Ratgeber

Gespartes Geld wird weniger Fast 400 Banken verlangen Strafzinsen

imago53064116h.jpg

Für Sparer wird die Luft dünner.

(Foto: imago stock&people)

Die Deutschen legen viel Geld auf die hohe Kante. Doch das erweist sich mehr und mehr als Minusgeschäft. Den der Trend zu Negativzinsen reißt nicht ab. Immer mehr Banken belasten Privatkunden damit.

Wer den Wert des Geldes kennenlernen möchte, kann es auf das Tages-, Festgeld-, Giro- oder Verrechnungskontenkonto packen. Denn größere Summen auf dem Konto gehen zunehmend ins Geld - immer mehr Banken belasten Privatkunden mit Negativzinsen.

Nach einer aktuellen Verivox-Analyse berechnen inzwischen fast 400 von rund 1300 untersuchten Geldhäuser Strafzinsen für Privatkunden. Das sind 214 mehr als zu Jahresbeginn. In den letzten drei Monaten stieg die Zahl um 43 Banken; Ende Juni verlangten 349 Geldhäuser Negativzinsen. Zum Ende des dritten Quartals weisen insgesamt 392 Kreditinstitute Negativzinsen für ihre Privatkundschaft aus. Davon haben über 200 Banken und Sparkassen die Minuszinsen im laufenden Jahr eingeführt.

"Wir sehen nach wie vor eine große Dynamik bei Negativzinsen, doch während im ersten Halbjahr nahezu täglich neue Banken Verwahrentgelte einführten, hat sich diese Entwicklung momentan etwas verlangsamt", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Ein Ende des Negativzins-Trends ist aber nicht in Sicht."

Konditionen werden verschärft

Außerdem verschärfen immer mehr Banken ihre bereits bestehenden Minuszinskonditionen. Entweder sie senken den Zins noch tiefer ins Minus oder sie reduzieren die Freibeträge, sodass Negativzinsen schon bei geringeren Guthaben fällig werden. Allein im dritten Quartal haben 30 Banken vorhandene Negativzins-Regelungen weiter verschärft - im gesamten Jahresverlauf taten das bislang 68.

Mehr zum Thema

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass die Geldhäuser nicht ohne Weiteres die Belastungen für bestehende Konten aufrufen dürften. Um solche Verwahrentgelte im Nachhinein einführen zu können, sind nach ihrer Meinung individuelle Vereinbarungen notwendig. Eine Einschätzung, die auch Finanztip-Chef und ntv-Experte Hermann-Josef Tenhagen teilt. Zudem beklagt er die Einfallslosigkeit vieler Geldinstitute, die Parkgebühren der EZB einfach an die Kunden weiterzureichen. Vielmehr sollten sich die Geldhäuser überlegen, was sonst noch für beide Seiten lohnend mit dem Ersparten der Kunden anzufangen ist.

So klappt der Kontowechsel

Quelle: ntv.de, awi

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen