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Zweiter Monitor im Touchpad Asus Zenbook Pro ist ein cooles Notebook

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(Foto: kwe)

Das neue Asus Zenbook Pro ist grundsätzlich schon ein starkes Notebook, aber ein Display im Touchpad macht es zu einem ganz besonderen Gerät. n-tv.de hat ausprobiert, was man damit im Alltag anfangen kann.

Aus den aktuellen Top-Notebooks die besonderen Geräte herauszupicken, ist nicht gerade einfach. Die internen Werte ähneln sich oft sehr und äußerlich geht es gelegentlich nur darum, wer das dünnere, schmalere oder schlankere Design zu bieten hat. Das neue Asus Zenbook Pro 15 UX580 fällt auch erst auf den zweiten Blick auf, nämlich dann, wenn man das Touchpad als Display aufleuchten sieht. n-tv.de hat ausprobiert, ob es sich dabei um mehr als eine coole Spielerei handelt und was der Laptop sonst noch zu bieten hat.

Teuer, aber stark ausgestattet

Für den Test hat Asus der Redaktion vorübergehend das Top-Modell mit 15,6 Zoll großem 4K-Display und Intels neuem Core-i9-Prozessor der 8. Generation überlassen. Zusammen mit 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM), Nvidias Grafikkarte GTX 1050 und 1 Terabyte großer SSD kostet das Gerät rund 2500 Euro. Dafür bekommt man ein Notebook mit mächtig viel Dampf, das weder bei der Videobearbeitung noch bei anspruchsvollen Spielen erkennbare Schwächen zeigt.

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Das Notebook ist gut ausgestattet.

(Foto: kwe)

Auch die Samsung-SSD ist pfeilschnell, im Test mit AS SSD Benchmark erzielte der Samsung-Speicher mit exzellenten Lese- und Schreibwerten eine Gesamtpunktzahl von knapp 4200. Dazu gibt's zwei USB-C-Eingänge (USB 3.1/Thunderbolt 3), zwei USB-A-Eingänge (USB 3.0), einen HDMI-Anschluss, einen Kartenleser und einen kombinierten Audio-Ein- und -Ausgang. Außerdem sitzen auf der Unterseite Stereo-Lautsprecher von Harman Kardon, die überdurchschnittlich gut klingen.

Wer mit etwas weniger Wumms auskommt, zahlt beispielsweise für das Modell mit Core i7 und 512 GB SSD-Speicher knapp 2000 Euro. Das ist auch in dieser Variante eine Menge Holz, allerdings für die Ausstattung durchaus angemessen, vor allem wenn man es mit den Preisen für das MacBook Pro vergleicht. Wer mit 8 GB RAM und einem Full-HD-Display zufrieden ist, bekommt das Gerät für rund 1700 Euro.

Etwas lichtscheu

Das 15 Zoll große 4K-Display (3840 x 2160 Pixel) des Testgeräts liefert knackige Farben und Kontraste und stellt Inhalte schön scharf dar. Die Reaktionszeit scheint flott zu sein und der Bildschirm ist auch von der Seite im spitzen Winkel noch gut abzulesen. Allerdings spiegelt das Display sehr stark und kann nicht allzu hell leuchten, was das Arbeiten am Fenster oder im Freien zu keinem Vergnügen macht.

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Im Screenpad-Modus kann man auf sechs Anwendungen und die Einstellungen zugreifen.

(Foto: kwe)

Beim Gehäuse ist Asus beim Bewährten geblieben und hat im Prinzip das schlichte, aber gelungene Aluminium-Design anderer Zenbooks wie beispielsweise dem UX331UAL übernommen. Das schon fast schwarze dunkelblaue Gerät mit golden schimmernder, geschliffener Kante sieht edel aus und die gebürstete Oberfläche fühlt sich gut an. Für einen 15-Zöller ist es mit 365 x 241 x 18,9 Millimeter noch ziemlich kompakt und mit knapp 1,9 Kilo auch nicht allzu schwer.

Vielleicht hätten ein paar Millimeter und Gramm mehr für ein dickeres Akku-Pad gut getan. Denn die Laufleistung des UX580 ist eher durchschnittlich. Bis zu 9,5 Stunden soll es laut Hersteller durchhalten, im normalen Alltag sollte man eher mit sechs bis sieben Stunden rechnen.

