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Wichtige Funktionen fehlen Nur 7 von 38 Banking-Apps sind gut

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Nicht alle Apps bieten den gleichen Leistungsumfang wie die Browser-Versionen.

(Foto: imago stock&people)

Sie sind eine praktische Hilfe, um unterwegs schnell mal eine Finanztransaktion zu erledigen: Apps für das mobile Banking. Experten haben die Programme getestet - und Mängel entdeckt.

Online-Banking per Smartphone kann eine frickelige Angelegenheit sein, wenn man dafür den Browser nutzt. Banking-Apps sollen die mobile Kontenverwaltung einfacher machen. Das klappt bei einigen ganz gut, doch oft gibt es noch reichlich Luft nach oben, so das Fazit der Stiftung Warentest, die sich für die neueste Ausgabe von "Finanztest" 38 Banking-Apps für iOS und Android angesehen hat. Immerhin sieben Mal konnten die Tester ein "Gut" vergeben, wobei es für Apple-Geräte deutlich mehr Auswahl an nutzerfreundlichen Apps gab.

Grundsätzlich sind die Nutzer nicht darauf angewiesen, dass ihre Bank ein eigenes Angebot herausbringt. Gute Multibanking-Apps gibt es beispielsweise von der Sparkasse, für iOS-Nutzer empfehlen die Tester besonders die Outbank-App, die einem allerdings 8,99 Euro im Jahr wert sein sollte. Kostenlos gibt es die ebenfalls "gut" bewerteten iOS-Anwendungen der ING-Diba und von VR-Banking. Sie stehen allerdings nicht allen Kunden offen.

Die wichtigsten Mängel

Im Test offenbarten sich vor allem zwei Schwachstellen: Erstens fehlten oft praktische Funktionen. So ist es beim Online-Banking Usus, dass man Umsätze nach Inhalt und Datum filtern oder Überweisungen als Auftragsvorlagen speichern kann. Solche Features bietet nicht jede App. Manche konnten auch keine Daueraufträge anlegen, andere scheiterten an Auslandsüberweisungen. Manchmal waren es auch Kleinigkeiten, die den Testnutzern den Umgang mit dem Programm verleideten. So forderte die Android-App der ING Diba häufig ein neues Login, wenn man zuvor den "Zurück"-Button gedrückt hatte.

Zweitens haperte es bei einigen Apps am Umgang mit dem Datenschutz. Viele Anbieter verlangen beim Einloggen ein zweites Passwort zusätzlich zur Banking-Pin. Damit man die Pin nicht zusätzlich eingeben muss, kann man sie bei einigen Apps speichern. Das klingt praktisch, widerspricht aber den Nutzungsbedingungen für das Onlinebanking vieler Institute. Falls es zu einem Schaden kommt, riskieren die Kunden, selbst zu haften. Davor sollten sie zumindest gewarnt werden, das passiert aber nicht immer.

Pluspunkte gab es für Apps, die auf den Einsatz von Cookies oder Google Analytics verzichten oder Nutzerdaten nur nach ausdrücklicher Zustimmung weitergeben. Abgewertet wurde hingegen die iOS-App Centralway Numbrs. Hier könnte der Anbieter den kompletten Zahlungsverkehr durchleuchten, weil alle Zugangsdaten und Tans an ihn übertragen werden.

Im Allgemeinen ist es um die Sicherheit der Apps aber recht gut bestellt. Das liegt auch daran, dass sie noch nicht so weit verbreitet sind und daher kein besonders interessantes Angriffsziel abgeben. Das könnte sich aber ändern, wenn Banking-Apps irgendwann zum Standard auf dem Smartphone werden.            

Quelle: n-tv.de, ino

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