Unterhaltung
"Russia: Zero Points!" - der ESC-Auftritt von Dina Garipowa bekam aus Aserbaidschan keinen einzigen Punkt.
"Russia: Zero Points!" - der ESC-Auftritt von Dina Garipowa bekam aus Aserbaidschan keinen einzigen Punkt.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 21. Mai 2013

Russland wittert "Stimmenraub": Der ESC wird zum Politikum

Nicht nur hierzulande bringen einige den Ausgang des Eurovision Song Contests in Malmö in einen politischen Zusammenhang - auch in Russland beschäftigt das Ergebnis höchste Ebenen. Weil der russische Beitrag aus Aserbaidschan null Punkte erhielt, schaltet sich nun gar der Moskauer Außenminister Lawrow ein.

Das russische Ergebnis des Eurovision Song Contests (ESC) beschäftigt sogar die Politik: Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat Aserbaidschan "Stimmenraub" vorgeworfen. Die russische Kandidatin Dina Garipowa ("What If") hatte überraschend null Punkte aus dem Nachbarland erhalten - dabei war sie bei der dortigen SMS-Wahl auf dem zweiten Platz gelandet. Aserbaidschans Außenminister Elmar Mamedjarow versprach nach einem Treffen mit Lawrow in Moskau, die Panne aufzuklären. "Diese haarsträubende Aktion darf nicht unbeantwortet bleiben", forderte Lawrow.

Das aserbaidschanische Staatsfernsehen als verantwortlicher Sender müsse sich nun Fragen gefallen lassen, sagte Mamedjarow der Agentur Interfax zufolge. Zuvor hatte sich schon der autoritär regierende Präsident Ilcham Alijew "ernstlich besorgt" über die verschwundenen Stimmen gezeigt.

Allerdings hätten Garipowa, die beim ESC am Samstagabend am Ende auf den fünften Rang kam, auch zehn Punkte mehr nicht zu einer höheren Platzierung verholfen. Aserbaidschans Kandidat Farid Mamedow hatte aus Russland volle zwölf Punkte erhalten und war insgesamt Zweiter geworden.

Nach dem schlechten deutschen Abschneiden bei der Veranstaltung mit Cascada und ihrem Song "Glorious" hatte auch ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber politische Aspekte ins Feld geführt. "Ich will nicht sagen '18 Punkte für Angela Merkel'. Aber man muss eben auch sehen, da stand nicht nur Cascada, sondern da stand auch Deutschland auf der Bühne", erklärte er unmittelbar nach dem Song Contest mit Blick auf die Rolle der Bundesregierung in der Euro-Krise.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de