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Kettenbrief bei WhatsApp Statt Emoji gibt es Porno-Abo

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Der WhatsApp-Kettenbrief ist fast genauso alt wie der Messenger-Dienst selbst.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die möchte man haben, oder? Derzeit werden via WhatsApp-Nachricht bewegliche Emojis angeboten. Doch ein Klick auf den beigefügten Link und statt der mobilen Grinskekse droht jede Menge Ärger.

"Kraaasss! Es gibt jetzt Emojis, die sich bewegen! Schalte jetzt die neuen beweglichen Emojis frei!". Das klingt verlockend. Praktisch, dass auch noch gleich der passende Link unter der Nachricht zu finden ist. Somit trennt den interessierten WhatsApp-Nutzer und die neuen Smileys gerade mal ein Klick. Den man jedoch besser nicht macht. 

Denn folgt der Nutzer den Anweisungen der Offerte, wird er auf eine andere Seite umgeleitet, wie die Initiative "Mimikama" berichtet. Hier kann man sich angeblich die "neuen Whatsapp-Smileys" abholen. Um die Dringlichkeit des Angebots zu untermauern und zum ungeprüften, schnellen Zugreifen zu animieren, läuft von nun an ein Countdown. Ganze 300 Sekunden bleiben, um den versprochenen Emoji zu aktivieren. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Nachricht zuvor mit 13 Freunden oder 3 WhatsApp-Gruppen geteilt wird. Fertig ist der WhatsApp-Kettenbrief, der fast genauso alt ist wie der Messenger-Dienst selbst.    

Doch kaum ist dies erledigt, beginnt das Smartphone wie wild zu vibrieren und öffnet diverse Internetseiten. Darunter auch Porno-Seiten und Abo-Fallen. Letztere verursachen schon mal 12 Euro Kosten - pro Woche. Blöd nur, dass man die versprochenen Emojis mit den eigenen Kontakten geteilt hat. Denn auch diese laufen nun Gefahr, Abonnenten von teuren und unnützen Mehrwertdiensten zu werden.

Was hilft? Die entsprechende Nachricht ignorieren und keinesfalls dem Link folgen. Oder auch Drittanbietersprerren - diese können kostenlos beim Mobilfunkanbieter eingerichtet werden und schützen vor unfreiwilligen Abonnements. Dies ist auch nur für einzelne Dienste wie zum Beispiel Abos für Spiele möglich.

Wer ungeschützt in die Abo-Falle getappt ist, sollte zunächst gegenüber dem Drittanbieter per Mail oder Brief bestreiten, dass ein Vertrag geschlossen wurde. Danach sollte beim Mobilfunkanbieter - der auch Rechnungssteller für Drittanbieter ist - gegen die Forderung Widerspruch eingelegt werden. Zudem sollte dem Anbieter eine Frist gesetzt werden, bis wann er den strittigen Betrag zurücküberweisen soll. Kommt das Mobilfunkunternehmen dem nicht nach, sollte der gesamte Betrag von der Bank zurückgebucht oder die Rechnung von vornherein nur im berechtigten Umfang bezahlt werden.

Daneben ist in manchen Fällen auch eine Anzeige bei der Bundesnetzagentur möglich. Denn ist die Drittanbieterforderung bestritten, darf der Zugang zum Telefondienst nicht wegen Zahlungsverzugs gesperrt werden.

Grundsätzlich gilt: Wer nicht bestellt hat, muss auch nichts bezahlen. Und wer eine Zahlung verlangt, muss auch erklären, wofür und kann nicht auf einen Dritten verweisen. Im Internet werden Verträge nur dann wirksam abgeschlossen, wenn der Nutzer einen Button mit der Beschriftung "zahlungspflichtig bestellen" oder einem vergleichbaren, aber eindeutigen Wortlaut angeklickt hat.  

Quelle: n-tv.de, awi

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