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Väter und Söhne Der Rostocker "Polizeiruf" im Schnellcheck

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Katrin König (Anneke Kim Sarnau,l) und Sascha Bukow (Charly Hübner) befragen Michael Nordens Mutter (Cornelia Heyse, r).

(Foto: dpa)

Koks in der Blutbahn, ein Toter vor seinem Haus, ein unehelicher Sohn, dessen Mutter Ansprüche anmeldet - der einstige Erfolgstyp Michael Norden hat einiges an Problemen. Ein Umstand, den er mit Katrin König teilt, der weder Schnaps noch Bukow so richtig helfen können. In Rostock läuft es nicht rund.

Das Szenario

Die Villa, in der Michael Norden (Tilman Strauß) residiert, lässt auf einen finanziell mehr als saturierten Background seines Besitzers schließen. Doch die fetten Jahre sind vorbei. Lange Zeit scheffelte der skrupellose Geschäftsmann mit Termingeschäften Millionen, zuletzt geriet das Business jedoch in Schieflage. Jetzt bekommt Norden die harten Bandagen zu spüren, die ihn einst selbst erfolgreich machten. In seiner Auffahrt liegt plötzlich ein Toter und die Polizei - in Gestalt von Alexander Bukow (Charly Hübner) - ist auch schon da. Doch bevor der sich überhaupt an die Aufklärung machen kann, ist Norden schon auf der Flucht.

Es gibt also einiges an Arbeit für Bukow, Kollegin König (Anneke Kim Sarnau) und das Team. Die Ermittlungen führen die Rostocker Kommissare zu Familie, Freundin und ehemaligen Geschäftspartnern des Tatverdächtigen. Aus dem Mordfall wird so nach und nach ein Familiendrama, im Mittelpunkt dessen Ex-Freundin Beate Hövermann (Katharina Behrens), deren Sohn Jon (Oskar Belton), so stellt sich im Verlauf der Geschichte heraus, der Filius von Michael Norden ist.

Die eigentliche Botschaft

Karma is a bitch? Eher nicht. Die Vergangenheit mag sich für ein paar Jahre, gar Jahrzehnte auf die Seite legen, irgendwann jedoch reckt und streckt sie sich und startet eine Offensive Richtung Gegenwart. Lange lief es für Michael Norden schnurgeraderaus, mit dem Niedergang im Business rumort es nun plötzlich auch privat.

Darüber wird in der Mittagspause geredet

Katrin Königs Flachmann könnte ein Thema sein. Was ist wohl drin ist, wer von den Kollegen hat ebenfalls einen - und ob man den denn wirklich so offensichtlich im Ablage-Schuber liegen lassen würde?

Der Plausibilitätsfaktor

Skrupelloser Businesstyp marschiert an die Spitze, bis ihn seine privaten und geschäftlichen Verfehlungen einholen - im Kern ein klassischer Plot, dem es nicht an Realismus und Wahrhaftigkeit fehlt. Die Figuren jedoch erzählen diese Geschichte mit oft Scherenschnitt-artiger Dramaturgie, langatmig und sich wiederholend.

Die Bewertung

5 von 10 Punkten. An Bukow/König führt nach wie vor kein Weg vorbei, dennoch - der Rostocker "Polizeiruf" büßt etwas an Kredit ein.

Quelle: ntv.de