Technik

Fingerabdrücke, USB-C und mehr Google zeigt die Zukunft von Android

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Android M unterstützt Fingerabdruck-Scanner.

(Foto: Google/Screenshot)

Bei seiner Entwicklerkonferenz I/O stellt Google die neuen Funktionen von Android M vor, das unter anderem Fingerabdrucksensoren und USB-C-Anschlüsse unterstützt. Außerdem gibt's ab sofort eine neu Fotos-App mit fast grenzenlosem Speicher.

In San Francisco hat Googles Entwicklerkonferenz I/O begonnen. Während der zweistündigen Eröffnungsrede gaben Googles Produktchef Sundar Pichai und andere einen Einblick in die neuen Entwicklungen von Googles Software-Abteilung.

Android M, die neueste Version von Googles mobilem Betriebssystem, wurde gleich zu Anfang vorgestellt. Bilder oder Designstudien der neuen Benutzeroberfläche gab es nicht zu sehen, Google konzentriert sich beim neuen Android nicht auf das Aussehen, sondern die Funktionen und das Benutzererlebnis. Sechs Punkte sind dabei wichtig, unter anderem ein neues Berechtigungssystem und verbesserte Akkuleistung.

Wie bereits im Vorfeld vermutet wurde, ist es bei Android M zum ersten Mal möglich, Berechtigungen einer App im Einzelnen zuzustimmen oder zu widersprechen. Das System fragt erst dann nach einer Erlaubnis, wenn eine Funktion zum ersten Mal genutzt wird. Ähnlich verfährt Apple mit iOS. Einmal erteilte Berechtigungen können zudem nachträglich wieder entzogen werden, außerdem gibt Android M eine Übersicht, welche Art von Berechtigung von welcher App genutzt wird.

Verbesserte Links

Mit den Chrome Custom Tabs soll der sichtbare Unterschied zwischen Apps und Chrome-Browser verschwinden. App-Entwickler können Web-Inhalte nun besser in ihre App einbinden, so dass der Nutzer nicht merkt, dass er zu Chrome wechselt. Außerdem wird das Öffnen von App-Links vereinfacht. Wenn zum Beispiel in einer E-Mail ein Link zu Twitter angetippt wird, wird dieser direkt in der App angezeigt, ohne dass erst ein Dialogfeld mit Auswahlmöglichkeiten erscheint.

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Wenn ein Gerät "döst", verbraucht es mit Android M weniger Energie.

(Foto: Screenshot)

Die dritte große Neuigkeit bei Android M ist für deutsche Nutzer bedeutungslos. Android Pay ist ein drahtloses Bezahlsystem, das auf den NFC-Chip in Geräten zurückgreift. Kundendaten wie Kreditkartennummern werden zentral gespeichert, aber nur verschlüsselt weitergegeben. Nutzer können kontaktlos bezahlen, ohne erst eine App öffnen zu müssen. Google arbeitet mit verschiedenen Kreditkartenbetreibern, Mobilfunkunternehmen und Einzelhändlern zusammen, in Deutschland ist Android Pay, ähnlich wie Apple Pay, aber auf absehbare Zeit nicht verfügbar.   

Wie erwartet, bringt Android M native Unterstützung von Fingerabdruck-Scannern. Fingerabdrücke können zum Bezahlen im Netz oder im Play Store sowie zum Entsperren des Smartphones genutzt werden. Google stellt die entsprechenden Programmierschnittstellen zur Verfügung, die Ankündigung ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass auch das nächste Nexus-Smartphone einen Fingerabdruck-Scanner hat.

USB-C statt Micro-USB

Die Akkuleistung soll mit Android M weiter optimiert werden. Dafür sorgt eine Funktion namens "Doze": Wenn ein Gerät länger nicht genutzt und bewegt wird und "döst", werden die Synchronisierungsprozesse im Hintergrund eingeschränkt. So soll die Akkulaufzeit im Standby verlängert werden. Außerdem unterstützt Android M die neuen USB-C-Anschlüsse, über die Geräte nicht nur drei bis fünfmal schneller geladen werden können. Die beidseitigen Stecker dienen außerdem zur Datenübertragung und können auch zum Laden anderer Geräte genutzt werden.

