Ratgeber
Die Körperhygiene sollte des Nachts nicht unnötig in die Länge gezogen werden.
Die Körperhygiene sollte des Nachts nicht unnötig in die Länge gezogen werden.(Foto: imago/BE&W)
Samstag, 20. Oktober 2018

Wenn alles schläft: Ist Duschen in der Nacht erlaubt?

Zwischen 22 und 6 Uhr gilt die sogenannte Nachtruhe. In dieser Zeit sollten allzu laute Tätigkeiten vermieden werden. Doch manchmal ist dem Körper auch zur Schlafenszeit nach etwas Hygiene. Also ab in die Nasszelle oder droht dann Ärger?

Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt und keinen Ärger mit dem Vermieter oder den Nachbarn riskieren möchte, hält sich besser an die Regeln. Dazu gehört beispielsweise auch das Einhalten der Nachtruhe - diese herrscht von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens.

In dieser Zeit die Musik laut zu drehen oder Staub zu saugen, ist also keine gute Idee. Auch der Fernseher sollte nicht auch noch in der Nachbarwohnung zu hören sein. Und wer unbedingt noch kochen muss, sollte vielleicht nicht gerade Schnitzel zubereiten. Die Klopfgeräusche könnten stören. Gleiches gilt für jegliche Handwerkerarbeiten, egal welche Zeiten der individuelle Biorhythmus dafür eigentlich für geeignet hält.

Aber abgesehen davon gibt es auch Tätigkeiten, welche zum normalen Gebrauch der Wohnung gehören und insofern vom Umfeld toleriert werden müssen. Dazu gehört es beispielsweise auch, zu jeder Tages- und Nachtzeit die Toilette benutzen zu können. Hier hat dann tatsächlich der eigene Biorhythmus das Sagen. Dabei kann einem Mieter dann auch keine Vorschrift darüber gemacht werden, ob er sich zum Wasserlassen hinsetzen muss - was weniger Plätschergeräusche verursacht - oder er sich eben rücksichtshalber hinzusetzen hat. Auch mit dieser Thematik befassen sich deutsche Gerichte.

Körperreinigung sind erlaubt

Genau wie mit der Frage, ob man nachts unter die Dusche springen darf. Gründe hierfür gibt es ja einige, so zum Beispiel nach einem schweißtreibenden Traum, zur Entspannung und Reinigung nach einem anstrengenden Arbeitstag oder nach einem anregenden Liebesspiel - welches wiederum nicht zu laut ausfallen sollte. Wenn dann letztere Aktivität Früchte trägt, darf dann zumindest der noch kleine Nachwuchs in der Nacht krakelen. Kinderlärm ist schließlich Zukunftsmusik. 

Aber zurück unter die Dusche. Egal aus welchem Grund, Mieter dürfen auch in der Nacht die Nasszelle benutzen. Was selbst dann gilt, wenn die Hausordnung oder der Mietvertrag etwas anderes sagen. Auch ein Bad in der Wanne geht jederzeit in Ordnung.

Allerdings sollte die Körperhygiene nicht unnötig in die Länge gezogen werden. So hält beispielsweise das Oberlandesgericht Düsseldorf eine Dusch- oder Badedauer von 30 Minuten pro Haushaltsmitglied für ausreichend. Nicht nur aus Rücksicht gegenüber den Nachbarn tun Mieter gut daran, dass die Erfrischung innerhalb dieses Zeitrahmens stattfindet. Andernfalls könnte zumindest bei regelmäßiger Verfehlung, der Vermieter wegen anhaltender Ruhestörung aktiv werden. Beispielsweise mit einer Abmahnung. Zeigt der Mieter sich auch hiernach weiterhin uneinsichtig und wiederholt sich der Vorgang, ist irgendwann auch eine fristlose Kündigung möglich.    

Quelle: n-tv.de