Fußball

So läuft der zwölfte Spieltag Der BVB verfolgt jetzt eine andere Idee

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Zeit, sich aufzurappeln.

(Foto: Maik Hölter/TEAM2sportphoto/Pool)

Lucien Favre raus, Edin Terzic vom Assistenten-Platz nach vorn: Borussia Dortmund setzt zum Jahresende auf einen neuen Trainer, der gleich auch einen sichtbaren Wandel verspricht. Dazu gibt es am zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga im Schwabenland das Duell der Überraschenden und Robert Lewandowski empfängt seinen Lieblingsgegner, den auch der FC Bayern sehr gerne mag.

Das Spiel des Dienstags: Werder Bremen - Borussia Dortmund

Spiel eins nach Lucien Favre, Spiel eins mit Cheftrainer Edin Terzic. Borussia Dortmund wagt nach der 1:5-Demütigung am Samstagnachmittag allerdings keinen Neustart, das betont der vom Assistenten zum Anführer beförderte Terzic: "Den Schuh ziehe mir auch an, denn ich war Teil des Trainerteams." Allerdings dürfte der BVB am zwölften Bundesliga-Spieltag etwas anders auftreten als zuvor, darauf kann sich auch Gegner Werder Bremen (20.30 Uhr, wie alle Spiele im ntv.de-Ticker) einstellen.

Denn Terzic' Idee von Fußball klingt deutlich offensiver als die seines ehemaligen Vorgesetzten Favre: "Es gibt den Ansatz, ein Tor weniger zu kassieren als der Gegner. Ich bin eher dafür, ein Tor mehr zu schießen." Also lieber 5:4 statt 1:0, zumindest wenn man es auf die Spitze treibt. Besonders unter Beobachtung steht allerdings nicht nur der Trainer, sondern auch die Mannschaft. Die sich nach der Offenbarung gegen Stuttgart selbst in die Pflicht genommen hat.

Mats Hummels plädierte für "sinnvolles" Risiko, also "da, wo es angebracht ist und es einen Ertrag gibt, wenn es klappt." Bislang spielen er und seine Mitspieler also zu oft dort riskant, wo wenig zu gewinnen ist, aber viel zu verlieren. Gegen den VfB entstanden drei Treffer aus Ballverlusten, "die uns nicht passieren dürfen". Die vorgeschlagene angriffslustigere Ausrichtung von Terzic würde auch zu Erkenntnis passen, die Kapitän Marco Reus formuliert hatte: "Wir sind eine Mannschaft, die nicht gut verteidigen kann."

Was ist sonst noch so los am Dienstag?

Den Auftakt macht der Verein, dessen Trainer ebenfalls mit der in Dortmund freigewordenen Stelle in Verbindung gebracht wird: Borussia Mönchengladbach. Heute ab 18.30 Uhr geht es für Marco Rose allerdings zunächst darum, nach zwei Unentschieden wieder mal ein Spiel zu gewinnen - Eintracht Frankfurt hat ziemlich sicher etwas dagegen.

Um 20.30 Uhr treffen zwei Überraschungsteams dieser Saison aufeinander, wenn der Siebte VfB Stuttgart den punktgleichen Sechsten 1. FC Union empfängt, jeweils mit Schwung vom Wochenende: Die Schwaben spielten den BVB auseinander, für die Köpenicker wäre gegen den FC Bayern mit etwas Glück sogar mehr drin gewesen als "nur" ein Punkt beim 1:1. Für Hertha BSC ist ein Sieg gegen den FSV Mainz 05 Pflicht, sofern sich die Berliner nicht wie die Rheinhessen vermehrt mit dem Thema "Abstiegskampf" auseinandersetzen wollen.

Das Spiel des Mittwochs: 1. FC Köln - Bayer Leverkusen

Vielleicht kann sich Lars Bender nach Abpfiff am späten Mittwochabend wieder ein "Foto von der Tabelle machen", wie es der Leverkusener nach dem 4:1-Erfolg am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim geplant hatte. Denn Bayer geht als Spitzenreiter in den zwölften Spieltag, und Trainer Peter Bosz ist "lieber da als irgendwo anders" in der Übersicht der 18 Bundesliga-Klubs. Deshalb würde es wohl kaum einen Klub mehr freuen als den 1. FC Köln, den rheinischen Widersacher im Derby ab 20.30 Uhr wieder von Platz eins zu stoßen.

