Ratgeber

Dash-Button in der Kritik Ein Klick in die Abhängigkeit?

Ein Klick auf den Knopf und ein Haushaltsartikel der möglicherweise zur Neige geht, ist nachbestellt. Was das Leben erleichtern soll, birgt Tücken, bemängelt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Unter anderem bleibt die Preistransparenz auf der Strecke.

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Hundefutter per Knopfdruck? Geht alles.

(Foto: dpa)

Gehen Waschmittel, Rasierklingen oder Hunde- oder Katzenfutter aus, genügt ein Druck auf den Dash-Button und schon wird per Wlan eine Bestellung bei Amazon getätigt. Der Handelsriese empfiehlt, den Knopf, der die Größe eines Schlüsselanhängers hat, direkt auf das jeweilige Gerät oder Gegenstand zu kleben und bei Bedarf derart zu ordern.

Klingt praktisch. Ist es wohl auch. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) hält allerdings einiges an der Einkaufsinnovation für bedenklich. 

Preistransparenz

Die Dash Buttons werden per Wlan mit einer App verknüpft, die Kunden auf ihrem Smartphone oder Tablet installieren müssen. Dort lässt sich dann je Button ein verknüpftes Produkt programmieren. Preise und Lieferzeiten finden Kunden nur in der App. Wer also auf den Button drückt, sieht nicht, ob sich der Preis mittlerweile verändert hat. Bei Kaufverträgen ist aber der Preis ein zentrales Element – und er wird bei vielen Online-Händlern teils im Stundentakt verändert. Zudem kann ein Kunde nicht ohne weiteres erkennen, ob das Produkt bei Amazon zum Beispiel über unabhängige Marketplace-Verkäufer günstiger zu bekommen ist.

Bindung an Produkte und Amazon

Mit der Anschaffung des Dash Buttons, soll der Besitzer gebunden werden: Diese Produkte werden vom einmal ins Programm gelockten Kunden künftig mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch bei Amazon und nur noch bei dessen Partnern des Dash-Button-Programms gekauft. Damit ist die Produktpalette stark eingeschränkt. Und das kann für Verbraucher teurer werden als regelmäßig Preise und Anbieter zu vergleichen.

Mitgliedschaft, Kosten und Menge

Dash Buttons gibt es nur für Kunden von Amazons Prime-Programm. Das kostet in den meisten Fällen 49 Euro pro Jahr. Ein einzelner Dash Button kostet 4,99 Euro. Das Unternehmen verrechnet den Preis mit der ersten Bestellung, dann ist der Button "praktisch kostenlos". Das baut zusätzlichen Druck auf, mit dem Dash Button Geld auszugeben für Amazon-Produkte aus der eingeschränkten Palette. Denn die Auswahl ist auf einen Hersteller pro Button und auf ausgewählte Produkte und Packungsgrößen beschränkt. Auf jedem Dash-Button prangt das jeweilige Firmen-Logo.

Kennzeichnung

Im Online-Handel müssen Kauf-Buttons eindeutig gekennzeichnet sein. So werden im Netz Verträge nur dann wirksam abgeschlossen, wenn der Nutzer einen Button mit der Beschriftung "zahlungspflichtig bestellen" oder einem vergleichbaren, aber eindeutigen Wortlaut angeklickt hat. Beim Dash-Botton genügt es hingegen einmal den Knopf ohne jeglichen Hinweis zu drücken.

Datensammelei

Mit der Nutzung des Dash Buttons könnne Kaufzyklen, Packungsgrößen oder Loyalität zu einer Marke können so leicht ermittelt werden und dem Kunden zu dessen Ungunsten zugeschnittene, ungünstigere Preise offeriert werden.   

Quelle: ntv.de, awi