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Gerichtsverhandlung in Hamburg Eva Herman soll Steuern hinterzogen haben

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Der Fiskus rückt ihr auf die Pelle: Eva Herman.

(Foto: imago/STAR-MEDIA)

Einst galt sie als beliebteste Moderatorin Deutschlands. Doch dann folgten "Das Eva Prinzip", umstrittene Aussagen zur NS-Zeit und die Verhöhnung der Loveparade-Opfer. Jetzt setzt sich Eva Hermans Absturz mit Vorwürfen des Finanzamts fort.

Der früheren "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman ist ein Strafbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung zugegangen. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung. Da Herman gegen den Bescheid Einspruch eingelegt habe, werde am Donnerstag vor dem Amtsgericht Hamburg-Mitte in der Sache verhandelt. Das Gericht in der Hansestadt bestätigte n-tv.de den angesetzten Termin, zu dem Herman jedoch nicht persönlich erscheinen müsse.

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Mit ihrem Buch "Das Eva Prinzip" sorgte Herman erstmals für Kopfschütteln.

Nach "Bild"-Informationen werden Herman, die seit ihrem vierten Eheschluss mit bürgerlichem Namen Eva Bischoff heißt, Versäumnisse im Jahr 2010 vorgeworfen. Für den entsprechenden Zeitraum habe sie keine Einkommensteuererklärung und auch keine Umsatzsteuererklärung für ihr "Medienbüro Hamburg Eva Herman" abgegeben. Die genaue Summe, um die es geht, ist unklar. Die "Bild"-Zeitung spekuliert über einen "hohen fünfstelligen Betrag".

Von Kerner rausgeschmissen

Herman genoss als Sprecherin der ARD-Hauptnachrichtensendung von 1989 bis 2006 einst hohe Popularität. In Meinungsumfragen wurde sie mehrfach zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gewählt. Nach ihrem - ursprünglich nur vorübergehend geplanten - Ausstieg bei der "Tagesschau" machte sie jedoch vor allem mit umstrittenen Äußerungen und Publikationen auf sich aufmerksam. Die ARD wehrte sich vor Gericht erfolgreich dagegen, die heute 57-Jährige wieder auf den Schirm zu lassen.

In ihrem 2006 veröffentlichten Buch "Das Eva Prinzip" vertrat Herman ein von vielen als ultrakonservativ eingestuftes Frauenbild. Für das angebliche Aussterben der Deutschen machte die Ex-Moderatorin darin den Feminismus verantwortlich. Vor allem jedoch sorgten öffentliche Aussagen Hermans in der Folgezeit für einen Skandal. So ließ sie sich 2007 zu Äußerungen über die NS-Zeit herab, die Beobachter als Verherrlichung der Familienpolitik in der Nazi-Zeit werteten. Talkshow-Gastgeber Johannes B. Kerner warf Herman wegen entsprechender Einlassungen vor laufender Kamera aus seiner Sendung.

"Schamloses Treiben"

Seit 2009 schrieb die ehemalige Nachrichtensprecherin unter anderem für den umstrittenen Kopp-Verlag, bei dem viele esoterisch angehauchte, rechtspopulistische und verschwörungstheoretische Werke erscheinen. Als es 2010 in Duisburg zur Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten kam, verhöhnte Herman die Opfer der "Drogen-, Alkohol- und Sexorgie", wie sie die Veranstaltung beschrieb. Eventuell hätten andere Mächte eingegriffen, um dem "schamlosen Treiben" ein Ende zu setzen, so Herman. "Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen."

2012 musste Herman Privatinsolvenz anmelden. Nach wie vor ergreift sie immer mal wieder mit fragwürdigen Äußerungen das Wort. In die Flüchtlingskrise in Europa geheimste sie vergangenes Jahr etwa eine Verschwörung zur Zerstörung des christlichen Abendlands hinein. Wovon die Ex-Moderatorin ihren Lebensunterhalt bestreitet, ist unklar. Zuletzt hieß es, sie sei unter anderem für das staatliche Presseorgan "Stimme Russlands" tätig.

Quelle: n-tv.de, vpr