Ratgeber

Top-Adressen für Geldanlage Das sind die besten Vermögensverwalter

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Bei der Auswertung der Testergebnisse fällt auf, dass Aktien und Liquidität die beiden einzigen Assetklassen sind, die in allen Anlagevorschlägen vorhanden sind.

(Foto: imago images/Imaginechina-Tuchong)

Wo werden vermögende Kunden am besten beraten? Gerade in Krisenzeiten ist eine kompetente und vertrauensvolle Vermögensberatung unerlässlich. Wer die bietet, hat ntv zusammen mit Focus-Money und dem Institut für Vermögensaufbau getestet.

Die Corona-Pandemie hat 2020 weite Teile der globalen Wirtschaft lahmgelegt - und ein Ende der Pandemie ist längst nicht absehbar. Viele Anleger sind daher stark verunsichert, was Vermögensverwalter vor enorme Herausforderungen stellt. Denn die Volatilität an den Märkten dürfte auch 2021 hoch bleiben. Zudem werden die Zinsen auf niedrigem Niveau verharren und damit Einnahmen aus Zinsinvestments begrenzen.

"Um auf diese Herausforderungen zu reagieren, müssen Vermögensverwaltungen ihre Beratung stärker personalisieren und noch besser auf das individuelle Anlageportfolio sowie die persönliche Risikotoleranz des Kunden abstimmen", erklärt Dirk Rathjen, Vorstand des Instituts für Vermögensaufbau (IVA). Zudem spiele die Qualität der Diversifikation und Produktauswahl eine immer wichtigere Rolle.

Hohe Beratungsqualität und Risikoaufklärung unabdingbar

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In den umfassenden Test wurden alle Institute mit einbezogen, die gemäß einer Private-Banking-Studie einer renommierten Personalberatungsgesellschaft zu den führenden Häusern in den Regionen Berlin, Rheinland, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart zählen. Daneben wurden "Wildcards" für Institute vergeben, die aus fachlichen Gründen von besonderem Interesse sind. Dazu zählen etwa größere Sparkassen sowie private Vermögensverwalter.

Für den Test setzte das Institut für Vermögensaufbau insgesamt fünf Testpersonen ein, die über ihre Vermögensverhältnisse und Anlageziele sehr ähnliche Angaben machten. Um ein möglichst authentisches Auftreten zu erreichen, wurden die Details an die reale Lebenssituation der Testpersonen angepasst.

Folgende Angaben waren bei allen Tests identisch: Es steht ein Vermögen von 580.000 Euro nach Steuern zur Anlage frei zur Verfügung. Die Testkunden gaben an, sich nicht selbst um die Anlage kümmern zu wollen. Daher seien sie auf der Suche nach einer umfassenden und professionellen Vermögensverwaltung. Zudem würden sie das Geld auf absehbare Zeit nicht benötigen und seien daher bereit, auch einen erheblichen Anteil in Aktien zu investieren. Bei solchen Vorgaben sind eine hohe Beratungsqualität und Risikoaufklärung unabdingbar. Zudem wurde ein möglichst einfaches Kostenmodell mit einer pauschalen Gebühr gewünscht.

Aktienquote erneut gestiegen

Bei der Auswertung der Testergebnisse fällt auf, dass Aktien und Liquidität die beiden einzigen Assetklassen sind, die in allen Anlagevorschlägen vorhanden sind. Der Anteil der Aktieninvestments in den Musterportfolios hat sich im Vergleich zu den Vorschlägen des vergangenen Jahres sogar leicht erhöht. Die Aktienquote des durchschnittlichen Anlagevorschlags erreicht rund 52 Prozent.

Im historischen Vergleich liegt der Aktienanteil damit deutlich über dem Schnitt. "Hier kann zum einen die rückläufige Bedeutung von alternativen Investments eine Rolle spielen, zum anderen aber sicher auch das auf nahe null gesunkene Zinsniveau", kommentiert Rathjen die Ergebnisse. Bemerkenswert sei in diesem Zusammenhang, dass sich die durchschnittliche Liquiditätsquote mit 12 Prozent auf der anderen Seite kaum verändert habe.

Die zweithäufigste Assetklasse in den Anlagevorschlägen sind Anleihen, die mit einer Ausnahme ebenfalls in allen Anlagevorschlägen berücksichtigt werden. Die durchschnittliche Gewichtung in den Musterportfolios erreicht 28 Prozent.

Die Anlageklassen Immobilien, Rohstoffe und Derivate kommen bei drei Viertel der Anlagevorschläge erst gar nicht vor. Bei Edelmetallen zeigt sich über alle Anlagevorschläge hinweg ein geteiltes Bild. Sie werden von knapp der Hälfte der Vermögensverwalter verwendet, vom Rest dagegen nicht.

Eine detaillierte Betrachtung der Musterportfolios zeigt darüber hinaus, dass die einzelnen Vermögensverwalter mit sehr unterschiedlichen Ansätzen auf die aktuellen Herausforderungen an den Finanzmärkten reagieren. Am deutlichsten treten die unterschiedlichen Ansätze in der Gewichtung von Aktien und Anleihen zutage. Der offensivste Vorschlag ist mit 99 Prozent fast vollständig in Aktien investiert, während die maximal gewählte Rentenquote bei einem deutlich konservativeren Anlagevorschlag 49 Prozent beträgt.

Vergleichen zahlt sich aus

Neben der Qualität der Anlagevorschläge spielen bei der Auswahl der besten Vermögensverwalter natürlich auch die Kosten eine wichtige Rolle. Bei der Höhe der Gebühren offenbart der Test deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Im Durchschnitt müssen Anleger in diesem Jahr bei einer Anlagesumme dieser Größenordnung und der gewünschten Aktienquote im Vergleich zum Vorjahr mit leicht gestiegenen jährlichen Gesamtkosten in Höhe von etwa 1,8 Prozent rechnen.

Insgesamt 18 Bankhäuser und Vermögensverwaltungen zeigten beim diesjährigen Test herausragende Leistungen. Das sind in alphabetischer Reihenfolge die Bethmann Bank, die BW Bank, die Commerzbank und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die Deutsche Bank, die Frankfurter Sparkasse, die Frankfurter Volksbank, Fürst Fugger Privatbank, Grüner Fisher Investments, die HypoVereinsbank, die Kreissparkasse Köln, die Oberbank, die Quirin Privatbank, die Sparkasse Düren, die Sparkasse KölnBonn die Sutor Bank, die VMZ Vermögensverwaltung und die Weberbank.

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Quelle: ntv.de, awi