Essen und Trinken

Wat mutt, dat mutt oder lieber Plan B Verschoben ist nicht aufgehoben

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Wehmütige Erinnerungen an 2011: Auch das war Vatertag!

(Foto: picture alliance / dpa)

Beinharte Typen lassen sich von unterkühlten Damen nicht abschrecken - sie nehmen die Herausforderung an. Wer mehr von butterweichem Gemüt ist, lenkt lieber ein. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Denn selbst die Meteorologen sind sich einig: Sonne kommt!

Eigentlich strömen jedes Jahr zu Himmelfahrt verführerische Düfte aus eigenem oder Nachbars Garten, leicht schwankende Radfahrergrüppchen machen die Straßen unsicher, noch am späten Abend nervt "Stimmungsmusik" aus Biergärten und anderen Lokalitäten. In diesem Jahr war alles ein bisschen anders.

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Ganz schön standfest!

(Foto: Recki54_pixelio.de)

Ein letzter eisiger Hauch der "kalten Sophie" ließ Grillfeuer unentfacht und dezimierte die Zahl der lustigen Ausflügler. In manchen Landstrichen fielen die schönen Grillpläne nicht nur ins (Regen)Wasser, sondern sogar in den Schnee. Nur beinharte Typen blieben dabei: Grillen muss sein - und wenn‘s bei Glühwein ist! Nicht so abgehärtete Gemüter verzichteten darauf, wie Rumpelstilzchen ums Feuer zu hüpfen und die klammen Hände zu reiben; sie gingen zu Plan B über und verschoben die Grillerei auf wärmere Tage. In einigen Landstrichen muss man da nicht allzu lange warten, zumindest in der Osthälfte Deutschlands soll es an diesem Wochenende schon wieder wärmer sein. Grund genug, der frostigen Dame eine Nase zu drehen und das am "Vatertag" ausgefallene Grillfest nachzuholen.

Was auf den Rost kommt, ist meistens klar: Bratwürste, Spieße, marinierte Fleischscheiben, Hähnchenschnitzel, Maiskolben und anderes grillbare Gemüse und mitunter auch Halloumi. Sollten Sie diesen zyprischen Grillkäse noch nicht kennen, haben Sie meiner Meinung nach etwas verpasst.

Sehnsucht nach Zypern

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Vatertag 2012: Kalt, aber Bier fließt trotzdem.

(Foto: picture alliance / dpa)

Halloumi ist ein halbfester Schnittkäse aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch (oder nur aus zwei Sorten Milch). Mitunter bekommt man auch Sorten, die wie der ursprüngliche Halloumi nur aus Schafmilch hergestellt wurden. In der Konsistenz erinnert Halloumi an Mozzarella, ist aber wesentlich fester und würziger. Der Vorteil des Halloumi: Er behält beim Grillen, Braten oder Backen seine Form und zerläuft nicht. Seit ich auf Zypern gegrillten Halloumi gegessen habe, bin ich fast süchtig danach. Zum Glück haben hierzulande gut sortierte Supermärkte den Käse im Sortiment, auch türkische und griechische Anbieter führen ihn. Auch wenn es noch kalt ist und an Holzkohlenfeuer nicht zu denken ist, muss man auf Halloumi nicht verzichten: Er lässt sich gut im Kontaktgrill zubereiten.

Die Frage nach den Beilagen zum Gegrillten ist schon schwieriger zu beantworten. Entweder man hält es  einfach und bleibt bei Weißbrot und/oder Kartoffelsalat (was ja meistens völlig ausreicht) oder man macht sich die Mühe und wartet mit ein paar Überraschungen auf. Mein Appetit auf gegrillten Halloumi brachte mir eine Beilage meiner zyprischen Gastgeber Anni und Jerry in dem kleinen Dorf Pervolia in Erinnerung, fernab jeglichen Touristen-Trubels, dafür umsorgt von zyprischer Gastfreundlichkeit.

"Pastasotto" macht was her

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Kritharaki gibt es auch in bunt.

(Foto: Fazal Majid, cc-by-sa)

Diese Nudeln, die aussehen wie Langkornreis, kennt man auch in der griechischen, türkischen und italienischen Küche. Sie schmecken ausgezeichnet nicht nur zu Gegrilltem, sondern auch zu anderen typischen Fleischgerichten der Mittelmeerküche. Mitunter werden die Nudelchen auch Reisnudeln oder Nudelreis genannt, was aber unzutreffend ist, denn sie werden aus Hartweizengrieß hergestellt. Johann Lafer nennt Beilagen aus Kritharaki "Pastasotto", das trifft den Kern der Sache schon eher, sowohl im Aussehen als auch in der Konsistenz der Speise.

Versuchen Sie sich doch beim nächsten Grillabend in "Pastasotto", es macht weniger Arbeit als das Dauer-Rühren eines "echten" Risottos, schmeckt aber ausgezeichnet und nach sonnigem Urlaub:

Annis Kritharaki

Zubereitung:

Zutaten (4 Personen)

250 g Kritharaki
ca. 350 ml Geflügel- oder Gemüsefond
1 Knoblauchzehe
1 - 2 Zwiebeln
3 EL Olivenöl
3 EL Butter
4 - 6 vollreife Tomaten
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Fond erhitzen. Die Tomaten mit kochendem Wasser übergießen und dann abpellen. In Würfel schneiden. Das Olivenöl und 1 EL Butter erhitzen und die in kleine Würfel geschnittenen Zwiebeln darin glasig braten. Die Knoblauchzehe (in dünnen Scheibchen oder Würfelchen) sowie die Tomatenstückchen dazugeben und kurz durchschmoren. Die Nudeln dazugeben, vermengen und nach und nach mit dem heißen Fond auffüllen, bis die Nudeln die Flüssigkeit aufgenommen haben. Öfters umrühren. Sollte die Flüssigkeit nicht ausreichen, etwas heißes Wasser dazugeben.

Tipps:

- Die Flüssigkeitsmenge kann zu einem Drittel durch Weißwein ersetzt werden.
- Es können blättrig geschnittene Pilze untergemengt werden.
- Für mehr Tomatensoße statt frischer Tomaten 1 Dose geschälte Tomaten verwenden.
- Wer es schärfer mag, köchelt 1 Chilischote mit.
- Gewürzt werden kann auch mit frischen Oregano-Blättchen, geriebenem Muskat oder Zitronensaft.
- Zum Schluss kann frisch geriebener Parmesan zugegeben werden (etwa 30 g).
Achtung: Kritharaki nicht zu lange kochen, sie werden schnell zu weich und sind dann pappig.

Nach 8 bis 10 Minuten sollten die Nudeln gar, aber noch bissfest sein. Zum Schluss die restlichen 2 EL Butter unterrühren. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

Viel Erfolg und gutes Grillwetter wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de