Allerdings erwartet den Effzeh die derzeit formstärkste Mannschaft des Landes, denn Leverkusen hat in vier Dezember-Auftritten immer mindestens drei Tore erzielt, ist in dieser Saison in allen drei Wettbewerben noch ungeschlagen und stellt die zweitbeste Abwehr der Liga. Auf einen lockeren Auftritt der Werkself zu hoffen, bringt wohl nur wenig, denn laut Bosz ist "jedes Spiel ein Topspiel", auch wenn das schon etwas nach Phrasenschach klingt. Aber: Die Aussicht, am Wochenende als Tabellenführer den FC Bayern zu empfangen, die klingt wahrlich verlockend.

Vor allem auf Leon Bailey sollte Kölns Abwehr achten, der Jamaikaner traf zuletzt zweimal in Folge doppelt. Die Domstädter wiederum sind ebenfalls gerade gut unterwegs, seit drei Partien unbesiegt, darunter die beiden einzigen Ligaerfolge beim BVB und beim FSV Mainz 05. Für Leverkusen geht es darum, Platz eins zu behaupten, für Köln darum, den Abstand auf Platz 16 - aktuell drei Punkte - weiter zu vergrößern.

Was ist sonst noch so los am Mittwoch?

27 Mal versuchte Schalke es erfolglos, gegen den SC Freiburg soll es nun ab 18.30 Uhr endlich klappen: Seit dem 17. Januar haben die Königsblauen es nicht geschafft, in der Bundesliga mehr Tore als ihr Gegner zu schießen. Viel wichtiger war aber zunächst einmal, dass Mark Uth den Zusammenprall und die darauf folgende Bewusstlosigkeit offenbar glimpflich überstanden hat. Auch wenn gerade bei Gehirnerschütterungen die Vorsicht bei einer Rückkehr nicht groß genug sein kann - also: Zeit lassen und ganz in Ruhe gesund werden.

Der FC Bayern empfängt um 20.30 Uhr den Lieblingsgegner VfL Wolfsburg, denn erstens haben die Münchner zu Hause gegen die Wölfe noch nie verloren (21 Siege, 2 Remis) und zweitens hat Robert Lewandowski schon 21 Tore gegen den VfL erzielt, so viele wie gegen keinen anderen Klub. Aber: Wolfsburg ist in dieser Saison noch unbesiegt, die Hoffnung auf den dritten Punktgewinn lebt also. Und wussten Sie, dass Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidžić vor seinem Karriereende noch eine Saison und 15 Spiele für Wolfsburg absolvierte?

Zur gleichen Zeit trifft die TSG Hoffenheim auf RB Leipzig, beide Klubs haben anstrengende Europapokalwochen hinter sich und sind sicher froh, wenn zumindest über Weihnachten der Drei-Tage-Rhythmus kurz mal ausgesetzt wird. Für Arminia Bielefeld geht es im Heimspiel gegen den FC Augsburg darum, den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wir kommen immer näher ran und werden auf gar keinen Fall aufgeben." Schalke-Trainer Manuel Baum glaubt weiter daran, dass sein Klub die Negativserie beenden kann. Allerdings sollte aus "immer näher ran" lieber heute als morgen ein "Wir sind da" werden, sonst klappt das mit dem Sieg schlimmstenfalls erst wieder in der 2. Bundesliga.

"Sie dürfen schon mal ein Plätzchen essen. Aber es ist ratsam, nicht 14 Liter Cola zu trinken oder 21 Packungen Haribo Picobello - oder wie die Dinger heißen - zu essen." Der Leipziger Coach Julian Nagelsmann gibt seinen Spielern praktische Tipps fürs Weihnachtsessen. Ob 13 Liter und 20 Packungen Süßes wohl in Ordnung wären?

Quelle: ntv.de