Unterhaltung
Auch in dieser Ausgabe knackt kein Promi den "Wer wird Millionär?"-Jackpot.
Auch in dieser Ausgabe knackt kein Promi den "Wer wird Millionär?"-Jackpot.
Freitag, 24. November 2017

"Zocken ist voll assi!": "Nein!!!" Jauch macht auf Louis de Funès

Von Nina Jerzy

Zaubern sich die Ehrlich Brothers beim "Wer wird Millionär?"-Prominentenspecial zur Million? Ein panisches "Nein!!!" verwandelt Günther Jauch in Louis de Funès.

Im wirklich allerletzten Sekundenbruchteil schallte ein panisches "Nein!!! durchs "Wer wird Millionär?"-Studio. Der Telefonjoker hatte es sich anders überlegt. "Der Arme. Das wird ihn verfolgen", freute sich Günther Jauch und übte gemeine Rache. Womöglich eine Reaktion auf die "Bauer sucht Frau"-Zwangspause für seine Quizshow? Zum Auftakt wurde im Prominenten-Spezial am Abend für bedürftige Kinder geraten. Bis zu vier Millionen standen für den RTL-Spendenmarathon auf dem Spiel und tatsächlich wurde dreimal die 500.000-Euro-Frage gestellt. Ein Hauptgewinn wäre mal langsam wieder drin. Geschlagene sechseinhalb Jahre ist es her, seit der letzte Promi beim Spezial von "Wer wird Millionär?" den Jackpot geknackt hat.

Die Ehrlich Brothers setzten sich in der ersten Auswahlrunde gegen die Konkurrenz Michael Mittermeier, Ruth Moschner und Matthias Opdenhövel durch. Kommt man mit zwei Hirnen leichter zur Million? "Bei diesem Bruder ist das kein Vorteil", stellte Christian Ehrlich gleich zu Beginn klar. Damit lag er mit Verlaub ziemlich richtig – wenn er denn von sich selbst gesprochen hätte. In den ersten Runden wurde deutlich, dass der Wortwitz der Fragenredaktion beim jüngeren der Magier-Brüder eher vergebene Liebesmüh war. Ein ums andere Mal musste Andreas Ehrlich das Eisen aus dem Feuer holen. So auch ganz am Ende.

Bruder gegen Bruder

Für 125.000 Euro sollte das Duo wissen: Was muss in Frankreich seit dem 1. Oktober gekennzeichnet werden? Christian Ehrlich wollte unbedingt die falsche Antwort (nachsynchronisierte Serien) einloggen. Dabei hatte Ruth Moschner kurz zuvor gescholten: "Zocken beim guten Zweck ist voll assi!" Andreas Ehrlich war das Ganze zu heikel. Er verkündete eigenmächtig den Ausstieg mit 64.000 Euro. 10.000 Euro wollen die Brüder aus eigener Tasche noch drauflegen.

Das brüderliche Machtwort war ein Glücksfall. Denn statt der Serien müssen in Frankreich im Kampf gegen den Magerwahn bearbeitete Modelfotos gekennzeichnet werden. Zwischendurch wurde natürlich auch gezaubert. Unter anderem verwandelten die Ehrlich Brothers einen Zehn-Euro-Schein durch Zusammenfalten in 100 Euro. Noch überraschender war aber fast die Tatsache, wie selbstverständlich Jauch der Name der Luxus-Schuhmarke "Louboutin" von den Lippen geht.

Anschließend kam Michael Mittermaier. Für ihn war es bereits das dritte Mal beim Prominenten-Spezial. 2001 und 2011 hatte er 32.000 D-Mark und 125.000 Euro erspielt. Die Tendenz zeigt also nach oben. Der Comedian schlug sich souverän. Bei der Wahl des Zusatzjokers aus dem Publikum hatte er wie alle seine Mitstreiter richtig Glück. Etwas weniger blütenrein fiel die Bilanz der Telefonjoker aus. Jauch spricht ab sofort nur noch vom "Nein"-Joker. Bei der Frage für 125.000 Euro wurde gefragt, mit welchem Gegenstand in der Hand die tote Marilyn Monroe aufgefunden wurde.

Datenschutz

Die Promis waren sich einig: Mittermeiers Telefonjoker Thomas Hermanns weiß das. Der Komiker hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer halben Flasche Wein Mut angetrunken. Er schwankte zwischen Lippenstift und Telefonhörer, legte sich aber auf ersteren fest. Alles schien klar, da stieß Hermanns gerade eben noch seinen besagt verzweifelten Widerspruch durch die Leitung. "Das schönste 'Nein' der jüngeren Fernsehgeschichte", befand Jauch und erging sich sogleich in seiner besten Nachahmung einer berühmten Szene des französischen Altmeister Louis de Funès. Sie erinnern sich nicht? Eine kleine Auffrischung gibt's im Video.

Darauf eine Flasche Wein

Mittermeier hatte sich mithilfe des Publikums bereits auf die richtige Antwort "Telefonhörer" festgelegt, da ließ sich Jauch einen erneuten Anruf beim Joker nicht nehmen. "Jetzt hat er sich halt darauf verlassen, das ist das Problem", goss der Moderator noch etwas Öl ins Feuer von Hermanns Verzweiflung. Zum Glück erlöste das laute Lachen aus dem Publikum den Komiker rasch. "Sie können das Fenster wieder schließen", beruhigte Jauch. "Ich mache die nächste Flasche Wein auf", erwiderte Hermanns.

Mittermeier kam dann als Erster bis zur Frage für eine halbe Million Euro. Er stieg wie die zwei nachfolgenden Promis aber vorsichtshalber mit 125.000 Euro aus. Moschner wusste für 2.000 Euro zunächst nicht, wobei die gängigsten Modelle oft über ein Volumen von 80, 120 und 240 Liter verfügen. Jauch schloss aus dieser Unkenntnis über die richtige Antwort "Mülltonnen", dass die Moderatorin offenbar nie den Müll rausbringt oder gar Abfall trennt. Seine seltsam harsche Schlussfolgerung: "Sie ist eine Sau – eine Mischung aus Messi und Umweltsau."

Wir müssen also weiter auf den nächsten Promi-Millionär bei Jauch warten. Zunächst bleibt es beim Triumvirat Oliver Pocher (2008), Thomas Gottschalk (2008) und Barbara Schöneberger (2011). Am Ende kamen aber nach fast dreieinhalb Stunden stolze 439.000 Euro plus die Ehrlich-Extraspende von 10.000 Euro für den RTL-Spendenmarathon zusammen. Jede Spende wird übrigens ohne einen Cent Abzug an ausgewählte Kinderhilfsprojekte weitergeleitet. Spenden Sie deshalb bitte an: Empfänger: Stiftung RTL, Konto: DE55 370 605 905 605 605 605, Bank: Sparda-Bank West, BIC: GENODED1SPK. Vielen Dank!

"Wer wird Millionär?" kehrt am 4. Dezember mit der ersten von drei Doppelfolgen vor Weihnachten zurück.

Quelle: n-tv.de