgegeben wurde?"
A: Schwarzer Einser
B: Roter Zweier
C: Gelber Dreier
D: Blauer Vierer

Schnoors Sieg war umso beeindruckender, als der Hannoveraner in der Sicherheitsvariante auf den vierten Joker verzichtet hatte. Dank guter Intuition und hervorragendem Allgemeinwissen (geschult in vielen seiner Quizabende im Café) hatte der 48-Jährige bei der letzten Frage noch seinen Telefonjoker - und nutzte den Anruf vor allem zum Plaudern mit seinem Kumpel. Schnoor erhöhte mit dem Gewinn die Löhne seiner Angestellten und steht bis heute in seinem Lokal hinter der Theke. Es sei denn, Jauch braucht ihn als Schiedsrichter bei "500 - Die Quiz-Arena".

Sebastian Langrock:

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Sebastian Langrock (mit Günther Jauch)

(Foto: picture alliance / dpa)

Pokerspieler Sebastian Langrock bewies auch bei Günther Jauch gute Nerven. Am 11. März 2013 war der Münchner mit dieser 15. Frage konfrontiert: "Wer sollte sich mit der 'Zwanzig nach vier'-Stellung auskennen?"
A: Fahrlehrer
B: Karatemeister
C: Kellner
D: Landschaftsarchitekt

Langrock investierte den Gewinn in seine Karriere als Pokerspieler. Sein Profistatus wurde anfangs von Kollegen in Frage gestellt. Zum Glück aber blieb dem WWM-Champion das Glück hold. Bei der Pokerturnierreihe World Series of Poker in Las Vegas gewann er kürzlich über eine Viertelmillion US-Dollar.

Thorsten Fischer:

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Thorsten Fischer

(Foto: picture alliance / dpa)

Schon wieder ein Sieger aus Hannover und erneut ein Gastronom: Ausgerechnet in der Jubiläumsshow zum 15. Geburtstag von "Wer wird Millionär?" konnte sich Thorsten Fischer über den Hauptgewinn freuen. Der 48-Jährige profitierte von einer Besonderheit der Spezialausgabe am 17. Oktober 2014. Der Restaurantbesitzer wählte die "Abkürzung zur Million" und musste somit nur elf Runden überstehen. Seine Millionenfrage lautete: "Die Entfernung von der Hauptstadt Berlin zum Erdmittelpunkt ist ungefähr so groß wie zwischen Berlin und ...?"
A: Tokio
B: Kapstadt
C: Moskau
D: New York

Auch Thorsten Fischer blieb wie Ralf Schnoor seinem Beruf treu und betreibt bis heute das Forsthaus Finkenborn in Hameln.

Leon Windscheid:

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Leon Windscheid

(Foto: picture alliance / dpa)

Ganze drei Sendungen lang hielt Doktorand und Eventveranstalter Leon Windscheid die Zuschauer im Atem. Am 7. Dezember 2015 schließlich beantwortete der Münsteraner die Millionenfrage: "Aus insgesamt wie vielen Steinchen besteht der klassische von Ernö Rubik erfundene Zauberwürfel?"
A: 22
B: 24
C: 26
D: 28

Kurz nach dem Triumph war von dem Geld nichts mehr auf dem Konto. Das war aber geplant. Windscheid kaufte sich ein Partyschiff, das auf dem Dortmund-Ems-Kanal für Hochzeiten oder Firmenfeiern unterwegs ist. Zur Taufe der "MS Günther" kam wie versprochen auch Jauch höchstpersönlich. Den anderen Teil des Gewinns gab Winterscheid für ein kleines, denkmalgeschütztes Haus in Münster aus, in dem er Büro und WG untergebracht hat. Der Jungunternehmer hat außerdem im März 2017 das Buch "Das Geheimnis der Psyche - Wie man bei Günther Jauch eine Million gewinnt und andere Wege, die Nerven zu behalten" veröffentlicht.

Joker: Nadja Sidikjar

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Nadja Sidikjar (mit Günther Jauch)

Ausgerechnet an einem Freitag, dem 13. (November 2015) schaffte Nadja Sidikjar bei "Wer wird Millionär?" das nie da gewesene. Die Kandidatin gewann beim Jackpot-Special 1.538.450 Euro und stellte damit einen neuen Rekord auf. In einem Herzschlagfinale setzte sich die coole Taktikerin aus Dresden gegen ihren Konkurrenten durch. Die freiberufliche Kommunikationstrainerin profitierte von den besonderen Spielregeln der Spezialausgabe: Die Gewinne aller Kandidaten, die es auf den Ratestuhl schafften, kamen in den Jackpot. Die Gesamtsumme ging dann an den Spieler, der am Ende die meisten Fragen beantworten konnte.

Wegen eines Gleichstands mussten Sidikjar und Ulrich Büttner ins nervenzehrende Stechen. Bei der allerletzten Frage war sie dann schneller am Buzzer: "Bei dem Namen welches Instruments handelt es sich um eine Kurzform?“
A: Violine
B: Cello
C: Kontrabass
D: Gitarre

Da sie keine offizielle Millionenfrage beantwortet hat, wird die Mutter eines kleinen Sohnes nicht in der offiziellen Siegerstatistik von RTL geführt. Von extravaganten Plänen war bei Sidikjar auch nach der Sendung keine Spur. Sie wollte sich ein Eigenheim leisten, ihren Eltern Schulden zurückzahlen und einer an MS erkrankten Freundin einen Treppenlift kaufen.

Sidikjars Rekord könnte übrigens gleich zum Start der 40. "Wer wird Millionär?"-Staffel am Montagabend um 20.15 Uhr bei RTL eingestellt werden. Dann wird nämlich um zwei Millionen Euro gespielt.

Und das sind die korrekten Antworten, die die jeweiligen Gewinner zu ihrer Million führten:

Eckhard Freise - Antwort C
Marlene Grabherr - Antwort B
Gerhard Krammer - Antwort C
Maria Wienströer - Antwort A
Stefan Lang - Antwort C
Timur Hahn - Antwort B
Ralf Schnoor - Antwort A
Sebastian Langrock - Antwort C
Thorsten Fischer - Antwort D
Leon Windscheid - Antwort C
Nadja Sidikjar - Antwort B

Quelle: ntv.de

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