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"Die Pfalz von oben" Der Ludwigshafener "Tatort" im Schnellcheck

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Am Tatort treffen Lena Odenthal und Stefan Tries aus Zarten wieder aufeinander. Es geht um einen neuen Fall, aber auch Erinnerungen werden wach.

(Foto: SWR/Benoît Linder)

"Das Problem mit der Gesetzlosigkeit ist, dass einen dann auch kein Gesetz mehr schützt" - eine Einsicht, die für den korrupten Dorfpolizisten Stefan Tries zu spät kommt. Bis es ihn jedoch dahinrafft, gibt es Kohle, Koks - und Körperkontakt mit Lena Odenthal. Ein Jubiläums-"Tatort", der es krachen lässt.

Das Szenario

Auf dem Polizeirevier von Zarten gehen die Dinge ihren eigenen Gang. Abends schaut man gemeinsam das Spiel vom FCK, auf den hier alle stehen. Der Chef, Stefan Tries (Ben Becker), ein äußerlich grober Typ mit Schnurre und Wampe, stellt einen Sixpack Bier auf den Tisch, die Stimmung steigt. Alles ist bereitet für einen hopfenhaltigen Fußballabend, es könnte so schön werden - wenn da nicht der ehrgeizige Benny Hilpert (Max Schimmelpfennig) wäre. Den zieht es hinaus auf Streife, der will nach dem Rechten sehen. Tries lässt sich schließlich erweichen und begleitet ihn im Peterwagen. Kurz darauf ist Hilpert tot, erschossen bei einer Fahrzeug-Kontrolle.

3_Tatort_Die_Pfalz_von_oben_1991 In ihrem dritten Fall „Tatort – Der Tod im Häcksler“ arbeitet Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in Zarten in der Westpfalz mit dem jungen Ortspolizisten Stefan Tries (Ben Becker) zusammen.jpg

Schon 1991 arbeitete Lena Odenthal in Zarten mit Stefan Tries zusammen.

(Foto: SWR/Johannes Hollmann)

Das wiederum ruft die Kollegen aus der Stadt auf den Plan. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Team machen sich auf nach Zarten, richten im Kegelkeller eines Restaurants eine provisorische Zentrale ein und beginnen mit den Ermittlungen. Nicht nur, dass diese bei einem Polizistenmord ohnehin überaus knifflig sind, umso schwieriger wird es durch die privaten Verstrickungen Lena Odenthals mit dem Zartener Revierchef. Die beiden kennen sich von einem früheren Fall - und die Gefühle, die die beiden damals füreinander hegten, scheinen auch 28 Jahre später nicht ganz erkaltet zu sein.

Die eigentliche Botschaft

Die Sache mit den Botschaften ist so ziemlich das Einzige, was man diesem "Tatort" vorwerfen kann. So stimmungsvoll und risikofreudig hier geplottet wird, so flach sind einige der Drehbuch-Zeilen.

Tries: "Leben und Leben lassen."

Odenthal: "Es gibt Gesetze."

Tries: "Hier sind wir das Gesetz."

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Eine Kommissarin, die kokst! Hatte es das zuvor überhaupt schon einmal gegeben beim altehrwürdigen "Tatort"? Kommissare auf Tabletten, Schimmi auf Schnaps, Boerne auf Chateau Lafitte, alles gut und schön. Aber Lena Odenthal, die sich bei Musik von Bob Dylan, einem Glas Wein und den tiefen Blicken des Kollegen mal eben eine Linie kolumbianisches Marschierpulvers genehmigt, das hat es schon in sich. Darüber wird zu reden sein.

Der Plausibilitätsfaktor

Der Flirt mit der Vergangenheit, der schwache Moment in puncto Drogen auf Odenthals Seite der Geschichte, die süßen Verlockungen für die korrumpierte Polizei abseits der Großstadt andererseits, alles durchaus plausibel.

Die Bewertung

9 von 10 Punkten. Zur Feier des Tages geht bei Lena Odenthal alles - Alkohol, Drogen und ein One-Night-Stand mit der Vergangenheit. Herzlichen Glückwunsch! Auch zum 30-jährigen Dienstjubiläum natürlich.

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Quelle: n-tv.de

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