Politik

Schlechtester Forsa-Wert SPD stürzt noch weiter ab

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Düstere Aussichten für die SPD: Parteichef Gabriel hat es zurzeit nicht leicht.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Spekulationen um einen Gabriel-Rücktritt, die Debatte über einen Kanzlerkandidaten: Die Unruhe in der SPD schlägt sich bei Forsa drastisch nieder. Dennoch hat die Union keinen Anlass zur Freude.

Die Diskussion über die Zukunft von Parteichef Sigmar Gabriel schadet der SPD. Im Stern-RTL-Wahltrend rutschen die Sozialdemokraten immer weiter ab. In der neuen Forsa-Umfrage kommen sie nur noch auf 19 Prozent und verlieren damit zwei Punkte im Vergleich zur Vorwoche. Es ist das erste Mal bei der seit 24 Jahren von Forsa im Auftrag von RTL durchgeführten Beobachtung, dass die SPD unter die 20-Prozent-Marke fällt.

Ein bisschen Bewegung gibt es auch bei den übrigen Parteien. Die Union verharrt bei 34 Prozent. Die Grünen gewinnen einen Punkt hinzu und liegen bei 14 Prozent. Die AfD klettert von 10 auf 11 Prozent. Die FDP verliert dagegen einen Punkt und kommt nur noch auf 7 Prozent. Die Linken erreichen unverändert 9 Prozent. Der Anteil der sonstigen Parteien steigt von 5 auf 6 Prozent.

Für mögliche Koalitionen nach einer Bundestagswahl hätte ein solches Ergebnis folgende Konsequenzen: Die Mehrheit von Union und SPD schmilzt auf 53 Prozent (Vorwoche: 55). Auch für Union und Grüne würde es reichen, sie kommen zusammen auf 48 Prozent. Rot-Rot-Grün (42) oder eine so genannte Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP (40) haben weiterhin keine Aussicht auf eine Mehrheit.

Während seine Partei sich weiter verschlechtert, geht es für SPD-Chef Gabriel zumindest minimal nach oben. Bei der Kanzlerpräferenz legt er um einen Punkt auf nunmehr 15 Prozent zu. Kanzlerin Angela Merkel verliert zur Vorwoche zwei Punkte, liegt mit 46 Prozent aber immer noch deutlich vor Gabriel. Bemerkenswert: Sogar bei Anhängern der SPD würden sich mehr für Merkel (42) als für Gabriel (34) entscheiden.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, die SPD habe nicht trotz, sondern wegen ihrer Erfolge bei Themen wie Mindestlohn, Rente mit 63 oder der Einschränkung von Leiharbeit die Gunst so vieler früherer Wähler verloren. "Das alles hält zwar eine Mehrheit prinzipiell für richtig - doch wirklich wichtig ist es nur für Minderheiten." Die "arbeitende Klasse" aber, noch immer die Mehrheit der Gesellschaft, fühle sich von der gegenwärtigen SPD nicht mehr vertreten.

Für den Stern-RTL-Wahltrend wurden vom 9. bis zum 13. Mai 2501 Personen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Punkten.

Quelle: ntv.de, cro/rts

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