Unterhaltung

Instagram-Beauty Essena O'Neill Ihr Leben war ein einziger Fake

essena2.jpg

So guckt man, wenn man "geliked" werden möchte ....

Ein Mädchen aus Australien macht sich per Social Media mal so richtig Luft darüber, wie schrecklich es ist, eine Social-Media-Person zu sein. Schlimme Sache, ja, aber noch schlimmer ist, wie ihre Social-Media-Freundinnen aus Los Angeles darüber denken.

essena1.jpg

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte - nur was, wenn es die falschen sind?

(Foto: YouTube)

Möglicherweise lesen Sie diesen Artikel gerade auf Ihrem Handy. Hoffentlich liegen Sie dabei nicht auch noch im Bett - nicht nur, dass das Ihr Sex-Leben höchstwahrscheinlich negativ beeinflusst, es macht auch noch schlimme Hals- und Dekolletee-Falten. Was aber eigentlich der Punkt ist: Wenn Sie fertig gelesen haben, LEGEN SIE IHR HANDY ENDLICH AUS DER HAND! Beschäftigen Sie sich mit Ihrem richtigen Leben! Sonst enden wir alle irgendwann so ähnlich wie die junge australische Studentin Essena O'Neill, die oberflächlich betrachtet ein mega-tolles, Hammer- und supi Leben geführt hat - innerlich aber total leer war. Nicht, weil sie so viel im Internet gesurft ist, sondern viel schlimmer: weil sie das Internet gefüttert hat! Die Leere und die emotionale Verwahrlosung, die das lange Verweilen im Netz, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite, bei Personen aller Altersklassen und Schichten anrichten kann, ist jedoch gleichermaßen fatal.

Essena O'Neill ist nun leer - und damit ist nicht nur gemeint, dass sie höchstwahrscheinlich ständig Hunger hatte, um auf einem ihrer "total spontanen" Instagram-Posts keinen dicken Bauch zu haben. Es ist von dieser inneren Leere die Rede, die sich in ihrem ganz hübschen (aber lange nicht so hübschen wie auf den Fotos dargestellt) Kopf befunden hat. Denn anders als gezeigt, wurde die schmale junge Frau sehr wohl zu einem Produkt gemacht, das süß, dünn und ewig gut gelaunt zu sein hatte.

Als ihr das Lachen nun im Hals stecken blieb, sagte sie: "Was auf meinen Fotos zu sehen ist, ist nicht die Wahrheit." Der Druck, den sie damit auf andere junge Mädchen und Frauen ausübe, an jedem Strand der Welt perfekt auszusehen, wie zufällig immer die passenden Designer-Klamotten für das nächste In-Restaurant dabei zu haben und immer up to date zu sein, erschien ihr mittlerweile zu groß: Sie hörte mit dem ganzen Quatsch auf. Irgendwie. Doch dazu später mehr.

essena3.jpg

Nur ein Körper?

(Foto: Instagramm)

"Das ist nicht real, das ist alles eine Scheinwelt", erzählt sie schluchzend in ihre Handy-Kamera. Ihre Follower lässt sie wissen, dass es nicht gut und schon gar nicht inspirierend sei, sich 50 Stunden die Woche damit zu beschäftigen, eine Welt aufzubauen, die so normal aussieht, es aber mitnichten ist. Sie ist erst 19 Jahre alt und hat diesen "Job" - denn so sah sie das drei Jahre lang - anfangs wirklich gerne: 500.000 Follower auf Instagram, 250.000 auf Youtube und 60.000 auf dem Bilder-Schnellschuss-Tool Snapchat. Dabei hat das Mädchen Akne! Fettige Haare! Eine Zahnspange wäre auch nicht schlecht gewesen. Lust auf Chips und Schokolade - das sind aber Dinge, die man gefälligst nicht zu haben hat, wenn man von Sponsoren Designer-Teile über die schmalen Schultern gezogen bekommt, die das Monatsgehalt einer Lehrerin kosten. Von manchen Looks wurden hunderte Fotos gemacht, nur um dann ein einziges auszuwählen, das so aussah, als könnte es ein Schnappschuss sein. Und das alles machte sie, weil sie die Bestätigung ihrer Follower so sehr liebte und brauchte. Bis sie feststellte, dass das Beste an ihr "ihr Körper" war - oft drehte sie deshalb das Gesicht aus der Kamera oder guckte zu Boden.

