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Wenn Vermieter Miete zahlen BFH urteilt zur "negativen Eigenmiete"

Voraussetzung, dass man die eigene Wohnung vermieten kann, ist, dass man selbst nicht darin wohnt. Dann muss man allerdings womöglich selbst Miete zahlen. Kann man die als Werbungskosten verrechnen?

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Vermieter können ihre eigenen Mietausgaben nicht mit den Einnahmen verrechnen.

(Foto: imago stock&people)

Die Idee hat Charme: die eigene Wohnung vermieten und die Mietzahlungen für ein anderes Haus als Werbungskosten bei der Steuer geltend machen. Voraussetzung für die Mieteinkünfte ist schließlich, dass man nicht selbst in den eigenen vier Wänden woh nt. Schade nur für Vermieter, dass Finanzämter dieser Logik in der Regel nicht folgen. Jetzt hat auch der Bundesfinanzhof bestätigt: Immobilienbesitzer können ihre Mieteinkünfte nicht mit eigenen Mietausgaben verrechnen (Az.: IX R 24/13).

Der Fall, um den es ging, hat die Gerichte fast zehn Jahre lang beschäftigt. Ein Ehepaar besaß ein Haus mit zwei Wohnungen. Die untere nutzte der Mann für seine freiberufliche Tätigkeit, oben lebte die Familie. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, zogen die Eltern in ein ruhiger gelegenes Haus um, für das sie rund 1500 Euro Miete zahlten. Gut zwei Jahre später vermieteten sie die beiden Wohnungen im eigenen Haus.

Einen Teil der eigenen Mietzahlungen machte die Frau in der Steuererklärung als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend. Es handle sich um "negative Eigenmiete". Das Finanzamt ließ das nicht gelten und bekam auch vom Finanzgericht recht. Doch der Mann klagte nach dem Tod seiner Frau weiter.

Vermieter hat sich nicht finanziell verbessert

Seine Argumentation: Wenn er seine eigene Wohnung vermieten wolle, müsse er zwangsläufig in einer anderen Wohnung leben. Die "negative Eigenmiete" sei also eng mit seiner Absicht zur Einkünfteerzielung verbunden. Würden seine Mietausgaben nicht anerkannt, sei das ein Verstoß gegen das Gebot der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsfähigkeit. Schließlich sei seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch den Umzug nicht gestiegen. Vielmehr würden seine Mieteinnahmen gleich wieder als Miete ausgegeben.

Den Bundesfinanzhof überzeugte der Mann damit nicht. Dabei spielte es weniger eine Rolle, dass das Paar damals vor allem aus privaten Gründen umgezogen war und nicht primär, um die Wohnung zu vermieten. Ausschlaggebend für das BFH-Urteil war vielmehr, dass Aufwendungen für das private Wohnen grundsätzlich zu den nicht abziehbaren Lebensführungskosten gehören. Die "unverzichtbaren Aufwendungen für die Lebensführung"  seien bereits über den pauschalen Grundfreibetrag abgegolten, stellten die Richter klar. In speziellen Fällen ließen sich private Kosten als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abziehen. Ansonsten gilt: Sofern die Miete nicht beruflich veranlasst ist, kann man sie also nicht als Werbungskosten geltend machen.    

Quelle: ntv.de, ino

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