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Im Herbst muss mit herabfallenden Früchten und Nüssen gerechnet werden.
Im Herbst muss mit herabfallenden Früchten und Nüssen gerechnet werden.(Foto: dpa)
Freitag, 02. Februar 2018

Auto demoliert: Wer haftet für herabfallende Walnüsse?

Eigentum verpflichtet. Eigentlich. Stichwort Verkehrssicherungspflicht. Aber wenn es um Natur geht, ist das so eine Sache, wie ein aktuelles Urteil zeigt.

Wer etwas sein Eigentum nennt, muss Vorkehrungen dafür treffen, dass dadurch niemand geschädigt wird. Was unter dem Begriff Verkehrssicherungspflicht zusammengefasst werden kann. Aber auch die hat ihre Grenzen. Besonders, wenn es sich um bei dem Besitz um ein Stück Natur handelt. Genauer, um einen Walnussbaum, wie ein aktuelles Urteil des Amtsgericht (AG) Frankfurt zeigt Az.: 32 C 365/17 (72).

Was war passiert? Im verhandelten Fall ragten die Äste eines Walnussbaumes 1,5 Meter auf ein Nachbargrundstück, auf dem der spätere Kläger seinen Wagen abgestellt hatte. Der Baumeigentümer hatte diesen allerdings regelmäßig zurückgeschnitten. Der Nachbar behauptet, dass durch starke Winde mehrere mit Nüssen behangene Äste von dem Baum auf sein Fahrzeug gefallen seien und dabei Dellen am Gehäuse, der Motorhaube und dem Dach verursacht hätten. Insgesamt sei ein Sachschaden von circa 3000 Euro entstanden. Er war der Ansicht, dass der Eigentümer dafür sorgen müsse, dass von dem Baum keine Gefahren ausgehen.

Das Gericht folgte der Forderung des Klägers nicht. Es entschied, dass der Fahrzeugeigentümer im Herbst bei einem Walnussbaum mit dem Herabfallen von Nüssen rechnen musste, denn das sei eine natürliche Gegebenheit. Anhaltspunkte dafür, dass der Baum krank gewesen sei, habe es nicht gegeben.

Grundsätzlich sei es auch im Interesse der Allgemeinheit wünschenswert, dass in Städten Nussbäume vorhanden seien. Verkehrsteilnehmer müssten im Herbst damit rechnen, dass Walnussbäume ihre Nüsse verlieren. Wer unter einem Nussbaum parkt, trägt somit das allgemeine natürliche Lebensrisiko.

Um eine Gefährdung durch herabfallende Nüsse und Früchte gänzlich auszuschließen, bliebe in der Konsequenz nur die Möglichkeit, entsprechende früchtetragende Bäume ganz zurückzuschneiden oder mit Fangnetzen zu umhüllen. Dies sei jedoch unzumutbar, befand das AG. 

Quelle: n-tv.de