Kino

Matt Damon ist wieder Jason Bourne "Hoffentlich bin ich besser als damals!"

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Zum vierten Mal ist Matt Damon in der Rolle des Jason Bourne zu sehen.

(Foto: Universal Pictures)

Fast zehn Jahre ist es her, dass Matt Damon als Jason Bourne im Kino zu sehen war. Nun gibt er erneut den Action-Helden. Im Gespräch mit n-tv.de erzählt er, welche Stunts er selber spielt und wieso Schauspielerei eigentlich wie zaubern ist.

n-tv.de: Wie war es für dich, nach so langer Zeit noch einmal in die Rolle des Jason Bourne zu schlüpfen?

Matt Damon: Ich liebe es, diesen Charakter zu spielen. Als Paul [Greengrass, der Regisseur des Films, Anm. d. Red.] und ich uns zusammengesetzt haben, waren wir fasziniert davon, wie anders die Welt 2007 noch aussah. Damals war Bush noch Präsident, die Social-Media-Firmen waren weit davon entfernt, internationale Megakonzerne zu sein. Heute haben sie so viel Macht wie Regierungen. In weniger als einem Jahrzehnt hat sich die Welt total verändert. Deswegen war es Zeit, Jason Bourne zurückzubringen und ihn in diesem neuen Szenario zu platzieren.

Als 2007 "Das Bourne Ultimatum" mit Jeremy Renner in der Hauptrolle anlief, warst du nicht mit von der Partie. Wieso hast du den Film damals ausgesessen?

Universal musste damals einen weiteren Bourne-Film rausbringen. Das war der Deal mit den Erben von Robert Lodlum [dem Autor der Romanvorlagen, Anm. d. R.]. Aber Paul und ich hatten keine passende Geschichte im Kopf. Dafür hatte Tony [Gilroy, Regisseur von "Das Bourne Vermächtnis", Anm. d. Red.] eine Idee, wie man das Bourne-Universum ausbauen könnte.

Und würdest du jetzt noch einen Bourne-Film drehen?

Wenn Paul nochmal Lust hat … Aber ich denke, da werden noch ein paar Jahre ins Land gehen, bevor wir darüber entscheiden. Ich habe ja nicht einmal damit gerechnet, dass wir diesen Film drehen würden.

Die Figur des Jason Bourne hat das Genre des Agentenfilms damals revolutioniert.

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"Jason Bourne" ist der fünfte Film aus dem Bourne-Universum.

(Foto: Universal Pictures)

Das stimmt wohl. Als ich Doug Liman [einer der Regisseure des ersten Bourne-Films "Die Bourne Identität", Anm. d. R.] das erste Mal getroffen habe, hat er zu mir gesagt: "Mit James Bond kann ich nichts anfangen. Er hat Wertevorstellungen, die sich mit meinen nicht vertragen. Ich glaube, dass wir einen neuen Agenten kreieren können, der unser Agent ist, für unsere Generation!" Damit hatte er verdammt recht.

Was ist das Besondere an Jason Bourne?

Ich habe das Gefühl, die Leute können zu ihm leichter einen Bezug aufbauen: Wir gegen die anderen. Bond hingegen ist "die anderen". Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass er sich inmitten einer gewaltsamen Demonstration bewegen würde. Bourne passt da rein.

Hat sich bei dir über die Jahre in Sachen Schauspielerei etwas verändert?

Ich spiele die Rolle seit 16 Jahren - hoffentlich bin ich heute besser als damals! Wenn man älter wird, wird man weiser. Man sammelt Lebenserfahrung und das macht einen auch zu einem besseren Schauspieler.

"Jason Bourne" wurde unter anderem in Las Vegas gedreht. Da hast du dich doch sicher auch mal am Glückspiel versucht, oder?

Ja, aber ich komme immer so plus minus null raus. Wenn man beim Blackjack keine Karten zählt, hat man eine 45-prozentige Gewinnchance. Bei Poker ist das anders, da kommt es auf die Fähigkeiten an. Aber dafür muss man viel Zeit einplanen, dazu bin ich nicht gekommen.

