Ratgeber
(Foto: imago/Bernd Friedel)
Sonntag, 13. Mai 2018

Alles Gute zum Muttertag: Ist Blumenpflücken im Park verboten?

Von Axel Witte

Fast zwei Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Schnittblumen aus. Besonders zum Muttertag sind die toten Pflanzen beliebt. Doch nicht immer hat der Nachwuchs den Termin auf dem Zettel. Also einfach zum Pflücken vor die Tür?

Blumen zu verschenken bereitet Freude. Egal ob einfach mal zwischendurch oder eben zu besonderen Stichtagen wie Geburts-, Valentins- oder Muttertag.

Die Deutschen lassen sich Schnittblumen jedenfalls ein Vermögen kosten. Insgesamt 1,9 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr in die toten Pflanzen investiert. Möglichkeiten, um an die farbenfrohe Fracht zu kommen, bieten sich allerorten. Ob im Fachhandel, an der Tankstelle, beim Discounter oder im Netz: Überall sind Blumen zu haben. Besonders der Online-Handel boomt. Was sich besonders dann lohnt, wenn der Empfänger nicht gerade um die Ecke in einer anderen Stadt wohnt. Wie zum Beispiel die eigene Mutter, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Aber egal, ob analog oder online, selbstverständlich setzt der Blumenkauf voraus, dass man den entsprechenden Termin auch auf dem Zettel hat. Wie eben den heute begangenen Muttertag. Welcher ja ein Tag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft ist. Der Nachwuchs ist also gut beraten, seiner Erzeugerin wenigstens einmal im Jahr für die Mühsal zu danken. Was viele aber in schöner Regelmäßigkeit vergessen.

Lauwarmer Telefonanruf oder Klauen?

Manchmal lässt sich der Fauxpas ja auch mit einem lauwarmen Telefonanruf retten. Ruft allerdings Mutti an die Kaffeetafel, kann es eng werden. Wer jetzt keinen entsprechenden Laden in der Nähe hat oder die Frau Mama frisch gepflückte Blumen bevorzugt, ein Umweg über die nächste reich bestückte Wiese aber einfach zu weit ist, könnte nun auf die Idee kommen, sich im nahegelegenen Stadtpark zu bedienen. Und Schussel haben Glück. Wohl nicht umsonst liegt der Muttertag im Mai - wo überall alles so schön blüht. Die Valentinstag-Vergesser haben da schon deutlich schlechtere Karten. Aber ungeachtet dessen: Darf man eigentlich Blumen im Park, am Wegesrand oder sogar beim Nachbarn einfach pflücken?

Nein, darf man nicht. Denn die noch lebenden Pflanzen gehören demjenigen, auf dessen Grund und Boden sie wachsen. Also der Stadt, der Gemeinde oder dem Nachbarn. Damit ist das Ausrupfen der Blumen auch eine Straftat. Strenggenommen. Wer beim Pflücken in einem Park erwischt wird, dem kann durchaus ein Parkverbot drohen. Von einer Strafanzeige wird dann aber meistens doch abgesehen. Vorausgesetzt, der Pflücker hält Maß. Wer gleich ein ganzes Blumenbeet leerräumt, könnte dann doch erheblichen Ärger bekommen. Vorausgesetzt, er wird erwischt.

Etwas anders verhält es sich, wenn Wald und Wiese als Quelle für blumige Freuden sorgen sollen. Hier gilt die Handstraußregel - trotz eigentlichem Pflückverbot. Was bedeutet, dass für den privaten Gebrauch ein Strauß zusammengetragen werden darf. Der aber eben nur so groß zu sein hat, dass er in einer Hand gehalten werden kann.  

Dass beim eigenen Nachbarn keiner zum Blumendieb werden sollte, versteht sich von selbst. Schließlich wäre es ungut, es sich mit seinem Nebenan zu verscherzen. Und im Zweifelfall reagiert der auch ungehaltener als die ohne Blumen auskommen müssende - aber eigentlich alles verzeihende - Mutter. Was dann auch ein weiterer Grund dafür sein sollte, ihren Ehrentag nicht zu verbaseln.  

Quelle: n-tv.de