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Der ESC wird zum Politikum "Ungeheuerlich": Ukraine sperrt Russin aus

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Die Ukraine will sie nicht beim ESC dabei haben: Julia Samoilowa.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Völkerverständigung - das war es, worum es nicht zuletzt beim Eurovision Song Contest stets gehen sollte. Doch davon ist in diesen Tagen nicht viel zu spüren. Stattdessen wird der Wettbewerb zur Bühne für den politischen Streit zwischen Russland und der Ukraine.

Der Eurovision Song Contest (ESC) hat einen politischen Skandal: Wegen ihres Auftritts auf der Krim hat die Ukraine der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verboten. Der ukrainische Geheimdienst SBU habe Samoilowa ein dreijähriges Einreiseverbot erteilt, sagte Behördensprecherin Jelena Gitljanskaja und verwies auf frühere Verstöße der Sängerin gegen Gesetze ihres Landes. Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim ist einer der Hauptstreitpunkte zwischen Kiew und Moskau.

Russland kritisierte das Einreiseverbot für seine Kandidatin als "ungeheuerlich". Es handele sich um einen "weiteren ungeheuerlichen, zynischen und unmenschlichen Akt", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Vize-Außenminister Grigori Karasin.

EBU "schwer enttäuscht"

Die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den ESC veranstaltet, erklärte, die ukrainischen Behörden hätten ihr gegenüber das Einreiseverbot für Samoilowa bestätigt. Zwar müssten die Gesetze des Gastgeberlandes respektiert werden. Gleichwohl sei man von dieser Entscheidung "schwer enttäuscht, da sie sowohl dem Geist des Contests als auch der Vorstellung von Zusammengehörigkeit widerspricht, die zu seinen Grundwerten gehören". Man werde mit den ukrainischen Verantwortlichen weiter im Dialog bleiben, um eine Teilnahme aller Künstler an dem Wettbewerb zu gewährleisten.

Die Ukraine betrachtet die im März 2014 von Russland annektierte Krim weiter als Teil ihres Staatsgebietes. Das diesjährige ESC-Finale findet am 13. Mai in der ukrainischen Hauptstadt statt.

Die 27-jährige Samoilowa, die im Rollstuhl sitzt, war Mitte März ohne eine Publikumsabstimmung zur russischen ESC-Teilnehmerin bestimmt worden. Sie war 2015 bei einem Gala-Konzert auf der Krim aufgetreten. Aus der Ukraine kam umgehend Kritik an der Nominierung, die als "Provokation" verurteilt wurde.

Quelle: n-tv.de, vpr/AFP

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