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"Scheiß Vergewaltiger" Schauspielerin schreit Harvey Weinstein an

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Wurde von vielen Anwesenden in der Bar unterstützt: Der wegen Vergewaltigung angeklagte Harvey Weinstein.

(Foto: REUTERS)

Harvey Weinstein muss sich für Dutzende sexueller Übergriffe verantworten. Bis zu seinem Urteil ist der Ex-Hollywood-Mogul jedoch auf freiem Fuß und geht seinem normalen Alltag nach - Barbesuche inklusive. In New York kommt es deswegen nun zu einem Zwischenfall. Die Reaktionen sind unglaublich.

Mehrere Schauspielerinnen haben in einer New Yorker Bar gegen die Anwesenheit des wegen Vergewaltigung angeklagten Filmproduzenten Harvey Weinstein protestiert. "Keiner sagt was? Wirklich, keiner sagt was? Obwohl wir nur wenige Meter entfernt von einem Scheiß Vergewaltiger stehen?", schrie die Schauspielerin Zoe Stuckless vor dem Tisch Weinsteins. Zahlreiche Gäste machten Videos von der Szene, die kurz darauf im Internet verbreitet wurden. Stuckless, die daraufhin vom Personal gebeten wurde zu gehen, wurde von Weinsteins Bodyguards aus der Bar gedrängt.

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Der tief gefallene ehemalige Filmmogul Weinstein hatte am Mittwoch an einer Veranstaltung für Schauspieler und Comedians, der "Actors Hour", teilgenommen. Mehrere anwesende Frauen erhoben deswegen ihre Stimme. So sagte Komikerin Kelly Bachman zu Beginn ihrer Show: "Hier ist ein Elefant im Raum. Eigentlich eher ein Freddy Krueger. Mir war nicht klar, dass ich meine Keule und Vergewaltigungs-Trillerpfeife zur 'Actors Hour' mitnehmen muss." Von einigen Gästen wurde Bachman dafür ausgebuht. Ein Mann rief ihr zu, dass sie ihre "Klappe halten" solle.

Stuckless postete anschließend einen langen Text mit einem Video des Zwischenfalls auf ihrer Facebook-Seite. "Ich habe an all die Stimmen gedacht, die in den vergangenen Jahren unterdrückt wurden. Ich dachte an die Frauen, die von der gleichen Angst wie ich gelähmt waren, umgeben von Kollegen, die von einer Kultur der Stille und Passivität eingeschüchtert waren", schreibt Stuckless in ihrem Post.

"Unsere Passivität ist Gift"

"Dieser Raum war ein Mikrokosmos unserer gesamten Gemeinschaft. Und ich konnte nicht dort sitzen und ihn lachen lassen. Also habe ich meine Meinung geäußert." Kurz darauf sei sie aus der Bar geschmissen worden. "Seine Bodyguards haben mich hinausgetrieben. Die Organisatoren waren froh, dass ich gegangen bin." Es sei schmerzhaft gewesen, zu sehen, wie viel Macht Weinstein noch immer besitze. "Unsere Passivität ist Gift", beendet Stuckless ihren Facebook-Eintrag. Sie sei jedoch vor der Bar auf einige Frauen gestoßen, die ihr für die Szene gedankt hätten. "Wir müssen zusammenhalten und wir müssen uns aussprechen. Sonst wird das Gift sich ausbreiten, ermutigt durch unsere Angst."

Weinstein äußerte sich nicht persönlich zu dem Zwischenfall. Ein Sprecher sagte jedoch dem "Hollywood Reporter" im Anschluss: "Diese Szene war unangebracht, geradezu rüpelhaft und ein Beispiel dafür, wie man heutzutage von der Öffentlichkeit regelrecht zerquetscht wird." Weinstein sei nur ausgegangen, um etwas "Trost" zu finden, weil sein Leben umgekrempelt worden sei.

Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Vorwürfe gegen den 67-Jährigen erhoben. Die meisten von ihnen sind Schauspielerinnen. Bei einem Prozess gegen Weinstein, der im kommenden Jahr beginnen soll, geht es um lediglich zwei Vorfälle. Weinstein beteuert, sämtliche sexuellen Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.

Quelle: ntv.de, lri