Politik

"Wir sind voll im Geschäft" Lindner bestreitet Dahinsterben der FDP

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"Wir sind voll im politischen Geschäft", bekräftige der FDP-Vorsitzende.

(Foto: picture alliance / dpa)

In keinem ostdeutschen Landtag ist die FDP noch vertreten. Parteichef Lindner sieht für die Liberalen jedoch weiter eine große Zukunft. Nach einer "Eisbrecher-Wahl" in Hamburg peilt er für 2017 den Bundestag an.

Der Vorsitzende der FDP will von einem langsamen Ableben seiner Partei nichts wissen. Nach den drei herben Landtagswahl-Niederlagen seiner Partei, bei denen die Liberalen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg aus den letzten drei Parlamenten in Ostdeutschland flogen, ist Christian Lindners Blick klar auf die nächste Wahl im Februar 2015 in Hamburg gerichtet.

"Wir brauchen eine Eisbrecher-Wahl", sagte Lindner und gab sich zuversichtlich, dass der FDP in naher Zukunft eine Trendwende gelingt. Die Tatsache, dass die dortige Vorsitzende Sylvia Canel sich zuletzt mit Verwünschungen gegenüber dem Bundesvorstand zurückgezogen hatte, ficht Linder dabei nicht an.

Der Eindruck, seine Partei sterbe einen schleichenden Tod, sei falsch. Immerhin habe die FDP nach wie vor 67 Abgeordnete in verschiedenen Landtagen und dem Europaparlament und bundesweit 57.000 Parteimitglieder. Auch hätten bei der vergangenen Bundestagswahl rund zwei Millionen Menschen ihr Kreuz bei den Liberalen gemacht. "Wir sind voll im politischen Geschäft", schlussfolgerte der Vorsitzende und gab als langfristiges Ziel eine Rückkehr in den Bundestag 2017 aus.

"Wir sind dann mal weg"

Seine Partei wolle mit "unpopulären Botschaften", wie beispielsweise einem lauten "Ja" zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und einem klaren Bekenntnis zur Marktwirtschaft zur Konkurrenz von Union, SPD, Grünen und AfD absetzen. Mit ihrer aktuellen Politik sei die große Koalition in Berlin für eine "Wohlstandslähmung" verantwortlich.

Lindner dankte auch den den FDP-Wahlkämpfern Uwe Barth und Andreas Büttner, die mit ihren "experimentellen Kampagnen" in einer schwierigen Lage "das möglichste getan" hätten. In Thüringen und Brandenburg versuchte sich die Partei mit Wahl-Slogans "Wir sind mal weg" oder "Keine Sau braucht die FDP" durch Selbstironie als reflektierte Kraft darzustellen. Die Wähler hatten dieser Selbsteinschätzung jedoch wenig hinzuzufügen. Nun sei man in Ostdeutschland eben "wieder auf einem Niveau wie in den 1990er Jahren" und müsse "Pionierarbeit" leisten.  

Die FDP werde niemals als Kopie der zuletzt dreifach erfolgreichen AfD auftreten, um der neuen Kraft auf dem politischen Parkett wieder Wähler abzujagen. Bei den vergangenen drei Landtagswahlen waren etliche ehemalige FDP-Wähler zur "Alternative für Deutschland" gewechselt. "Wir wollen keine Politik machen mit Zorn, Ressentiments oder Opportunismus. Ohne uns", sagte Lindner.

Quelle: n-tv.de, bwe/dpa