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Sparer sollten Einspruch einlegen Freistellungsauftrag vor Gericht

Für Steuerzahler gilt seit 2009 der Sparerpauschbetrag für Kapitalerträge. Dadurch wurde der Abzug der Werbungskosten für Kapitalanlagen eingeschränkt. Geprüft wird derzeit, ob das rechtmäßig ist. Eventuell können Steuerzahler von den Verfahren profitieren.

Kapitalanleger und Sparer sollten gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen. Foto: Kai Remmers

Kapitalanleger und Sparer sollten gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen.

(Foto: dpa)

Seit Einführung der Abgeltungsteuer können Sparer und Kapitalanleger grundsätzlich nur noch den sogenannten Sparer-Pauschbetrag geltend machen. Dieser ist ein Freibetrag bei der Einkommensteuer und beträgt bei Singles 801 Euro und bei Ehepaaren 1602 Euro pro Jahr. Dabei wird der sogenannte Freistellungsauftrag nicht nur auf Zinsen und Dividenden angewandt, sondern auch auf Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen.

Ob es aber rechtmäßig ist, dass der Abzug der Werbungskosten für Kapitalanlagen eingeschränkt wurde, überprüfen derzeit die Gerichte in zwei Musterverfahren.

Die Entscheidungen können sich auch auf andere Betroffene auswirken: Denn wem hohe Kosten zum Beispiel durch die Kreditfinanzierung der Kapitalanlage, eine kostenpflichtige Vermögensberatung oder -betreuung oder einen Rechtsstreit um die Kapitalanlage entstanden sind, kann von den Verfahren profitieren. Betroffene Steuerzahler sollten daher Einspruch gegen ihren Einkommensteuerbescheid einlegen, wenn das Finanzamt diese Werbungskosten nicht anerkennt. Zur Begründung sollte auf die Verfahren beim Bundesfinanzhof verwiesen werden, rät der Bund der Steuerzahler.

In einem der beiden Musterprozesse liegt der persönliche Steuersatz des Steuerzahlers unter dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent (BFH/ Az.: VIII R 13/13). Laut dem Bundesfinanzhof können Sparer noch 2015 mit einer Entscheidung in diesem Verfahren rechnen.

In einem weiteren Fall geht es um ein Ehepaar aus Thüringen, das ein Darlehen zur Finanzierung seiner Kapitalanlage aufgenommen hat. Da die tatsächlich angefallenen Finanzierungszinsen nicht in vollem Umfang, sondern nur pauschal in Höhe des Sparer-Pauschbetrags berücksichtigt wurden, hatte sich das Ehepaar gegen seinen Steuerbescheid gewandt. Der persönliche Steuersatz des Paares liegt mit rund 27 Prozent leicht über dem Abgeltungssteuersatz (BFH/ Az.: VIII R 18/14).

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Quelle: ntv.de, awi/dpa