Politik
Schwelender Konfliktherd: Eine Frau schaut sich eine Karte der innerkoreanischen Grenze an.
Schwelender Konfliktherd: Eine Frau schaut sich eine Karte der innerkoreanischen Grenze an.(Foto: AP)
Mittwoch, 15. November 2017

Atomstreit mit Nordkorea: China schickt Sonderbotschafter zu Kim

Einst galten China und Nordkorea als enge Verbündete. Doch auch in Peking wächst der Unmut angesichts der anhaltenden Atomtests von Kim Jong Un. Kurz nach dem Besuch des US-Präsidenten schickt die chinesische Führung einen Spezialisten nach Pjöngjang.

Chinas Präsident Xi Jinping will inmitten des schwelenden Konflikts um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm seinen Sonderbotschafter nach Pjöngjang entsenden. Song Tao werde am Freitag nach Nordkorea reisen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Diesen Angaben zufolge soll er die nordkoreanische Führung offiziell über die Ergebnisse des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas unterrichten, der alle fünf Jahre stattfindet und im Oktober abgehalten worden war. Beobachter erwarten allerdings, dass Song auch die international scharf kritisierten Atomwaffen- und Raketentests ansprechen wird.

US-Präsident Donald Trump hatte den chinesischen Präsidenten vergangene Woche bei seinem ersten Besuch in China aufgefordert, mehr Druck auf Nordkorea wegen des Atom- und Raketenprogramms auszuüben. Auch Peking ist seit Langem unzufrieden mit dem einstigen Verbündeten. Traditionell waren die engen Kontakte zwischen beiden Seiten meist über die internationale Abteilung des Zentralkomitees und ihres Gegenstücks bei der Arbeiterpartei in Nordkorea gelaufen.

Nordkorea hatte zuletzt Ende Oktober mit einem Atomwaffentest über dem Pazifischen Ozean gedroht. Die Worte von Außenminister Ri Yong Ho sollten wörtlich genommen werden, sagte ein Ministeriumsvertreter dem US-Sender CNN. Der Minister sei mit den Plänen von Staatschef Kim Jong Un sehr vertraut.

Während Trumps Asienreise hatten auch die rhetorischen Gefechte zwischen dem US-Präsidenten und der nordkoreanischen Führung wieder zugenommen. Auf Twitter stellte Trump die Frage, warum Staatschef Kim Jong Un es für nötig halte, ihn als "alt" zu beleidigen. Er würde ihn nie als "klein" oder "fett" bezeichnen. "Ich bemühe mich so stark, sein Freund zu sein, und vielleicht wird es eines Tages dazu kommen!" In einer Reaktion auf die Asienreise hatte Nordkorea den US-Präsidenten als "Kriegshetzer" bezeichnet.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen