Technik

Sennheiser in Hochform Momentum Wireless 3 klingt am besten

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Die Ledermuscheln des Sennheiser Momentum 3 Wireless kann man bei Bedarf austauschen.

(Foto: kwe)

Sennheiser bringt die dritte Version seines Edel-Kopfhörers Momentum Wireless heraus. Der deutsche Hersteller dreht an den richtigen Stellschrauben und verbessert nicht nur Klang und Komfort, sondern bekommt auch die aktive Geräuschunterdrückung richtig gut hin.

Weil man Gutes immer noch ein bisschen besser machen kann, hat Sennheiser keinen völlig neuen Premium-Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) entwickelt, sondern seinen edlen Momentum zum zweiten Mal verbessert. Es hat sich gelohnt, wie n-tv.de bei einem ausführlichen Alltagstest feststellen konnte. Bis auf eine etwas schwache Ausdauer überzeugt der Momentum 3 nahezu auf ganzer Linie.

Bequemer als der Vorgänger

Man muss schon zweimal hingucken, bevor man die Unterschiede zum Vorgänger erkennen kann. Der Kopfhörer hat sein markantes Design mit Edelstahlbügeln, verschiebbaren Muscheln und Lederpolstern weitgehend behalten. Am auffallendsten sind die weicheren Kissen am Bügel mit geschlossener Außenseite. Weil Sennheiser auch noch nahezu unsichtbar die Muscheln etwas großzügiger gestaltet hat, sitzt der Kopfhörer jetzt noch bequemer als sein Vorgänger. Bei ihm drückte schon mal nach ein paar Stunden der Bügel und größere Ohren fühlten sich unter den weichen Lederpolstern gelegentlich etwas beengt. Das gibt's beim rund 400 Euro teuren Momentum 3 nicht mehr.

Einzig die stufenlos verschiebbaren Muscheln können nach wie vor etwas nervig sein, da sie sich zu leicht verstellen. So muss man häufig nachjustieren, wenn man sie mal ab- und wieder aufsetzt oder der Kopfhörer mit einer Kopfstütze kollidiert. Hier hat Sennheiser für die nächste Generation noch Luft nach oben.

Praktischere Bedienung

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Die stufenlose Verstellung nervt manchmal, die Steuerung per Tasten ist unkompliziert.

(Foto: kwe)

Auch erst auf den zweiten Blick erkennt man die neuen Knöpfe an der rechten Ohrmuschel, die dem deutschen Hersteller recht gut gelungen sind. Es gibt mittig drei Tasten für die Wiedergabe, wobei die mittlere durch eine Noppe zu erfühlen ist. Diese hätte zwar etwas größer ausfallen können, aber nach ein paar Fehlversuchen weiß der Finger, wo er drücken muss.

Darunter sitzt mit einigem Abstand der Einschalter, der auch dazu dient, den Kopfhörer zu koppeln und einen digitalen Assistenten aufzurufen. Über den Steuerungstasten befindet sich ein Schieberegler, um die aktive Geräuschunterdrückung ein- und auszuschalten. Nach unten gezogen unterbricht sie die Wiedergabe und lässt Außengeräusche durch, beispielsweise um Durchsagen zu verstehen.

Auch neu und praktisch: Wenn man den Kopfhörer abnimmt, pausiert die Musik, bis man ihn wieder aufsetzt. Die Funktion spart auch Strom, was bei der Momentum-Neuauflage auf sehr langen Reisen schon mal nötig sein kann. Denn länger als 17 Stunden hält der Kopfhörer nicht durch. Normalerweise ist das kein Problem, unter anderem weil der Akku über USB-C ziemlich schnell geladen ist. Aber im Vergleich zu anderen Bluetooth-Kopfhörern mit ANC ist das keine Glanzleistung.

Fantastischer Klang

Die kleine Akku-Schwäche verzeiht man dem Momentum 3 Wireless aber gerne, wenn man mit ihm Musik hört. Besser klingt derzeit keiner der Konkurrenten. Der Sony WH-1000XM3 kommt nahe ran, ist aber nicht ganz so transparent und definiert wie der neue Sennheiser. Dessen 42-Millimeter-Wandler liefern starke, aber differenzierte Bässe, die ganz tief runterkommen, aber auch einen nahtlosen Übergang zu den famosen Mitten hinbekommen. Darüber schweben blitzsaubere, klare Höhen.

Das alles präsentiert der neue Momentum auf der vielleicht breitesten Bühne, die in dieser Preisklasse zu finden ist. Und wenn man mit der neutralen Grundeinstellung nicht ganz zufrieden ist, bietet die zugehörige Smart-Control-App einen intuitiv bedienbaren Equalizer für die individuelle Anpassung. Welchen Anspruch der Kopfhörer hat, sieht man auch am Frequenzbereich, der von 6 Hertz (Hz) bis 22 Kilohertz (kHz) reicht. Die meisten Konkurrenten geben sich mit 20 Hz bis 20 kHz zufrieden. Selbstverständlich unterstützt so ein Kopfhörer hochwertige Bluetooth-Übertragungen via aptX oder AAC.

Gute Geräuschunterdrückung

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Weil sich der Kopfhörer nicht flach zusammenlegen lässt, ist die Transporttasche recht hoch.

(Foto: kwe)

Bei der aktiven Geräuschunterdrückung hat Sennheiser einen Fortschritt gemacht. Sie arbeitet zwar nicht ganz so effektiv wie beim Sony WH-1000XM3, ist aber nicht weit entfernt. Dabei beeinflusst die Geräuschunterdrückung den Klang bis auf ein leichtes Grundrauschen nicht hörbar und der Momentum 3 hat gegenüber anderen ANC-Kopfhörern einen riesigen Vorteil: Berührt man bei ihm mit einer Muschel im Flieger ein Kissen oder die Kopfstütze, bleibt es still, die Außengeräusche dringen nur ein bisschen stärker durch. Besonders beim Bose QuietComfort 35 II ist das ganz anders. Bei ihm hat man fast das Gefühl ANC deaktiviert zu haben, wenn der Kopfhörer Kontakt mit dem Sitz hat.

Automatische Anpassungen oder zahlreiche ANC-Abstufungen gibt's beim Momentum 3 allerdings nicht, nur Maximal, Anti-Wind oder Anti-Druck. Das muss man in der App einstellen, am Kopfhörer selbst kann man ANC nur ein- oder ausschalten. Diese Einfachheit hat aber auch ihren Reiz und ist im Alltag oft praktischer und effizienter als komplexere ANC-Systeme.

Klang-König, aber nicht konkurrenzlos

Unterm Strich ist der Sennheiser Momentum Wireless 3 der ANC-Bluetooth-Kopfhörer für Genießer, der die Konkurrenz beim Klang hinter sich lässt. Dazu ist er sehr hochwertig verarbeitet und sieht gut aus. Sonys WH-1000XM3 klingt aber kaum schlechter und ist vielseitiger sowie ausdauernder. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis liefert nach wie vor der Bose QuietComfort 35 II (ca. 260 Euro). Ein Vergleich mit Boses ebenfalls 400 Euro teuren neuen 700 Noise Cancelling Headphones wäre interessant, n-tv.de hat den US-Herausforderer bisher aber noch nicht testen können.

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Quelle: n-tv.de

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