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Depp as Depp can Piraten der Karibik stechen erneut in See

Langsam fängt es an, wirklich lustig zu werden mit den "Pirates of the Caribbean". Johnny Depp ist eins mit seiner Rolle, die Frauenfigur endlich vernünftig besetzt, Geoffrey Rush herrlich wie immer, Javier Bardem widerlich und Paul McCartney macht keine Musik.

Er nuschelt, er torkelt, er ist einfach irre: Captain Jack Sparrow. Und man kann es nicht anders sagen: Er ist auch wirklich vom Pech verfolgt. Denn einmal mehr hat sich der Schicksalswind gedreht und mordlustige Geister-Matrosen, die dem berüchtigten "Teufels-Dreieck" entkommen sind, jagen alle Piraten auf hoher See - ganz oben auf ihrer Liste steht natürlich Captain Jack Sparrow! Sein alter Erzfeind, der furchteinflößende Captain Salazar (Javier Bardem), führt die Bande an. Jacks einzige Überlebenschance besteht darin, den legendären "Dreizack des Poseidon" zu finden, ein mächtiges Artefakt, das seinem Besitzer völlige Kontrolle über die Meere verleiht.

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Eine Hexe? Vielleicht, aber vor allem klug!

(Foto: AP)

Er ist aber nicht der einzige, der scharf ist auf den Zacken: Die Jagd nach dem "Trident" zwingt Jack dazu, ein Bündnis mit der ebenso brillanten wie schönen Mathematikerin und Astronomin Carina Smyth (Kaya Scodelario) und dem eigenwilligen jungen Royal-Navy-Matrosen Henry (Brenton Thwaites) einzugehen. Beide haben natürlich ihr eigene Agenda: Henry studiert schon seit seiner Kindheit sämtliche Seekarten, die er in die Finger bekommt, um seinen Vater Will Turner (Orlando Bloom) zu finden.

Um an den Dreizack zu gelangen, braucht Henry die Hilfe Sparrows und dessen magischen Kompass. Deshalb hat Henry an Bord eines Piratenjägerschiffs angeheuert - aber anstatt mit Sparrow bekommt es die britische Crew mit Geisterkapitän Salazar zu tun, der alle Soldaten ermordet hat und nur Henry am Leben lässt, um Sparrow zu finden. Natürlich finden sich Carina und Henry nicht ganz unattraktiv, natürlich funktioniert das Ganze nach dem Prinzip "was sich neckt, das liebt sich", natürlich sind die Tricks noch bombastischer als in allen Vorgängerfilmen und in 3D kann der Zuschauer an der einen oder anderen Stelle schon mal seekrank werden.  

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Ach, Geoffrey!

(Foto: AP)

Dass die bereits erwähnte Carina eine überaus emanzipierte, geradezu karriereorientierte Frau ist, führt auf der einen Seite natürlich zu ergebnisorientiertem Handeln und nicht nur zu den üblichen - wenn auch wieder grandiosen - Kampfszenen und Meucheleien, sondern auch dazu, dass uns klar wird, was für schlimme Zeiten es einst waren für kluge Frauen, wenn sie drohten auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden - wegen Hexerei.

Story? Welche Story? Egal!

Doch während früher Penelope Cruz mitspielen durfte, haben wir dieses Mal Glück und sie passt auf die Kinder auf und lässt den Gatten machen: Javier Bardem ganz "Bond"-mäßig als Bösewicht, dafür aber recht durchsichtig und nur noch in Teilen vorhanden.

Auch andere alte Bekannte tauchen auf, einige überflüssig. Aber an diesen Fakten herumzukritisieren wäre so, als würde man an der Story einer "Pirates of the Caribbean"-Folge herumnölen, denn die Story ist nach wie vor nicht so wichtig. Wichtig ist, dass das Wasser geteilt werden kann. Wichtig ist die von den Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg umgesetzte Action. Das Herzblut im Film ist wichtig. Da fragt auch keiner mehr danach, dass der Film doch sehr viel teurer geworden ist als vorgesehen - und das, obwohl er billiger als die anderen sein sollte. Egal. Er wird laufen. Wichtig ist vor allem der Spaß. Und der kommt nicht zu kurz. Und wichtig ist, dass das Gleichgewicht zwischen Stones und Beatles hergestellt wurde: Um Keith Richards zu erkennen, brauchte es in den Teilen drei und vier nicht so viel Fantasie - um Paul McCartney jetzt zu identifizieren, schon.

Das ist beste Unterhaltung, diesen Film zu sehen, auch wenn nicht wirklich was Neues passiert. Aber manchmal ist es ja auch gut, wenn alles so bleibt, wie es ist.

"Pirates of the Carribbean: Salazars Rache" startet am 25. Mai in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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