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(Foto: imago/PanoramiC)
Dienstag, 26. Mai 2015

Wütend auf Frankreich: Depardieu: Würde für Russland sterben

Als "Dummkopf im heutigen Frankreich verrecken"? Da zieht Gérard Depardieu vor, für Russland zu sterben, tönt er. Seine Abscheu für sein Heimatland bringt der Schauspieler deutlich zum Ausdruck. Und für seine eigene Identität.

Gérard Depardieu ist ein Lautsprecher, das haben bestimmt schon viele Menschen mitbekommen. Seit 2013 besitzt der französische Schauspieler auch die russische Staatsbürgerschaft und deklariert immer wieder öffentlich seine Freundschaft zu Präsident Wladimir Putin.

Über seine Zukunft hat er sich nun ebenfalls deutlich geäußert: "Ich bin bereit, für Russland zu sterben, weil es hier starke Menschen gibt. Ich will nicht als Dummkopf im heutigen Frankreich verrecken." Mit diesen Worten zitiert ihn das russlandnahe Magazin "Sputnik" unter Berufung auf das französische Magazin "Voici".

"Ich glaube nicht an mich, weil ich mit Werten erzogen bin, die ich nicht teile", sagte Depardieu. Er habe sich in Frankreich nie wohl gefühlt, er fühle sich auch nicht als Franzose. Der 66-jährige Schauspieler hat mit seinem Leben offenbar bereits so gut wie abgeschlossen: Er habe schon alles ausprobiert und sei im Großen und Ganzen bereit, jetzt gleich zu sterben, sagte er weiter.

"Konflikte sind nicht mein Gebiet"

Bei den Filmfestspielen in Cannes hatte Depardieu für Erheiterung bei Journalisten gesorgt, als er sagte: "Ich fahre viel in die UdSSR, äh, nach Russland. Ich kenne Wladimir Putin, ich mag ihn sehr."

Zum Ukrainekonflikt sagte der Schauspieler, er sei "wie jeder schockiert über die Situation". Niemand verstehe die dortige Lage. "Ich liebe das ukrainische Volk, aber Konflikte sind nicht mein Gebiet", sagte Depardieu. "Ich hasse Krieg, ich hasse Konflikte, weil Menschen sterben." In einem Seitenhieb an die USA sagte er: "Wenn die Krim amerikanisch gewesen wäre, wäre das was anderes gewesen, denken Sie mal darüber nach."

Der Westen wirft Russland vor, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen und die Krim-Halbinsel völkerrechtswidrig annektiert zu haben.

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Quelle: n-tv.de