Fußball

HSV verliert auch mit Gisdol FC Bayern müht sich, Köln feiert

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Er hat gut Faxen machen: Kölns Anthony Modeste jubelt über seinen Treffer zum 1:1.

(Foto: dpa)

Wieder spielt der FC Bayern nicht brillant. Und so reicht es gegen den 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga nicht zu einem Sieg. Derweil verhagelt die Hertha Markus Gisdol den Einstand beim HSV. Und der SV Werder verschenkt bei den Lilien zwei Punkte.

FC Bayern - 1. FC Köln 1:1 (1:0)

Nach der Pleite bei Atlético Madrid ist die Siegesserie des FC Bayern auch in der Bundesliga zu Ende gegangen. Gegen den 1. FC Köln reichre es für die Münchner nur zu einem 1:1 (1:0). Nach der Führung von Joshua Kimmich fünf Minuten vor der Pause dämpfte Anthony Modeste (63.) mit seinem Ausgleich vor 75.000 Zuschauern die Vorfreude der Bayern-Stars auf deren Oktoberfest-Besuch am Sonntag. In der spannenden zweiten Hälfte scheiterten die Gastgeber wiederholt am Aluminium, aber auch Köln hätte das Spiel für sich entscheiden können.

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Gibt's doch nicht: Thomas Müller.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Drei Tage nach dem 0:1 in der Champions League in Madrid mussten die Münchner nach zuvor fünf Siegen beim Startelf-Comeback von Arjen Robben die ersten Punktverluste der Saison hinnehmen. Gegen das auf sieben Positionen veränderte Münchner Ensemble blieben die Kölner zum elften Mal nacheinander ungeschlagen. Bei herrlichem Herbstwetter und auf frisch verlegtem Rasen begann der Nachmittag gleich zäh gegen die lange ultradefensiven Gäste. Die Kölner beschränkten sich aufs Verteidigen. Hinten sicherten eine Fünferkette und davor drei Mittelfeldspieler ab.

Beim Belagerungszustand in der Kölner Hälfte fehlten dem Bayern die Ideen und die Präzision. Ein Freistoß von Robert Lewandowski (30.) in dessen 200. Bundesliga-Spiel landete in der Mauer. Robben, der erstmals seit dem 0:0 im März in Dortmund wieder in der Startelf stand, mühte sich viel über rechts. Auf dem linken Flügel war Juan Bernat anstelle des vor postierten Kingsley Coman für die gefährlicheren Aktionen verantwortlich. Aus einem Vorstoß des Spaniers resultierte auch das 1:0. Kimmich traf nach Bernats Hereingabe per Flugkopfball. Es war bereits sein fünftes Pflichtspieltor in dieser Saison.

Die Kölner, die nach dem Seitenwechsel mit einem 4-4-2 ihre Chance suchten, forderten kurz nach dem Wiederanpfiff einen Strafstoß. Modeste war nach einem Rempler von Mats Hummels zu Fall gekommen (47.). Das Gäste-Team von Trainer Peter Stöger tat nun zwangsläufig mehr nach vorne. Das eröffnete den Bayern mehr Räume bei ihren Vorstößen, die sie aber nicht in Tore ummünzten. Der für Robben zur Pause eingewechselte Thomas Müller (50.) hatte ebenso wie Kimmich (59.) das 2:0 auf dem Fuß. Javi Martínez (55.) traf per Kopf nach einem Eckball nur den Pfosten. Jubeln konnten dagegen die Kölner. Nach einer Hereingabe von Marcel Risse verlud Modeste den lange beschäftigungslosen Manuel Neuer aus abseitsverdächtiger Position. Sein fünfter Saisontreffer igab den Kölnern neuen Mut, das 2:1 durch Yuya Osaka wurde zurecht wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Auf der Gegenseite rettete Horn (77.) mit einer Glanzparade und das Aluminium gegen Müller. Auch Bernat (87.) traf nur den Pfosten. In der Nachspielzeit verpasste Simon Zoller bei einem Konter nur knapp das 2:1 und den Bayern-K.o.

