Technik
Die "Volksverschlüsselung" soll so einfach sein, dass sie auch Laien problemlos verwenden können.
Die "Volksverschlüsselung" soll so einfach sein, dass sie auch Laien problemlos verwenden können.(Foto: Fraunhofer SIT)
Mittwoch, 29. Juni 2016

Volksverschlüsselung gestartet: Jetzt kann jeder sichere E-Mails verschicken

Das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und die Telekom starten die "Volksverschlüsselung". Dabei handelt es sich um eine Software, mit der private Nutzer gratis und unkompliziert spionagesichere E-Mails empfangen und verschicken können.

Die meisten E-Mails werden immer noch unverschlüsselt verschickt. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom haben nur 15 Prozent der deutschen Nutzer im vergangenen Jahr eine entsprechende Software eingesetzt. Als Grund gaben 65 Prozent der Befragten an, sich damit nicht auszukennen. Fast ebenso oft scheitert eine sichere Kommunikation, weil der Empfänger keine Verschlüsselung einsetzt. Das wollen das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT)  und die Deutsche Telekom jetzt ändern, ab sofort stellen sie die "Volksverschlüsselung" bereit.

Dabei handelt es sich um eine Software, die sowohl die notwendigen kryptografischen Schlüssel generiert, als auch die E-Mailprogramme der Benutzer entsprechend konfiguriert. Der zweite Punkt ist besonders wichtig, weil die "Volksverschlüsselung" so auch für unerfahrene Nutzer problemlos zu handhaben ist. Sie müssen normalerweise auch kein neues Programm installieren, da die meisten E-Mailprogramme von Haus aus verschlüsseln können, wenn entsprechende Schlüssel vorhanden sind.

Anmeldung noch nicht für jeden

Aktuell funktioniert die Software aber nur unter Windows, beispielsweise mit der kostenlosen Open-Source-Software Thunderbird oder Microsofts Outlook. Versionen für Mac OS X (macOS), Linux, iOS und Android sollen folgen. Für Kenner: Die Software unterstützt zunächst den S/MIME-Standard, in einem nächsten Schritt wird sie zusätzlich OpenPGP unterstützen.

Die Volksverschlüsselung erzeugt die kryptografischen Schlüssel direkt auf dem Endgerät des Nutzers. Diese privaten Schlüssel verbleiben ausschließlich in der Hand des Nutzers und befinden sich zu keiner Zeit in den Händen des Betreibers der Infrastruktur (Deutsche Telekom). Zur Nutzung der Verschlüsselung genügen die Installation der Software und "eine einfache sichere Identifikation". Einfach ist die Identifikation allerdings vorerst nur für Telekom-Kunden mit ihren Login-Daten. Ansonsten kann man die Verschlüsselung aktuell nur mit Hilfe eines Online-tauglichen Personalausweises plus Lesegerät nutzen. Künftig soll die Anmeldung aber noch unkomplizierter werden, beispielsweise ist geplant, dass sich Interessierte in Telekom-Shops ausweisen und für die Volksverschlüsselung registrieren lassen können.

Quelle: n-tv.de