Wie habt ihr das geschafft, dass ihr diese irre Crash-Szene auf dem Strip drehen konntet? Normalerweise bekommt man die Straße doch sicher nicht so einfach gesperrt …

Ich konnte es auch nicht glauben. Man ist uns da seitens der Stadt sehr entgegengekommen. Wir haben im Januar gedreht, da wird vor Ort am wenigsten Umsatz gemacht. Von Mitternacht bis Sonnenaufgang durften wir uns austoben - aber nur unter der Woche.

Die Szene ist besonders eindrucksvoll geworden!

Wenn man so etwas schon mal machen darf, muss es auch spektakulär sein. Wir haben vor dem Hotel Bellagio gedreht. Da waren wir damals auch für "Ocean's Eleven". Es ist schon verdammt schwer, eine Drehgenehmigung für den Bürgersteig zu bekommen. Und jetzt waren wir mitten auf der Straße!

Durftest du beim Dreh denn selber fahren?

Ich habe mich nie besonders für Autos interessiert. Manche Szenen im Auto drehe ich selbst, das ist meine einzige Gelegenheit, mal ordentlich Gas zu geben oder sogar zu driften. Das macht natürlich Spaß, aber viel weiter reicht mein Enthusiasmus da nicht.

Gibt es Action-Szenen, die für dich grundsätzlich nicht infrage kommen, weil du davor zu viel Angst hast? Vielleicht was mit Höhe, was mit Feuer?

Ich habe vor allem Angst! (lacht) Ich versuche, in der Hinsicht so wenig wie möglich zu machen. Es sieht einfach immer besser aus, wenn die Stunt-Leute solche Sachen übernehmen.

Tom Cruise erledigt seine Stunts selbst …

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Solche Schauspieler wie Tom Cruise gibt es nur sehr selten, der ist in der Hinsicht tatsächlich ziemlich talentiert. Vor ein paar Jahren haben wir uns zum Essen getroffen. Da hat er mir erzählt, wie es zu der Szene in "Mission Impossible - Phantom Protokoll" gekommen ist, in der er die Fassade des höchsten Gebäudes der Welt entlangrennt. Tom hat seinem Sicherheitsexperten erklärt, was er vorhat. Der hat daraufhin gesagt: "Auf keinen Fall, das ist zu gefährlich!" Also hat Tom sich einen neuen Sicherheitstypen organisiert. Wenn der Sicherheitsexperte Nein sagt, würde ich nicht im Traum auf die Idee kommen, etwas trotzdem zu machen.

Aber du gibst dir doch beim Dreh zu einem Film wie "Jason Bourne" so viel Mühe, Muskeln aufzubauen …

Das ist wie bei einem Zaubertrick: Gemeinsam mit 200 anderen Leuten versuche ich das Publikum davon zu überzeugen, dass unser Schauspiel echt ist. Damit der Zaubertrick funktioniert, muss man auf jedes Detail achten. Außerdem spiele ich die Faustkämpfe selbst!

Und was ist mit den Szenen auf dem Motorrad?

Das bin nur bei einem ganz kleinen Teil der Einstellungen ich. Jason Bourne ist in allem Experte. Also müssen wir uns für all die verschiedenen Dinge, die Bourne unternimmt, einen Experten suchen, der das glaubhaft rüberbringen kann. Für die Motorradszenen haben wir einen erfolgreichen Endurosportler engagiert, Paul. Der war etwas so groß und so schwer wie ich, hat eine Perücke aufbekommen und dann Dinge angestellt, für die man mich nicht versichern könnte. Dann war da noch Neil, ein wahnsinnig begabter Kletterer. Der ist in einem Take ein Gebäude heruntergeklettert - neun Mal hintereinander. Ich musste nur an der Fassade hängen und konnte mich gerade mal fünf Sekunden halten.

Und dann bekommst du noch von ganz anderer Seite Unterstützung: Im Abspann von "Jason Bourne" wird dein Koch gewürdigt. Was hat es damit auf sich?

Gemüse, Proteine - das ist alles ziemlich speziell, was ich zu essen bekomme. Ich bin 45 Jahre alt. Würde sich nicht permanent jemand um meine Ernährung kümmern, würde ich nicht so aussehen!

Mit Matt Damon sprach Anna Meinecke

Quelle: n-tv.de

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