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Mehr als 200 Opfer? Immer mehr Frauen belasten James Toback

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Er bestreitet die Vorwürfe: James Toback.

(Foto: AP)

Die Missbrauchsvorwürfe gegen Regisseur James Toback erhärten sich. Mittlerweile sollen mehr als 200 Frauen erklärt haben, von dem heute 73-Jährigen belästigt worden zu sein. Hollywood hat damit seinen nächsten Sex-Skandal.

Der Damm scheint gebrochen. Nach Filmproduzent Harvey Weinstein befindet sich nun auch Regisseur James Toback inmitten eines riesigen Sex-Skandals. Zu den ersten 38 Frauen, die dem inzwischen 73-Jährigen in einem Artikel der "Los Angeles Times" sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten, sind innerhalb von zwei Tagen viele weitere hinzugekommen. Die Opferzahl soll sich mittlerweile auf über 200 Frauen erhöht haben, heißt es in einem neuen Bericht der "Los Angeles Times".

Die meisten Frauen, die sich zusätzlich gemeldet hätten, berichteten demnach von Vorfällen in den Straßen von Manhattan. James Toback habe sie angesprochen und ihnen die Chance auf eine Rolle in einem kommenden Film angeboten. Dabei habe er auch sexuelle Annäherungsversuche unternommen und belästigende Verhaltensweisen an den Tag gelegt.

"Biologisch unmöglich"

Die Polizei von Los Angeles habe bereits mehrere Anrufe in Bezug auf James Toback erhalten, heißt es in dem Bericht weiter. In New York, wo der Regisseur lebt, rufe die Staatsanwaltschaft Frauen dazu auf, sich unter der Hotline für Sexualverbrechen zu melden, falls ihnen dergleichen widerfahren sei.

James Toback hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe sich mit keiner dieser Frauen getroffen, antwortete er auf Nachfrage der "Los Angeles Times". Sollte es doch so gewesen sein, habe es sich um lediglich fünf Minuten gehandelt und er habe daran keine Erinnerungen. Zudem gab er an, ein derartiges Verhalten sei für ihn "biologisch unmöglich". Er leide an Diabetes und einer Herzerkrankung und benötige Medikamente.

Regisseur vs. Regisseur

Während sich in kürzester Zeit zum Fall Harvey Weinstein viele Hollywood-Stars zu Wort gemeldet haben, bleibt es mit Blick auf James Toback noch verhältnismäßig ruhig. Vielleicht liegt es daran, dass der Regisseur in der Traumfabrik nicht das Ansehen genossen hat wie der Filmmogul. Einer jedoch hat seinem Ärger ausführlich Luft gemacht: "Guardians of the Galaxy"-Regisseur James Gunn. Er erklärte auf seinem offiziellen Facebook-Profil, er versuche bereits seit Jahren, vor James Toback zu warnen.

Er kenne mindestens 15 Frauen, die von Toback angesprochen worden seien, schreibt Gunn. Unter ihnen seien drei Frauen, mit denen er selbst zusammen gewesen sei, zwei seiner besten Freundinnen und ein Familienmitglied. Da er seine Informationen aber lediglich aus zweiter Hand erhalten und nichts direkt mitbekommen habe, habe er nur in Gesprächen und im Netz warnen können. Ohne Beweise oder Opfer, die auspacken, hätte er verklagt werden können, so Gunn. Er sei dementsprechend "glücklich", dass Tobacks Verhalten nun ans Licht komme.

Quelle: ntv.de, vpr/spot