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Lecker ist das nicht Hähnchen strotzen vor Keimen

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Wenn Hühnchen, dann unbedingt gut durchgebraten.

imago/Frank Sorge

Dass Hühner, die in industriellen Fertigprodukten landen, oft nicht ganz frei von Bakterien sind, hat sich herumgesprochen. Zwar geht die Salmonellenbelastung zurück, dafür macht sich ein anderer Keim breit, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz feststellt.

Die gute Nachricht lautet: Die Salmonellenbelastung von Frischfleisch ist stark rückläufig. Dafür macht sich nun ein anderer Keim breit: Campylobacter. Er hat Salmonellen als häufigsten bakteriellen Erreger für Durchfallerkrankungen in Deutschland abgelöst. 

Kontaminiertes Geflügelfleisch gilt als eine der Hauptquellen für eine Infektion mit Campylobacter. Bei den im vergangenen Jahr von den Überwachungsbehörden untersuchten Masthähnchen-Schlachtkörpern konnte der Krankheitserreger in mehr als drei Viertel aller genommenen Halshautproben nachgewiesen werden, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Rahmen ihrer einmal jährlich veröffentlichten Überwachungsstatistik für Lebensmittel mitteilt.

Dabei wurden in 130 Halshautproben bei Masthähnchen im vergangenen Jahr das Vorkommen von Campylobacter untersucht. In 100 Fällen (76,9 Prozent) wurde der Erreger nachgewiesen. Bei 274 Proben wurden Keimgehaltsbestimmungen durchgeführt. Bei etwa einem Viertel der Proben lagen die Campylobacter-Keimzahlen über dem ab nächstem Jahr EU-weit geltenden Hygienekriterium.

Kontaminationsrate mit Salmonellen gesunken

Wurden im Jahr 2011 noch 17,8 Prozent der Proben auf Salmonellen positiv getestet, betrug deren Anteil fünf Jahre später nur noch 6,7 Prozent. Auch bei frischem Hähnchenfleisch ist die Kontaminationsrate mit Salmonellen von 7,6 Prozent 2009 auf 4,7 Prozent im Jahr 2016 gesunken. Dieser Rückgang wirkte sich auch positiv auf die Salmonellen-Erkrankungen beim Menschen aus, die im selben Zeitraum ebenfalls rückläufig waren.

Campylobacter und Salmonellen lösen beim Menschen Durchfallerkrankungen aus. Bei geschwächten Personen können sie zu schweren Komplikationen führen. Beide Erreger sind nicht hitzeresistent. Verbraucher sollten Hähnchenfleisch deshalb nur gut durchgegart verzehren.

Vorsicht ist laut der Untersuchung auch bei Rohmilch geboten, die sich - direkt vom Bauern - zunehmend großer Beliebtheit erfreut. Doch diese weist eine hohe Keimbelastung auf und sollte deshalb vor dem Verzehr immer gut abgekocht werden, wie das BVL mitteilt. 

Ob Keime und Bakterien zu Erkrankungen führen, hängt von deren Art, ihrer Anzahl und dem Gesundheitszustand des Empfängers ab.

Quelle: n-tv.de, awi

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