FC Ingolstadt - TSG Hoffenheim 1:2 (0:2)

Nach einem durchwachsenen Saisonstart kommt die TSG Hoffenheim immer besser in Schwung. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann feierte mit einem 2:1 (2:0) beim FC Ingolstadt den zweiten Sieg in Folge und hat den Anschluss an das erste Tabellendrittel hergestellt. Für die Schanzer wird die Lage dagegen nach der fünften Niederlage nacheinander immer prekärer. Stürmer Sandro Wagner (11.) brachte die Kraichgauer mit dem ersten gefährlichen Angriff in Führung. Kerem Demirbay (35.) erhöhte gegen insgesamt viel zu biedere Gastgeber, die in der Offensive wieder einmal nicht die richtigen Mittel fanden. Lukas Hinterseer verkürzte per Handelfmeter in der Nachspielzeit (90.+5). Während Hoffenheim, das die Saison mit vier Remis begonnen hatte, nach wie vor ungeschlagen ist, verlor Ingolstadt auch das dritte Heimspiel.

Hertha BSC - Hamburger SV 2:0 (1:0)

Neuer Trainer, alte Probleme - und der frischgebackene Vater Vedad Ibisevic als Spielverderber: Der Hamburger SV hat trotz einiger guter Ansätze auch bei der Premiere von Markus Gisdol seine Pleitenserie nicht beenden können. Die wieder einmal abschlussschwachen Norddeutschen unterlagen bei Hertha BSC 0:2 (0:1) und verloren damit das fünfte Spiel in Serie. Noch nie ist der HSV schlechter in eine Saison gestartet. Die effektiven Berliner bleiben vor allem dank Ibisevic weiter in der Spitzengruppe der Liga. Dem Team von Trainer Pal Dardai gelang bereits der vierte Sieg, lediglich vor 46 Jahren war der Hauptstadtklub zu diesem Zeitpunkt besser. Ibisevic, der am Freitag Vater geworden war, traf doppelt (29./70., Foulelfmeter).

SV Darmstadt 98 - SV Werder Bremen 2:2 (1:0)

Der SV Werder Bremen hat den zweiten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga unter Alexander Nouri verpasst und kaum neue Argumente für einen dauerhaften Verbleib des Interimstrainers gesammelt. Das Team von der Weser kam nach einer schwachen ersten Halbzeit nicht über ein 2:2 (0:1) beim SV Darmstadt hinaus und steckt mit vier Punkten hinter den Hessen weiter im Tabellenkeller fest. Vor 17.000 Zuschauern brachte Antonio Colak die Gastgeber in der 19. Minute per Foulelfmeter in Führung und besorgte 17 Minuten vor Schluss auch den Endstand, nachdem Ludovic Lamine Sané (51.) und Serge Gnabry (67.) die Partie zwischenzeitlich gedreht hatten.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 1:0 (1:0)

Keine Party zum Jubiläum: Eintracht Frankfurt hat in seinem 1600. Spiel in der Fußball-Bundesliga eine Pleite kassiert. Die Hessen unterlagen mit 0:1 (0:1) beim Aufsteiger SC Freiburg. Der Sport-Club baute seine Rekordserie aus und feierte saisonübergreifend bereits den neunten Heimsieg in Folge. Die Frankfurter gingen nach drei Partien ohne Niederlage wieder als Verlierer vom Platz. Vincenzo Grifo (4.) erzielte vor 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwald-Stadiondas entscheidende Tor für die Freiburger, die zuletzt vor über sieben Jahren zu Hause gegen Frankfurt verloren haben. Für Eintracht-Trainer Niko Kovac war die Niederlage eine Premiere - als Profi hatte der Kroate nie gegen Freiburg verloren.

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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