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Die Rolle seines Lebens Leonard Nimoy bleibt immer Mr. Spock

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Leonard Nimoy bei einem Auftritt 2004.

(Foto: REUTERS)

Stets nur auf eine Rolle reduziert zu werden, kann für einen Schauspieler zermürbend sein. Leonard Nimoy hat sich jedoch damit abgefunden, immer nur als Mr. Spock gesehen zu werden. Er bleibt es auch nach seinem Tod.

Zu den bekanntesten Szenen in der Karriere von Leonard Nimoy gehört seine Sterbeszene aus dem "Star Trek"-Film "Der Zorn des Kahn". Seine Filmfigur, der legendäre Mr. Spock, rettet die Enterprise mit unzähligen Menschen an Bord vor der sicheren Zerstörung, indem er sein eigenes Leben opfert. Ein letztes Mal wechselt er bewegende Worte mit seinem Freund, Captain Kirk, hebt noch einmal die Hand zum berühmten Vulkanier-Gruß, bevor er in allen Ehren bestattet wird.

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Die Fanproteste waren groß, als der Tod von Mr. Spock bekannt wurde. Das durfte nicht sein, dass eine so wichtige Figur dahinscheidet. Die Figur, spitzohrig und stets logisch denkend, war schließlich treuer Begleiter und wichtiges Korrektiv zu Kirk. Sie war wegen ihres trockenen Humors vielleicht sogar beliebter als der draufgängerische Vorgesetzte. Die Proteste ließen erst nach, nachdem der Titel des folgenden Films bekannt wurde: "Auf der Suche nach Mr. Spock". Es war die Wiederauferstehung einer Kultfigur, die danach noch einige weitere Kinoabenteuer erlebte, bis hin zu "Star Trek Into Darkness" von 2013.

Man wünschte sich, auch diesmal würde es eine solche Ankündigung geben. Dass Leonard Nimoy nicht mit 83 gestorben wäre, an einer Lungenkrankheit, an der er schon länger litt. Dass es einen Weg geben würde, ihn noch einmal zu erleben, auf der Kinoleinwand oder sonst wo. Groß ist die Anteilnahme am Tod Nimoys, die gerade durch die sozialen Netzwerke schwappt. Jeder, der sich in irgendeiner Weise für Popkultur interessiert, kennt ihn, hat ihn als Mr. Spock erlebt oder in anderen Rollen, hat Filme gesehen, die er als Regisseur verantwortete.

"Live Long and Prosper"

Das ist erstaunlich für einen Darsteller, der seine Karriere bereits Anfang der 50er Jahre begann. Der Ende der 60er in drei Staffeln einer bald wieder abgesetzten Fernsehserie mitspielte, die bei der Erstausstrahlung nicht allzu viele Fans hatte. Es dauerte ein paar Jahre, bis sich jener Trekkie-Kult entwickelte, der noch heute andauert und durch diverse Neustarts in Kino und Fernsehen immer wieder neu befeuert wird.

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Die "Enterprise" Legenden Shatner und Nimoy

(Foto: picture alliance / dpa)

Nimoy gehörte dabei stets zu den Säulenheiligen der Trekkies. Und er hatte sich irgendwann damit abgefunden, vor allem mit dieser einen Rolle personifiziert zu werden. Seine erste Autobiografie hieß 1977 noch "Ich bin nicht Spock" - eine Anspielung auf den beginnenden Kult. 1995 legte er eine zweite vor, mit dem Titel "Ich bin Spock". Bis zuletzt schloss er auch seine Twitter-Meldungen mit dem Kürzel "LLAP". "Live Long and Prosper" (Lebe lang und in Frieden) war der bekannteste Satz von Spock. Daneben sorgten natürlich auch seine beiden Auftritte in den letzten "Star Trek"-Kinofilmen für Aufsehen, wo er einen zeitreisenden Spock spielt. Und er war sich auch nicht zu schade dafür, seine berühmte Rolle und deren Geheimgriff ironisch zu sehen, wie ein Auto-Werbespot bewies.

Schauspiel war eine frühe Leidenschaft des Sohnes jüdisch-orthodoxer Einwanderer aus der Ukraine. Er stand schon als Kind auf der Bühne, studierte später in Boston Schauspiel. Lange begnügte er sich mit kleinen Auftritten an Theater und im Fernsehen (etwa in "Bonanza"). Dann kam "Star Trek", das wegen Erfolglosigkeit nur drei Jahre dauerte. Nimoy machte weiter mit "Kobra übernehmen sie" und anderen kleinen Rollen.

Fotograf und bizarre Musik

Erst Ende der 70er stellte sich seine Spock-Rolle als wahrer Glücksfall heraus. "Star Trek" hatte sich inzwischen zur Kultserie gewandelt und die nun entstehenden Kinofilme verhalfen ihm zu großem Ruhm. Schon beim dritten Leinwandabenteuer der Enterprise wechselte er schließlich für zwei Filme auf den Regiestuhl - sie gehören zu den besseren der Reihe (im Gegensatz zum folgenden Film, den Kirk-Darsteller William Shatner verantwortete). In den 80ern hatte Nimoy ein paar Erfolge als Regisseur, etwa mit der amerikanischen Variante von "Noch drei Männer, noch ein Baby".

Doch stets blieb sein Name fest mit dem des Vulkaniers verbunden. Dabei zeigte er vielseitige Interessen: Nimoy arbeitete nicht nur als Darsteller, Regisseur und Synchronsprecher (für die "Star Trek"-Trickserie), sondern auch als Fotograf, Autor von Gedichtbänden sowie als Musiker. Legendär sind sein buntes, erstes Album "Leonard Nimoy presents Mr. Spock’s Music from Outer Space" und seine musikalische Vertonung der Ballade von Bilbo Baggins.

Daneben trat Nimoy immer wieder im Fernsehen auf, zuletzt etwa in den Serie "Fringe - Grenzfälle des FBI". Außerdem hatte er einen Gastauftritt in "The Big Bang Theory". Die Serie über die Nerd-Wohngemeinschaft zeigt, wie tief verwurzelt die Figur des Spock inzwischen in der Popkultur ist. Dass mit Zachary Quinto mittlerweile ein anderer Schauspieler die Figur verkörpert, ist egal. Der wahre Spock wird immer Nimoy bleiben. Auch nach seinem Tod.

Quelle: n-tv.de

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