Essen und Trinken

November-Blues Warmhalten, Mädels!

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Sabine? Nadin? Diana?

(Foto: picture alliance / dpa)

Alltag in deutschen Amtsstuben und Wohnzimmern - und nicht nur in deutschen: Regina dreht die Heizung hoch und Wolfram wieder ‘runter. Er sitzt auch von November bis Februar im T-Shirt da, sie hockt eingemummelt in Wolljacke und -socken auf dem Sofa - und friert dennoch!

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Wichtige Körperteile werden auch bei Männern warmgehalten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es ist kein Geheimnis: Männer wollen’s kühler, Frauen mollig warm, denn sie frieren leichter. Und das ist - bitteschön - keine Einbildung! Das muss endlich mal gesagt werden, dass wir keine verpimpelten Zimperliesen sind. Unsere Gänsehaut hat nämlich physiologische Ursachen, und zwar von Evas Zeiten an.

Da stehen an erster Stelle die Östrogene, die die Blutgefäße weit halten und so für eine gute Durchblutung sorgen. Ab einer Außentemperatur von etwa 15 Grad Celsius und weniger bedeutet das für Kinn, Nase, Finger und Zehen durch die erhöhte Wärmeabgabe einen großen Wärmeverlust. Irgendwann kann das die Körperkerntemperatur gefährden, die muss aber wenigstens konstant auf 37 Grad Celsius gehalten werden. Denn die Innentemperatur hat bei Frauen im Hinblick auf eine Schwangerschaft oberste Priorität. Da hat‘s die Natur so eingerichtet, dass der Wärmeverlust von außen nach innen geregelt wird und kurzerhand an exponierten Stellen gedrosselt wird. Gut fürs Baby - unangenehm für die Frau.

Nächster Grund: Muskelmasse und Haut. Frauen haben etwa 15 Prozent weniger Muskelmasse als Männer, und Muskeln erzeugen nun mal die Wärme. Fett dagegen, das der Frau ihre weiblichen Rundungen verleiht, kann genau das nicht, auch wenn es eine geringe isolierende Fähigkeit hat. Zudem ist Männerhaut dicker als die weibliche und bildet somit eine stärkere Barriere gegen das Auskühlen.

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Aus Unwissenheit wird mitunter behauptet, Männer frieren wegen ihrer dichteren Körperbehaarung weniger. Das stimmt nicht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Also haben’s Männer mal wieder einfacher: dicke Pelle und mehr Muckis. Und die Sache mit der Durchblutungsregelung wegen des Babys entfällt logischerweise ganz und gar. Aber nun - Männer in- und außerhalb der Redaktion - hört her: Mit dem Rückgang der Muskulatur und der männlichen Hormone im Alter heben sich eure Vorteile langsam auf!

So lange können und wollen wir aber nicht warten. Da man von warmen Gedanken noch lange keine warmen Füße bekommt, muss andere Abhilfe her, denn wer will schon zum Stubenhocker mit Wärmflasche mutieren?

Gegen Kälte helfen nicht nur Mütze, Schal und Handschuhe, sondern auch "wärmende" Nahrungsmittel. Wer im Winter leicht friert, sollte in der kalten Jahreszeit Lebensmittel zu sich nehmen, die nach der Traditionellen Chinesischen Medizin helfen können, die "innere Kälte" zu vertreiben: Chili und Ingwer, Nüsse und Hülsenfrüchte und traditionelle Wintergemüse wie Kürbis, Kohl, Rübe und Zwiebel. Wärmend ist zum Beispiel ein warmer Getreidebrei aus Haferflocken mit geriebenen Äpfeln und gehackten Walnüssen zum Frühstück. So beginnt man den Tag gleich mit genügend Wärme im Körper. Südfrüchte wie Orangen dagegen zählen laut TCM ihrer thermischen Wirkung nach zu den "kühlenden" Lebensmitteln.

Auch empfehlen die TCM-Ärzte den "Frostbeulen", im Winter Rohkost und belegte Brote gegen lang gekochte Suppen und Eintöpfe einzutauschen. "Lang gekocht" deshalb, weil es in der TCM-Küche weniger um die Vitamine, aber mehr um die Wirktiefe geht. Längere Kochzeiten bringen mehr Wärme-Energie in das Essen, heißt es da. Auch dieser Sicht wirken lang gekochte Nahrungsmittel "in der Tiefe". Und wer kennt nicht von uns die wohltuende Wärme einer Hühnerbrühe?

Wer keine 4 Stunden Zeit für ein Suppenhuhn hat, dem empfehle ich heute mein ganz persönliches "Sauerkraut-Aufwärmsüppchen", das braucht nicht ganz so lange:

Zutaten (4 Personen):

500 g Sauerkraut aus dem Fass
100 g gekochter Schinken
2 Majoran-Bockwürste
50 g fetter Speck
50 g Bauchspeck
2 große Kartoffeln
2 Tomaten
3 mittelgroße Zwiebeln
3 Zehen Knoblauch
1- 2 Chilischoten
1 l Fleisch- oder Gemüsebrühe
Salz, schwarzer Pfeffer, Edelsüß-Paprika
Schmand, Petersilie

Zubereitung:

Den fetten Speck würfeln und ausbraten. Darin den gewürfelten Bauchspeck, den in Streifen geschnittenen Schinken und die in Scheiben geschnittenen Bockwürste kräftig anbraten. Dann die grob gewürfelte Zwiebel mit durchschwitzen.

Hitze reduzieren und 1 EL mildes Paprikapulver darüber streuen. Durchrühren und das Sauerkraut dazugeben (mit der im Beutel abgelaufenen Lake). Das Kraut vorher mit den Fingern etwas auflockern und gegebenenfalls kleiner schneiden. Alles verrühren und mit der Brühe auffüllen.

Nun die entkernten und kleingeschnittenen Chilis und den gewürfelten Knoblauch dazugeben. Alles etwa 15 Minuten köcheln lassen. Dann die gewürfelten Kartoffeln und Tomaten dazugeben und nochmals 15 Minuten köcheln. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.

Vor dem Servieren in jede Portion 1 EL Schmand geben und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Tipp: Die Suppe lässt sich gut vorbereiten, im Kühlschrank aufbewahren und vor dem eigenen "Aufwärmen" aufwärmen. Nimmt man statt der Kraut-Bockwürste Knacker oder Cabanossi, wird die Suppe im Geschmack noch kräftiger. Vorsicht beim Salzen, Sauerkraut, Wurst und Speck geben schon viel davon ab.

Vegetarier wie unser Frischluft-Fan Peter lassen Wurst und Speck weg, schwitzen die Zwiebel in etwas Öl an und nehmen nur Gemüsebouillon.

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Frauen frieren zwar - sind aber dennoch ganz schön widerstandsfähig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Viel Erfolg beim Aufwärmen wünscht Heidi Driesner.

Quelle: ntv.de