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"Die Höhle der Löwen" Leckere Brat- und miefende Campingwürste

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Bei manchen Produkten ist bei den Löwen voller Körpereinsatz gefordert. Hier testet Orthomol-Chef Nils Glagau Wurfpfeil-Kameras.

(Foto: TVNOW)

Ein Wiederkehrer mit "schmackofatzigen" Argumenten und zwei Business-Greenhorns mit der Lizenz zum Reinemachen: In der Löwenhöhle schließt sich der Oben-rein-und-unten-wieder-raus-Kreis.

In der Löwenhöhle teilen sich die Start-up-Auftritte meist in zwei Lager. Da gibt es auf der einen Seite die eher unaufgeregten, seriösen Pitches, bei denen man das Gefühl hat, dass es am Ende in puncto Entscheidung einzig allein darum geht, ob sich ein Investor innerhalb des Gründer-Produkt-Paketes in irgendeiner Art und Weise wiederfindet. Diesen Auftritten gegenüber stehen düsentriebsche Mixturen aus skurrilem Ideenreichtum und unbändigem Selbstbewusstsein. Bei letztgenannten Pitches geht es mehr um Einzigartigkeit, das Austesten von Grenzen und natürlich auch "um die Weltherrschaft".

Marvin Kruse beispielsweise ist sich sicher, dass er diesbezüglich genau auf dem richtigen Weg ist. Im Experimentier-Universum des unermüdlichen Stehaufmännchens aus Bremen (Marvin ist bereits zum dritten Mal zu Gast in der Löwenhöhle) wird die Menschheit aber nicht mit Waffengewalt, sondern mit nicht enden wollendem Bratwurst-Konsum geknechtet.

Start-up-Checker mit Bart und Durchhaltevermögen

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Der "Brad Brat" war Marvin Kruses dritter Anlauf in der Show.

(Foto: TVNOW)

Zwei "Brad Brat"-Läden hat der bärtige Start-up-Checker bereits "ordentlich am Laufen". Mit dem Geld der Löwen sollen noch mindestens acht weitere Bratwurst-Shops dazu kommen. Danach soll die Zauberformel "Franchising" greifen und dem Unternehmer und seinen Investoren einen Geldregen bescheren, den die Welt noch nicht gesehen hat.

Zunächst hören alle Anwesenden auch noch aufmerksam zu. Während Marvin mit unternehmerischen Luftschloss-Superlativen nur so um sich schmeißt, lassen sich die Löwen "schmackofatzige" Bratwurstscheiben schmecken. Kaum sind die Mäuler aber abgewischt gibt es von Seiten der Investoren "Butter bei die Fische". Und plötzlich wird es ganz still rund um den "Brad Brat"-Thron.

Die Wurst schmecke zwar "saugut", so Georg Kofler. Aber das war's dann auch schon. Die Investoren sind sich sicher: Die Kombination aus Franchising-Träumereien und zu viel Selbstbewusstsein ist zu explosiv. Alle steigen aus. Marvin versteht die Welt nicht mehr und ärgert sich backstage über "mutlose" Löwen. Kommt er nächstes Jahr nochmal wieder? "Auf keinen Fall", poltert der "DHdL-Menderes". Die "Weltherrschaft" muss nun von anderer Stelle mitfinanziert werden.

Eben oben rein, jetzt unten raus

Auch Simon Freutel und Ralf Winkelmann parken mitsamt ihrer Erfindung in der Düsentrieb-Schublade mit der Aufschrift "Verrücktes Zeugs!". Während es bei "Brad Brat"-Marvin um Dinge ging, die oben reinkommen, beschäftigen sich Simon und Winkelmann um Geschäfte, die unten rauskommen.

Um möglichst schnell alle Unklarheiten zu beseitigen, fallen die beiden Mönchengladbacher Tüftler auch gleich mit der Tür ins Haus: "Wir wollen mit eurer Hilfe aus Scheiße Geld machen!", schallt es durch die Löwenhöhle.

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Die Plastikkiste "Camping Butler" ist mit 15.000 Euro doch etwas teuer.

(Foto: TVNOW)

Ein dauerhafter Einstieg in die miefende Pupukaka-Branche? Das geht Beauty-Queen Judith Williams natürlich gänzlich gegen den Strich. Schnell rollt die Investoren mit den Augen und hält sich die Nase zu.

Fäkalienroboter mit eingebauter Saubermach-Garantie

Aber um was genau geht es eigentlich? Ralf Dümmel schreitet als Erster zur Tat und stellt sich als "Camping Butler"-Vorführ-Tester zur Verfügung. Sekunden später atmen alle Löwen auf. Der Dixi-Klo-große Fäkalienrobotor mit der eingebauten Saubermach-Garantie ist eine "tolle Idee" (O-Ton Ralf Dümmel) und macht in Zeiten zunehmender Camping-Exzessen durchaus Sinn. Das Dumme ist nur: So eine Kiste ist ganz schön teuer (15.000 Euro!). Hinzu kommt, dass Simon und Ralf weder Marktkenntnisse noch irgendwelche spannenden Geschäftszahlen am Start haben. Und so zeigen auch nach dem zweiten "Crazy"-Pitch des Abends alle Löwendaumen nach unten.

Natürlich sitzt auch bei Simon und Ralf der Frust tief. Die Abteilungen "Attacke" und "Irgendwer muss sich ja drum kümmern" gehen diesmal leer aus. Aber eingefleischte Kenner des Formats wissen, dass es auch anders laufen kann.

Die Tatsache, dass diesmal Neu-Gründer mit flauschigen Schutzstreifen für Staubsauger ("Protect Pads"), fliegenden Wurfpfeil-Kameras ("Aer") und knetweichen Softgel-Zehentrenner ("GoBunion") mehr "Deal"-Glück hatten, soll und darf der Euphorie im Lager all derer, die mit ihren Erfindungen und ihrem Auftreten einen Schritt weiter gehen, keinen Abbruch tun. Eine DHdL-Staffel ohne echte Typen und verrückte Produkte wäre nämlich nur halb so interessant. Darauf einen schmatzofatzigen "Braddy Burger"!

Quelle: n-tv.de

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