Ratgeber

Steuernummer nachreichen Alte Freistellungsaufträge werden ungültig

Viele alte Freistellungsaufträge gelten im nächsten Jahr nicht mehr, weil den Banken eine wichtige Information fehlt. Wer seine Kapitalgewinne vorm Finanzamt sichern will, sollte jetzt aktiv werden.

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Banken führen automatisch Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab. Wer das vermeiden will, muss der Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Viele dieser Freistellungsaufträge werden ab dem nächsten Jahr allerdings ungültig. Damit sie weiter greifen, muss man der Bank die Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) mitteilen.

Betroffen sind Bankkunden, die vor dem Jahr 2011 einen unbefristeten Freistellungsauftrag erteilt haben. Damals war auf dem Standardformular des Bundesfinanzministeriums die Steueridentifikationsnummer noch nicht Standard. Erst seit 2011 ist die Abfrage auf dem amtlichen Muster  vorgesehen. Alle, die seitdem einen Freistellungsauftrag abgegeben oder erneuert haben, sind also aus dem Schneider.

Langjährige Kunden müssen zwar keinen komplett neuen Freistellungsauftrag abgeben, bis zum Ende des Jahres sollten sie der Bank aber die Steuer-ID übermitteln. Die Nummer findet man zum Beispiel auf dem letzten Steuerbescheid oder auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Ansonsten kann man beim Bundeszentralamt für Steuern nachfragen.   

Zum Teil haben die Banken die Steuer-ID auch schon auf anderem Wege bekommen. Seit Anfang des Jahres wird im Rahmen der Abgeltungssteuer auch die Kirchensteuer automatisch abgeführt, sofern die Sparer nicht widersprochen haben. Für das Verfahren brauchen die Banken ebenfalls die Steuer-ID und haben sie wenn nötig schon beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt. In solchen Fällen gelten dann auch die alten Freistellungsaufträge weiter, ohne dass man etwas tun muss. .  

Wenn die Steuer-ID ab 2016 fehlt, leiten die Kreditinstitute 25 Prozent der Kapitalgewinne ans Finanzamt weiter. Außerdem den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls noch Kirchensteuer. Besteuert werden Zinsen, aber unter anderem auch für Dividenden oder Erträge aus Investmentfonds. Bis zu einem Freibetrag von 801 Euro (Verheiratete: 1602 Euro) können Anleger Kapitalerträge steuerfrei einstreichen. Viele haben ihr Geld über mehrere Institute verteilt und somit auch mehrere Freistellungsaufträge erteilt. Das macht die Sache natürlich nicht übersichtlicher.

Wenn man die Frist zum Ende des Jahres verpasst, ist aber auch noch nicht alles verloren. Reicht man die Steuer-ID im Laufe des Jahres nach oder erteilt einen neuen Freistellungsauftrag,  wird die bisher einbehaltene Steuer erstattet. Verpasst man auch diese Möglichkeit, kann man sich sein Geld mit der Steuererklärung für 2016  zurückholen.

Quelle: ntv.de, ino

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