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Neue Kfz-Versicherung? Diese Fallen lauern beim Wechsel

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Wer nicht aufpasst, zahlt hinterher mehr als vorher.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Wenn man sich eine günstigere Autoversicherung sucht, kann man ziemlich viel Geld sparen. Doch wenn es dumm läuft, fällt der neue Beitrag sogar höher aus als der bisherige. In manchen Fällen sollte man sich den Wechsel besser sparen.

Der Herbst ist eine teure Jahreszeit, zumindest für Autofahrer. Kfz-Versicherer verschicken derzeit ihre Beitragsrechnungen fürs nächste Jahr. Wer keine Ratenzahlung vereinbart hat, wird jetzt also tief in die Tasche greifen müssen. Die einfachste Möglichkeit, die Kosten zu drücken, ist es, die Versicherung zu wechseln. Zum Ende des Versicherungsjahres buhlen die Anbieter mit günstigen Tarifen um neue Kunden. Kündigt man bis zum 30. November, kann man im nächsten Jahr deutlich günstiger unterwegs sein. Kann. Muss aber nicht. "Beim Wechsel gibt es einige Fallstricke zu beachten, sonst kostet der Versicherungsschutz beim neuen Versicherer mehr als zuvor", betont Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV).

Knackpunkt sind die Schadensfreiheitsklassen. Hier haben die Versicherungen keine einheitlichen Regelungen. Schadenfreiheitsklasse zehn etwa kann beim einen Anbieter 34 Prozent des Grundbetrags bedeuten, beim anderen 37 Prozent. Die 37 Prozent können dennoch die günstigere Variante sein, wenn der Grundbetrag geringer ausfällt. Bei Online-Versicherungsvergleichen ist das alles kein Problem, hier landen die günstigsten Tarife eben oben. Schwierigkeiten könnte es dagegen unter anderem in den folgenden Fällen geben:

Sondereinstufung wird nicht übertragen

Für alle, die zum ersten Mal ein Auto versichern, ist der Tarif grundsätzlich teuer, insbesondere wenn sie den Führerschein noch keine drei Jahre haben. Fahranfänger starten in Schadenfreiheitsklasse Null, also ganz ohne Rabatt. Zum Teil lassen die Versicherungen aber über sogenannte Sondereinstufungen mit sich reden. So kann man eventuell besser eingestuft werden, wenn die Autos der Eltern beim gleichen Anbieter versichert sind, oder wenn man schon durch begleitetes Fahren Praxis gesammelt hat. Auch Trennungen sind so ein Sonderfall. Wenn beide Fahrzeuge auf einen Partner laufen, sammelt der andere zwar Fahrpraxis, aber keine Schadenfreiheitsklassen. Auch hier sind Sondereinstufungen möglich.

Das Problem: Der neue Versicherer berücksichtigt die bisherige Sondereinstufung nicht. An ihn wird nur der tatsächlich "erfahrene" Schadenfreiheitsrabatt übermittelt, sowie belastende Schäden. "Wenn man das bei der Angebotseinholung über Vergleichsportale nicht berücksichtigt, kann es teuer werden", warnt der BdV.

Es gab einen Schaden

Wenn der Versicherer einen Schaden regulieren muss, bleibt das nicht ohne Folgen: Im nächsten Jahr fährt man in einer anderen Schadenfreiheitsklasse, die Prämie steigt. Dabei geht es nicht nur um eine Stufe nach unten, sondern gleich mehrere. Wo man nach einem Schaden landet, legen die Versicherer in ihren Rückstufungstabellen fest. So kann man etwa durchaus wieder in Schadenfreiheitsklasse acht ankommen, wenn man schonmal die 20 erreicht hatte. Bei einem großzügigeren Anbieter fährt man dann vielleicht in der zehn weiter.

Bei einem Wechsel erfährt der neue Anbieter vom Vorversicherer unter anderem die bisherige Schadenfreiheitsklasse und die Anzahl der Schäden. Anhand der hauseigenen Rückstufungstabelle bestimmt er die neue Schadenfreiheitsklasse und den Beitrag. Wenn die bisherige Versicherung im laufenden Jahr einen Schaden übernommen hat, sollte man also zunächst prüfen, wie der neue Anbieter die Rückstufung handhabt. Sonst fährt man eventuell in einer noch schlechteren Schadenfreiheitsklasse.

Tarife mit Rabattschutz

Viele Versicherer bieten Ihren Kunden gegen Aufpreis einen Rabattschutz an. Damit behält man im kommenden Jahr seine bisherige Schadenfreiheitsklasse, auch wenn die Versicherung einen Schaden reguliert hat. Zwar wird die Police im nächsten Jahr nicht günstiger, aber auch nicht teurer. Man kann sich aber einen Fehltritt leisten, ohne dass das größere finanzielle Konsequenzen hätte.

Bei einem Versicherungswechsel kommt es auf diesen Rabattschutz allerdings nicht an. Die neue Versicherung erfährt nur, in welcher Schadenfreiheitsklasse der neue Kunde normalerweise fahren würde. Wenn man tatsächlich vom Rabattschutz Gebrauch gemacht hat, sollte man sich den Wechsel also gut überlegen. Dass man in diesem Fall bei der neuen Versicherung günstiger unterwegs ist, ist unwahrscheinlich.

Kfz-Versicherung: Hier geht's zum Vergleich

Quelle: n-tv.de, ino

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