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Tod in Tüten Der Dortmunder "Tatort" im Schnellcheck

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Tun gefährliche Dinge mit Plastiktüten: die Kommissare

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Die Notaufnahmen deutscher Kliniken ächzen unter Personalmangel und Überlastung, jeder Tag ist ein Ausnahmefall. Da kommt die tote Ärztin, die in einer Dortmunder Notaufnahme gefunden wird, maximal ungelegen. Kommissar Faber und sein Team ermitteln.

Das Szenario

Im Pausenraum der Notaufnahme einer Dortmunder Klinik wird eine Ärztin gefunden. Die Frau ist nicht nur halbnackt, sondern wegen der Plastiktüte über ihrem Kopf auch ziemlich tot. Einen Selbstmord können Kommissar Faber (Jörg Hartmann) und sein Team zwar relativ schnell ausschließen, alles andere bleibt aber im Dunkeln verborgen: War es ein Sexunfall? Oder doch kaltblütiger Mord?

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Kommissarin Dalay (Aylin Tezel, l.) ist schockiert ob der Zustände in der Notaufnahme.

(Foto: WDR/Thomas Kost)

Der Tod der Kollegin lässt das Krankenhauspersonal zunächst erstaunlich kalt. Schuld daran ist das Krankenhaus selbst: Die Notaufnahme ist chronisch unterbesetzt, die Angestellten schieben pro Monat teilweise Überstunden im dreistelligen Bereich und gehen permanent auf dem Zahnfleisch. Wenn dann auch noch eine der Pflegerinnen neben ihrer normalen Arbeit verletzte Tiere mit auf Station nimmt, um sie gesund zu pflegen, wird schnell klar: Nicht wenige der Menschen, die hier arbeiten, benötigen selbst Hilfe. Der perfekte Nährboden also für einen Manipulator, wie Faber am eigenen Leib herausfindet.

Die eigentliche Botschaft

"Inferno" skizziert den alltäglichen Wahnsinn in deutschen Kliniken leicht überspitzt, aber durchaus gekonnt - und zeigt auf, wie gefährlich so ein Notstand ausgerechnet in einem so kritischen Bereich wie dem Gesundheitswesen sein kann.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Faber spielt zusammen mit Kollegin Bönisch (Anna Schudt) den Tathergang nach und übertreibt es dabei mal wieder maßlos: Der psychisch instabile Kommissar lässt sich zu tief in die Rolle des Täters hineinfallen und erwürgt Bönisch beinahe. "Warum hören Sie auf? Das war doch gut so", will die Kollegin wissen, als sie wieder atmen kann.

Der Plausibilitätsfaktor

Hoch. Wenig Personal, viele Überstunden, lange Wartezeiten, gereizte Patienten: Das ist mittlerweile Standard in vielen deutschen Notaufnahmen.

Die Bewertung

8,5 von 10 Punkten. "Inferno" ist ein düsterer Krimi, wie ihn im deutschen Fernsehen nur die Dortmunder in gleichbleibend hoher Qualität abliefern.

Quelle: n-tv.de

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