Kino

Vin Diesel gibt Stoff "Bloodshot" fordert Marvel und DC heraus

Dass er ordentlich zulangen kann, hat Mucki-Mime Vin Diesel schon in vielen Filmen zur Schau gestellt. Doch was kommt raus, wenn sich zu seinen Muskelpaketen auch noch übernatürliche Superkräfte gesellen? "Bloodshot" - ein Film, der "X-Men" und Co die Stirn bieten will.

Ob "Batman", "Superman", "Aquaman", "Wonder Woman" und die "X-Men" oder "Spider-Man", "Iron Man" "Ant-Man", die "Guardians of the Galaxy" und "Avengers" - die Liste der Superhelden aus den Comic-Dynastien DC und Marvel ist ellenlang und mittlerweile schier unüberschaubar. Doch natürlich haben die beiden Branchen-Krösusse das Genre der übernatürlichen Helden nicht für sich gepachtet.

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Leg dich nicht nicht mit "Bloodshot" (Vin Diesel, l.) an.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

So mischte in den 90er-Jahren etwa auch der Comic-Verlag Valiant, gegründet von einem Ex-Marvel-Mitarbeiter, kräftig in der Sparte mit. Eine seiner Figuren: "Bloodshot", ein ehemaliger Soldat, dessen Blut von unzähligen Nanorobotern bevölkert wird, die alle Verletzungen blitzschnell heilen und ihren Wirt damit nahezu unsterblich machen.

Diesel statt Leto

Vermutlich war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser Konkurrent von "X-Men" und Co auf der Leinwand zum Leben erwachen würde. Angeblich war zunächst der wandelbare Jared Leto für die Titelrolle von "Bloodshot" alias Ray Garrison im Gespräch. Doch am Ende fiel die Wahl dann doch auf Vin Diesel.

Das allein mag einiges über die Stoßrichtung des Streifens verraten, ist der Muskelprotz doch auf ein deutlich engeres Spektrum in seinem Schaffen begrenzt. Bekannt ist Diesel vor allem aus Actionfilmen der Marke "Riddick", "xXx" oder "Fast & Furious". Und als Stimme von "Groot" in "Guardians of the Galaxy" - da schließt sich der Kreis dann wieder.

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Auch als "Bloodshot" darf der 52-Jährige in gewohnter Manier kräftig die Muskeln spielen lassen und möglichst keine Miene verziehen. Und er darf es ordentlich krachen lassen. Verglichen mit der sonstigen Superhelden-Konkurrenz überwiegen in dem Film Radau, Krawall und klassische Action-Szenen mit jeder Menge Gekloppe, Geballer, und Verfolgungsjagden.

Marvel als B-Movie

Und das kommt so: Soldat Garrison hat gerade einen Einsatz in Kenia hinter sich. Hier hat er in einem Spezialeinsatz eine Geiselnahme beendet, nicht ohne ein Blutbad unter den Geiselnehmern anzurichten. Nach getaner Arbeit trifft er in Italien mit seiner Freundin Gina (Talulah Riley) zusammen, um sich dort mit ihr mal so richtig von den Strapazen zu erholen. Doch das traute Liebesglück währt nicht lange.

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Prost, auf die Wiederauferstehung! "Bloodshot" und KT (Elza González).

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Garrison und Gina werden nun ebenfalls entführt - von einem Psycho-Killer namens Axe (Toby Kebbell). Als Garrison ihm nicht sagen kann, wer den entscheidenden Tipp bei der Geiselbefreiung gegeben hat, macht Axe kurzen Prozess. Erst tötet er Gina, dann befördert er auch Garrison ins Jenseits. Fast jedenfalls. Denn der Soldat feiert in einem Labor des Wissenschaftlers Emil Harting (Guy Pearce) und dessen Assistentin KT (Elza González) Wiederauferstehung. Möglich machen das die Nanoroboter in seinem Blut. So wie der zu "Bloodshot" mutierte Garrison nach und nach sein Gedächtnis wiederfindet, steigt sein Durst nach Rache an dem Mörder seiner Freundin und seines früheren Ichs. Doch ist wirklich alles so, wie es scheint?

Dass elitäre Filmkritiker dem Streifen nicht viel abgewinnen werden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Tatsächlich mutet "Bloodshot" angesichts seines vergleichsweise geringen Budgets auch ein wenig wie eine B-Movie-Variante der inzwischen auf Hochglanz gelackten und sündhaft teuren Marvel- und DC-Verfilmungen an. Gleichwohl punktet Vin Diesels Superhelden-Inkarnation mit einem durchaus originellen Plot und einigen unerwarteten Wendungen und ist damit besser als ihr jetzt schon absehbarer Ruf. Ein Proll im sonst so geschniegelten Superhelden-Reigen? Warum eigentlich nicht?!

"Bloodshot" läuft ab sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de