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Google Now weiß in Android M noch besser über seine Nutzer Bescheid.

(Foto: Google/Screenshot)

Außerdem kommt Android M mit kleineren Verbesserungen für das Benutzererlebnis. Die Auswahl von Wörtern in Texten wird vereinfacht, das System lernt, mit welchen Kontakten man Inhalte besonders oft teilt und zeigt diese als Favoriten an. Die Lautstärke können Nutzer zudem je nach Typ anpassen - Klingeltöne und Benachrichtigungen, Alarme und Multimediawiedergabe bekommen je einen eigenen Schieberegler.

Eine finale Version von Android M erscheint im dritten Quartal 2015, doch eine Vorabversion für Entwickler wird im Rahmen der I/O bereits heute veröffentlicht.

Werkzeuge fürs Internet der Dinge

Googles Wearable-System Android Wear bekam ebenfalls einen Platz in der Keynote, hier gab es aber keine Änderungen, abgesehen von neuen Apps wie Uber und Foursquare. Die Funktionen des jüngsten Updates wurden noch einmal gezeigt.  Auch für das "Internet der Dinge" hat Google nun ein eigenes Betriebssystem: "Brillo" ist von Android abgeleitet und unterstützt WLAN und Bluetooth Low Energy. Für die Kommunikation zwischen allen Geräten erhalten Entwickler die standardisierte Sprache "Weave".

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Google Fotos ist ab sofort selbstständig und nützlicher.

(Foto: Google)

Google Now wird für Android M noch cleverer. Etwa so wie Microsofts Cortana versucht der Assistent aus den Inhalten von Suchen oder Konversationen seine Antworten zu verbessern oder aus dem Kontext heraus automatisch Informationen zur Verfügung zu stellen. Nutzer können die von Now bereitgestellten Extras per Tipper auf den Home-Button abrufen. Ebenso hat Google die Spracherkennung verbessert, indem Now kontextbezogene Informationen verarbeitet.

Fotos geht eigene Wege

Eine neue Funktion, die Google in San Francisco vorgestellt hat, steht Nutzern unmittelbar zur Verfügung. "Fotos", das bisher in Google+ integriert war, gibt es ab sofort als selbstständige Anwendung für Android- und iOS-Geräte sowie im Desktop-Browser. Ähnlich wie Apple in seiner App organisiert "Fotos" Videos und Aufnahmen übersichtlich nach Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren und Nutzer können schnell durch die Erinnerungen scrollen. Chronologisch geht man per Zangenbewegung von Daumen und Zeigefinger vor und zurück. Mehrere Fotos werden einfach durch Wischbewegungen ausgewählt.

Außerdem gibt es in "Fotos" automatisch angelegte Alben von Personen, Orten, wichtigen Dingen oder Ereignissen. Tags oder Labels sind dafür nicht notwendig, Googles Algorithmen erkennen dies selbstständig. Es ist auch möglich, Fotos mit kombinierten Informationen zu suchen und ein Assistent bietet die Erstellung von Alben und Collagen an oder verbessert auf Wunsch die Aufnahmen automatisch.

Neben der Organisation will Google seinen Nutzern auch das Teilen von Bildern und Videos so einfach wie möglich machen. Sie können in Fotos unter anderem per Tipper Links zu zuvor ausgewählten Aufnahmen generieren und verschicken. Empfänger, die nicht bei Google angemeldet sind, sehen die Fotos auch ohne die App, eingeloggte Nutzer können die Aufnahmen auch direkt in die eigene Sammlung übernehmen.

Google bietet für Fotos kostenlos unbeschränkten Speicherplatz an, Bilder dürfen bis zu 16 Megapixel groß sein, Videos werden bis zur Full-HD-Auflösung 1080p gespeichert.

Quelle: ntv.de

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