"She had it all!"

"Ja, ich war das Mädchen, das alles hatte, alles bekam, aber ich muss euch sagen, dass es nichts, aber auch gar nichts bedeutet, auf den sozialen Netzwerken 'alles' zu haben, denn es bedeutet absolut nichts für dein wirkliches Leben." Also hat das Mädchen aus Queensland nun ihre Tumblr und Snapshot Accounts geschlossen, von Instagram 2000 Fotos entfernt und nur ein paar übrig gelassen, die sie eher natürlich denn zurechtgemacht zeigen.

Gut, jetzt hat ein Mädchen also den Schuss gehört - aber wird das andere davon abhalten, sich ähnlich wie sie früher zu verhalten? Die Sucht danach, "geliked" zu werden, betrifft übrigens nicht nur junge Frauen, sie kann jeden betreffen. Und viele werden sich sagen: "Das mach' ich doch gern eine Weile, wenn ich dafür die tollen Klamotten und die großartigen Locations bekomme. Wenn es dann reicht, hör ich eben auf."

Wie Essenas Video zeigt, ist das mit dem Aufhören wohl nicht ganz so einfach. Eine weniger starke Person dürfte wesentlich mehr Schwierigkeiten damit haben, einfach den Stecker zu ziehen. Hoffen wir mal, dass Essena jetzt echte Freunde hat (sieht nicht so gut aus), die ihr zur Seite stehen. Denn auch, wenn es einem Außenstehenden wirklich fremd vorkommen muss, was das australische Mädchen da von sich gibt: Sie ist kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

Und die Gründe sind dann wirklich zweitrangig - wichtig ist, dass ihr jetzt geholfen wird. Immerhin ist Essenas Mutter "Lifestyle-Coach" - sie verdient eine Menge Geld damit, anderen Leuten zu sagen, wie sie besser leben könnten.

Deswegen postete Mutti nach dem Instagram-Karriere-Ende ihrer Tochter auch ganz spontan ein Foto von sich und ihrer Tochter. Darauf lässt sie die Welt daran teilhaben, wie stolz und froh sie mit dieser mutigen Entscheidung ihrer Tochter ist und dass sie sich zutiefst inspiriert fühlt.

Neue Karriere - wieder im Netz!

Essena arbeitet mittlerweile für eine von ihr gegründete Webseite, weiß die britische "Sun". Sie nennt sich "Let's Be Game Changers" und setzt sich dafür ein, auch mal die Finger von den Sozialen Netzwerken zu lassen. Momentan möchte sie, dass ihre Follower eine Woche offline gehen. Essena macht nun also Karriere im Netz, indem sie davon abrät, sich im Netz aufzuhalten. Perverse Welt irgendwie. Oder auch: Alles richtig gemacht! Denn welche ihrer Tausendschaften an Followern werden jetzt die Finger stillhalten? Richtig, sie alle werden auf Essenas neue Seite gehen. Geschickt eingefädelt, würde Guido Maria Kretschmer dazu sagen *Smiley* #friendsforever#imsoclever.

Das Beste jedoch sind ihre "Freundinnen" aus Los Angeles, Nina und Randa, besser bekannt als die Social-Media-Mädchen aus Kalifornien "NinaAndRanda". Aber bitte sehen Sie selbst, was sie zu ihrer unglücklichen "Freundin" zu sagen haben und wie sie sie ins Gebet nehmen. Geht es vielleicht nur um eine typische enttäuschte Teenager-Liebe? Auf jeden Fall ein Grund, das Handy doch noch einen Moment länger anzulassen.

 

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen