Ratgeber

Finanzamt bockt bei Anerkennung Wann ist die Handwerkerleistung absetzbar?

Handwerkerleistungen für den eigenen Haushalt können von der Steuer abgesetzt werden. Doch müssen die Arbeiten tatsächlich zu Hause ausgeführt werden oder kann dies auch in der Werkstatt passieren? Ein Urteil schafft Klarheit.

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Auch eine Handwerkertätigkeit in der Werkstatt kann einen Zusammenhang zum Haushalt haben.

(Foto: imago stock&people)

Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten (inklusive Umsatzsteuer) für Renovierungs- oder Modernisierungsarbeiten werden bei Arbeiten im Haushalt mit bis zu 6000 Euro im Jahr vom Finanzamt mit 20 Prozent Steuerrabatt berücksichtigt. Höchstens ist so eine Steuerminderung von 1200 Euro zu erreichen. Die wichtigste Voraussetzung, um diese Leistung steuerlich geltend zu machen, ist, dass der Auftrag als Privatperson für die eigene Wohnung, das Haus oder Grundstück vergeben wird.

Anders als manches Finanzamt meint, gilt dies auch dann, wenn die Arbeiten in einer Werkstatt statt im Haushalt des Auftragsgebers ausgeführt wurden, wie das Finanzgericht München (Az.: 7 K 1242/13) entschieden hat.

In dem verhandelten Fall machte ein Ehepaar in seiner Einkommensteuererklärung 2500 Euro Arbeitskosten für die Herstellung, Lieferung und Montage ihrer Haustür als Handwerkerleistungen geltend. Aus der Rechnung ging allerdings hervor, dass 2000 Euro des Lohnanteils auf die Herstellung in der 20 Kilometer entfernten Schreinerwerkstatt entfallen. Deshalb verweigerte das Finanzamt den Handwerkerbonus, da es den Haushalt räumlich abgrenzte. Demnach sind Arbeiten jenseits der Grundstückgrenze nicht steuerlich begünstigt. Dagegen wehrte sich das Ehepaar mit einer Klage.

Mit Erfolg. Das Finanzgericht stellte fest, dass auch Handwerkerarbeiten in der Werkstatt einen Zusammenhang zum Haushalt haben können. Das Urteil legt die Konsequenz nahe, dass auch Reparaturen an dem heimischen Herd oder Reparaturarbeiten an kaputten Fenstern zu den haushaltsnahen Handwerkerkosten zählen – selbst wenn sie tatsächlich in einer Werkstatt durchgeführt wurden. Entsprechende Kosten sollten mit Verweis auf das Urteil in der Steuererklärung angegeben werden.

Da es zum Thema noch keine höchstrichterliche Entscheidung gibt, muss die Finanzverwaltung dieser Auffassung aber nicht folgen. Dem Einzelnen bleibt im Streitfall dann nur der Klageweg.

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Quelle: ntv.de, awi