Die Chicklet-Tastatur hat einen angenehmen Druckpunkt, der Hub ist mit 1,5 Millimetern sowohl für Zwei-Finger-Hacker als auch für Könner, die mit zehn Fingern arbeiten, geeignet. Auch mit den Abständen zwischen den Tasten dürfte jeder gut klarkommen. Der Fingerabdrucksensor sitzt rechts unterhalb des Keyboards.

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Wenn man Spotify oder andere Anwendungen im Screenpad öffnet, kann man es nicht mehr als Touchpad nutzen und muss mit einer Maus arbeiten.

(Foto: kwe)

Matt, aber flutscht

So weit so gut, aber das spektakulärste Detail des neuen Asus Zenbook Pro ist das Touchpad mit integriertem Display. Es ist 5,5 Zoll groß und hat wie der Monitor des Zenbook ein Seitenverhältnis von 16:9. Seine Glasbeschichtung ist matt, wodurch die Finger ebenso widerstandslos und präzise über die Oberfläche gleiten wie bei anderen Asus-Touchpads. Die Darstellung wird dadurch zwar etwas getrübt, aber dafür spiegelt das integrierte Display nicht und es hat sehr stabile Blickwinkel. Außerdem zeigt es mit Full-HD-Auflösung Inhalte sehr scharf an.

Es gibt zwei verschiedene Arten, wie man das Screenpad einsetzen kann. Die Auswahl erfolgt über die F6-Taste, mit der man den Bildschirm auch ausschalten oder das komplette Pad deaktivieren kann. Einmal kann man es als erweiterten Bildschirm nutzen und dort beispielsweise in einem Browser-Fenster ein Youtube-Video abspielen. In diesem Modus kann man Steuerungselemente nicht einfach antippen, wie am großen Touchscreen, sondern man bewegt einen Cursor mit dem Finger oder einer verbundenen Maus.

Erweitern geht auch

Im Screenpad-Modus ist es so lange ein einfaches Touchpad mit Hintergrundbild bis man die Symbolleiste nach unten zieht. Hier kann man bis zu sechs Funktionen anzeigen lassen: einen Player für gespeicherte Musik, eine angepasste Spotify-App, einen Taschenrechner, den Kalender, und einen ergänzenden Nummernblock zur Tastatur. Außerdem kann man über den Launcher häufig genutzte Windows-10-Apps auf dem Hauptbildschirm starten. Bis zu zwölf Anwendungen lassen sich im Launcher platzieren.

Schließlich ist es auch möglich, das Abspielen von Youtube-Videos im Chrome-Browser zu steuern, wenn man die entsprechende Erweiterung installiert hat. Ähnlich werden über ein Zusatz-Tool gängige Funktionen in Office-Apps ins Screendisplay ausgelagert.

All dies klappt gut, wobei manche Funktionen wie der zusätzliche Nummernblock eher als Platzhalter zu betrachten sind, bis man bei Asus oder im Windows-10-Shop weitere Screenpad-Anwendungen findet. Ziemlich nützlich sind der Taschenrechner oder die Möglichkeit, Termine auf dem kleinen Bildschirm im Blick zu haben, während man beispielsweise am Hauptmonitor ein Foto bearbeitet. Die Spotify-Anwendung oder der Musik-Abspieler sind im Screendisplay ebenfalls sehr gut aufgehoben. Besonders praktisch ist es aber, Videos und andere Inhalte im erweiterten Bildschirm abzulegen, auch wenn die Bedienung dann erstmal etwas verwirrend ist.

Gelungen, aber noch ausbaufähig

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Lösung von Asus mehr bieten kann als die Touchbar des MacBook Pro. Es kommt aber wie bei Apples Lösung darauf an, ob und wie viele praktische Anwendungen noch nachkommen - bisher ist das Angebot ziemlich knapp. Außerdem muss Asus noch ein bisschen bei der Software nachbessern, da das Notebook manchmal beim Umschalten der Screendisplay-Funktionen etwas ins Stottern gerät. Ansonsten ist das Zenbook Pro 15 UX580 ein sehr starker, edler und solider Laptop mit kompletter Ausstattung und einem sehr feinen, wenn auch etwas dunklen Display.

Quelle: n-tv.de

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