Unterhaltung
Mittwoch, 07. Mai 2014

"Pretty Little Liars" läuft an: Kleine Lügen unter Freunden

Von Anna Meinecke

Jung sein kann ganz schön gefährlich werden. Ein Jahr nach dem Verschwinden ihrer Freundin Alison erhalten vier Mädchen mysteriöse Nachrichten von einer unbekannten Person. Die droht, all ihre Geheimnisse zu enthüllen.

Alison DiLaurentis ist ein Miststück, wie es im Buche steht. Wenn sie nur neckisch die wohlgeföhnten Haare zurückschmeißt, hat sie bereits eine neue Intrige gesponnen. Die Highschool von Rosewood ist ihr Spielfeld, ihre Clique ihr Team. Um sich geschart hat sie die eigenwillige Aria, die ehrgeizige Spencer, Sportskanone Emily und die unsichere Hannah. Als Alison auf rätselhafte Weise verschwindet, bröckelt die Freundschaft der übrigen Mädchen. Ein Jahr später sind die einstigen Freundinnen Fremde. Hier setzt der Handlungsstrang der amerikanischen Erfolgsfernsehserie "Pretty Little Liars" ein. Heute läuft der Teenie-Grusel auf SuperRTL an.

Bereits in Folge eins legen die Macher der Show ordentlich Tempo vor. Die Geschichten der vier Hauptcharaktere werden gesondert voneinander erzählt. Alle eint: Sie versuchen krampfhaft, alte Geheimnisse zu verbergen, während sich plötzlich neue türmen: knutschen mit dem Lehrer, flirten mit dem gleichen Geschlecht oder bekommen Bauchkribbeln beim Anblick des Verlobten der eigenen Schwester. Klingt pubertär? Ist es auch. Aber das ist völlig in Ordnung. Schließlich wird hier auch konsequent zu Songs von Colbie Caillat, The Fray oder 3OH!3 intrigiert. "Pretty Little Liars" macht eben Mädchen zwischen 13 und Uniabschluss glücklich - und andere Zielgruppen auch, die würden das nur nicht zugeben.

"Gossip Girl" und "Desperate Housewives" lassen grüßen

So richtig Fahrt nimmt die Serie auf, als das Vierergespann wider Willen zum Quintett wird. Aria, Emily, Spencer und Hannah erhalten Nachrichten von einer unbekannten Person. Die nennt sich "A" und macht den Mädchen unmissverständlich klar, dass sie sie nicht nur beobachtet und ihre privatesten Geheimnisse kennt, sondern auch, dass sie bereit ist, diese zu enthüllen. So durchtrieben kann doch eigentlich nur eine sein. Fast scheint es, als sei Alison zurückgekehrt, da findet die Polizei ihre Leiche.

Die Sache mit der SMS-Überwachung und Blackberry-Geklingel klingt natürlich ein wenig nach "Gossip Girl". Und die ganze Geheimniskrämerei erinnert an die besseren Zeiten von "Desperate Housewives". Eigentlich basiert die Geschichte sowieso auf der gleichnamigen Buchreihe von Sara Shepard. "Pretty Little Liars" ist sicher nicht für feierabendlich-intellektuelle Stimulation geeignet, unterhält jedoch hervorragend - und das seit immerhin vier Staffeln. Mit all ihren Fremdanleihen gelingt der Show der Spagat zwischen Beyoncé und Bedrohung.

Mit "Pretty Little Liars" hat der US-Sender ABC Family das Genre des Mystery-Teen-Drama etabliert. Entsprechend wird zu ziemlich gleichen Teilen gekichert und gekreischt, erobert und erpresst. Irgendwie bleibt es ein Rätsel, weshalb die Suche nach und der Kampf gegen "A" den Spannungsbogen des Formats über mehrere Jahre tragen können, doch das Konzept geht auf: Die Serie macht süchtig.

Quelle: n-tv.de