Essen und Trinken

Ohne Gammelhai und Widderhoden Abseits vom Eyjafjallajökull

2010-04-20T034418Z_01_ICE922_RTRMDNP_3_EUROPE-AIR.JPG5216279414979806406.jpg

(Foto: REUTERS)

Eigentlich hatten sich meine Kollegen in dieser Woche aus aktuellem Anlass etwas Isländisches zu essen gewünscht. Theoretisch zumindest. Ich musste sie enttäuschen (auch praktisch), denn meine Island-Kenntnisse beschränken sich auf Halldor Laxness, Krimis und Isländischen Mohn in meinem Garten. Jetzt kenne ich aber immerhin auch den Vulkan mit dem Zungenbrecher-Namen, den auszusprechen von TV- und Radiomoderatoren höchste Konzentration verlangt. Mein Island-Mohn übrigens hat mich im Stich gelassen - stand wohl im Sommer zu sonnig und zu trocken. Die eiskalten Krimis von Arnaldur Indriðason allerdings kann ich sehr empfehlen.

Aber Essen und Trinken auf Island? Ein guter Freund von mir schwärmt heute noch von seiner Island-Reise, den Geysiren, den Holzkirchen und den Westmänner-Inseln. Über das Essen schweigt er beharrlich. Ich glaube aber, er hatte sicher eine heimliche Eiserne Reserven von zu Hause im Bordgepäck mitgehabt. Der Mann ist nämlich Thüringer, also wenig experimentierfreudig - was das Essen anbelangt.

Island_Vulkan_Agrar_ISL503.jpg1424981258044345565.jpg

Farmerin Anna Runolfsdottir mit Lamm und Vulkan.

(Foto: AP)

Von Gammelhai, der nur in verwestem Zustand und dann mit reichlich Schnaps gegessen werden kann, abgesengtem (und nicht ausgenommenem) Schafskopf, in Molke konservierten Widderhoden, knacke-trockenem Trockenfisch und anderen Delikatessen hat er nämlich nichts erzählt. Von dem Lachs allerdings hat er geschwärmt. Ich muss Fischi demnächst unbedingt erzählen, dass der Lachs traditionell über Schafsdung geräuchert wird. Auf das Gesicht freue ich mich jetzt schon…

Das heimliche Nationalgetränk auf der Insel heißt übrigens Brennevín und wird aus Kartoffeln gebrannt . Isländer nennen den Schnaps svarti dauði - "Schwarzer Tod". Der Titel spricht für sich. Das schwarze Etikett der Flasche sollte eigentlich vom Kauf des Brennivín abhalten, stattdessen wurde es zum Markenzeichen.

Da wir alle von Vulkan-Aschewolken und den Nachrichten darüber die Nase voll haben dürften, heute und hier ein Cocktail, der zumindest vom Namen her ein wenig an die vergangenen Tage im Banne des Eyjafjallajökull erinnert: "Lava”:

Zutaten (pro Person):

5 cl Pitú Lava (oder normaler Pitú)
4 cl frisch gepresster Limettensaft (unbehandelte Limetten)
3 cl Maracujasirup
10 cl heißes Wasser
2 Anissterne

Zubereitung:

Schnaps, Limettensaft, Sirup und die Anissterne erhitzen - nicht kochen! Anschließend mit heißem, nicht kochendem Wasser auffüllen. Mit Limettenspiralen dekorieren.

Das wärmt am Abend gut durch, denn die Nächte sind leider noch empfindlich kühl - nicht nur in Island.

Viel Spaß wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de