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Am besten werden Verbraucher vor der Stromsperre aktiv.
Am besten werden Verbraucher vor der Stromsperre aktiv.(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)
Freitag, 03. März 2017

Energiearmut nimmt zu : Wenn der Strom abgestellt wird

Jährlich wird etwa 330.000 Haushalten in Deutschland der Strom gesperrt. Seit der Energiewende haben sich die Strompreise verdoppelt. Das ist vor allem für finanzschwache Verbraucher ein Problem. Doch es gibt Hilfsangebote.

Einst sang Herbert Grönemeyer: "Telefon, Gas, Elektrik - und unbezahlt, das geht auch" - tut es aber eben nicht. Denn wer nicht zahlt, wird nicht beliefert. Zirka 300.000 Haushalte sind hierzulande beispielsweise von einer Stromsperre betroffen. Das nennt sich dann Energiearmut. Wer ohnehin auf staatliche Unterstützung angewiesen ist, dem hilft meist das Jobcenter. Ansonsten wären die Zahlen wohl noch deutlich höher.

Verbraucherschützer machen für die Misere vor allem die Energiewende verantwortlich. Und setzen sich dafür ein, dass die Kosten hierfür gerechter verteilt werden. Denn seit die Energiewende aktiv betrieben wird, hat sich der Strompreis verdoppelt. Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands sagt etwa: "Die Zahlen belegen, dass mit den bestehenden Instrumentarien die Energiearmut nicht ausreichend bekämpft werden kann. Viel zu vielen Menschen werden im Winter Strom und Gas abgestellt. Schularbeiten bei Kerzenschein und niedriger Raumtemperatur kann und darf sich Deutschland nicht leisten. Am sinnvollsten wäre daher ein Sperrverbot in den Wintermonaten. Außerdem müssen Beratungsangebote für Verbraucher mit geringem Einkommen ausgebaut werden, um Energiesperren vorbeugend zu begegnen."

Damit es gar nicht erst so weit kommt, können Verbraucher auch auf kostenlose Preisvergleiche im Netz zugreifen, um die Last durch einen Anbieterwechsel zu reduzieren. Wer hingegen kein Internet hat, kann mit Hilfe der Verbraucherzentralen einen günstigen Tarif finden. In Nordrhein-Westfalen hilft zudem das Modellprojekt "NRW bekämpft Energiearmut". Anlaufstelle sind hier 13 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale, welche auch mit der finanziellen Unterstützung der örtlichen Versorger arbeiten. Hier können sich Betroffene auch hinwenden, wenn der Strom bereits abgestellt wurde.

Präventiv kann mit Hilfe des bundesweiten "Stromsparcheck" der Caritas und des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen einem zu hohen Stromverbrauch entgegengewirkt werden. Deutschlandweit konnte so bereits rund 250.000 Haushalte geholfen werden. Je Haushalt waren so Einsparungen von durchschnittlich 150 Euro im Jahr zu erzielen.

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Quelle: n-tv.de