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Senta, die Mörderpuppe Der Münchner "Tatort" im Schnellcheck

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Sind einem Lynchmörder auf der Spur: Leitmayr (Udo Wachtveitl, l.) und Kalli (Ferdinand Hofer)

BR/Michael Schreitel/Tellux-Film

Ein blutrünstiger Weihnachtsmann geht mitten im Hochsommer in München um und schneidet Kinderschändern die Genitalien ab. Auf die Spuren der Männer bringt den Kapuzenträger eine sprechende Puppe. Klingt abgedreht, ist aber hochspannend.

Das Szenario

In einem noblen Münchner Haushalt geschieht Seltsames: Die kleine Lena behauptet felsenfest, ihre Puppe könne reden und hätte den Weihnachtsmann angekündigt - mitten im Sommer. Und tatsächlich steht noch in der gleichen Nacht der Kapuzenträger vor der Tür und bittet um Einlass. Lena, artig wie sie ist, zögert nicht lange, und öffnet die Gartentür. In seinem Sack hat der Weihnachtsmann indes keine frohen Gaben dabei, sondern lediglich ein mit Schlafmitteln versetztes Plätzchen und ein enormes Buschmesser. Mit dem Plätzchen schickt Santa die kleine Lena in den Schlaf, die Machete ist für das schlafende Ehepaar reserviert - speziell für die Genitalien des Vaters.

"Wir kriegen euch alle" beginnt mit einem Schocker und geht ebenso schockierend weiter. Lenas bestialisch ermordeter Vater stellt sich als Kinderschänder heraus, die Mutter als stille Mitwisserin. Und die Mordserie steht offenbar gerade erst am Anfang: Lena wurde von der per Smartphone ferngesteuerten "Smartpuppe" Senta verführt. Und sie ist nicht allein: Die Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) finden heraus, dass noch 22 weitere Puppen im Umlauf sind. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die eigentliche Botschaft

Häusliche Gewalt und Missbrauch sind in Deutschland leider kein seltenes Phänomen: Polizeilich erfasst wurden allein im vergangenen 13.539 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Über die Frage, wer seinen Kindern bitteschön so gruseliges Spielzeug wie die Mörderpuppe Senta mit ihren eisblauen Augen ins Schlafzimmer stellt.

Der Plausibilitätsfaktor

Gar nicht mal so niedrig: 2017 machte eine Puppe namens "My Friend Cayla" Schlagzeilen, die wie Senta ein Smart Toy ist - und im Verdacht stand, ihre Besitzer auszuhorchen. Die Bundesnetzagentur verfügte damals, dass die Puppe eine "verbotene Sendeanlage" darstellt und wies Käufer des Spielzeugs an, sie zu zerstören.

Die Bewertung

8 von 10 Punkten. "Wir kriegen euch alle" ist ein überdurchschnittlich spannender Horrorthriller mit einem ausgefallenen Erzählansatz.

Quelle: n-tv.de

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