Unterhaltung
16 Jahre lang hat Jon Stewart die "Daily Show" moderiert - nun holt er sich erstmal etwas zu trinken.
16 Jahre lang hat Jon Stewart die "Daily Show" moderiert - nun holt er sich erstmal etwas zu trinken.(Foto: Screenshot The Daily Show / Comedy Central)
Freitag, 07. August 2015

Vorbild für "heute-show" tritt ab: Jon Stewart moderiert letzte Sendung

In Deutschland ist die "heute-show" eine der beliebtesten Satire-Formate - doch die Sendung hat ein großes Vorbild aus den USA: Die "Daily Show" mit Jon Stewart. Nun hat der US-Starmoderator sich verabschiedet - mit einem anderen Superstar als Gast.

16 Jahre lang hat Jon Stewart die "Daily Show" moderiert, nun hat er sich verabschiedet. "Statt 'Good bye' zu sagen, sage ich lieber, 'ich hole mir nur eben etwas zu trinken'", sagte er zum Ende der finalen Episode. Er beschrieb seine Karriere als eine lange Unterhaltung mit dem Publikum. In diesem Sinne sei die letzte Sendung kein Abschied, sondern nur eine Pause in dieser Unterhaltung.

Datenschutz

Mit seiner Show hatte er neue Maßstäbe in der politischen Comedy gesetzt und war zur Lieblingssendung des liberalen Amerikas, der demokratischen Wähler geworden - für sie war er ein Leuchtturm des gesunden Menschenverstandes und eine moralische Institution. Umso mehr mussten republikanische Politiker einstecken. Legendär war Stewarts Fehde mit dem erzkonservativen Kommentator Bill O'Reilly von Fox News. Auch in Deutschland hatte die Sendung ihre Fan-Gemeinde, die sie übers Internet verfolgte.

Die letzte Show des 52-Jährigen war voller Kurzauftritte von Kollegen als Gastgeber der Satiresendung "The Daily Show" verabschiedet. "Bockmist ist überall", warnte er die Zuschauer. Sie sollten immer wachsam bleiben, wenn es um die politische Auseinandersetzung gehe "Wenn ihr etwas riecht, sagt etwas." Unter den Kollegen, die in der Show auftraten, waren Stephen Colbert, Steve Carell und Aasif Mandvi, deren Karrieren durch Stewarts Show einen gehörigen Schub bekommen hatten.

Springsteen kommt, die Zuschauer feiern

Colbert, der in wenigen Wochen die Nachfolge von David Letterman als "Late Show"-Gastgeber antritt, lobte den 52-Jährigen und sein Team mit den Worten: "Ihr wart so gut, dass ihr einen wütend gemacht habt." Auch einige, die Stewart aufs Korn genommen hatten, meldeten sich per Video zu Wort. Der republikanische Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain sagte "Mach's gut, Blödmann!"

Auf Twitter schrieb US-Präsident Barack Obama: "Sie waren ein großartiges Geschenk für das Land." Er war selbst siebenmal in der "Daily Show" zu Gast gewesen. Bei seinem letzten Besuch vor einem Monat drohte Obama im Scherz, er werde den Rückzug Stewarts verbieten. Zum Abschied schickte das Weiße Haus in einem Blogeintrag eine Würdigung: Stewart "hat die Art und Weise verändert, wie wir über die Welt um uns herum reden".

Die Show endete mit Gänsehaut-Feeling. Als Stewart seine letzten Worte gesprochen hatte, ging das Licht aus und der Spot richtete sich auf eine andere Legende: Bruce Springsteen und seine E-Street-Band waren gekommen, der "Boss" dankte Stewart für seine Sendung und spielte dann knapp zehn Minuten lang zwei Songs zum Abschied: "Land of Hope and Dream" und den Schluss von "Born to Run". Das Publikum stürmte die Bühne, die Zuschauer tanzten und jubelten - Jon Stewart verabschiedete sich mit einer Party.

Einen Mitschnitt der Show gibt es hier.

Quelle: n-tv.de