Technik

Starke Konkurrenz für Sonos Riva Wand bringt Spitzenklang in alle Räume

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(Foto: jwa)

Rivas Multiroom-System Wand ist ein direkter Konkurrent für die Play-Reihe von Platzhirsch Sonos. Die Lautsprecher Arena und Festival klingen stark, haben viele Anschlussmöglichkeiten und sind im Verbund auch offen für andere.

Wer jemals eine Presseveranstaltung von Riva besucht hat, wähnt sich im Hifi-Himmel. Jimi Hendrix, Bob Marley, Miles Davis und David Bowie schauen von Plakaten herab, als Hörbeispiel tönt geschmackvoller Jazz aus den Boxen. Mit leuchtenden Augen erklären die Chefs persönlich, was ihre Lautsprecher so besonders macht. Die sogenannte Trillium-Technologie soll den Sound ihrer Speaker trotz kompakter Abmessungen auf ein Niveau mit Stereo-Anlagen heben. Und, mindestens genauso wichtig, bei jeder Lautstärke ein rundes und detailreiches Klangbild liefern.

Trillium klingt gut

Klar, das ist Marketing-Sprech, aber mit einem wahren Kern: Riva-Lautsprecher klingen tatsächlich klasse. Mit seinem Multiroom-System Wand wagt der amerikanische Hersteller jetzt den Frontalangriff auf Sonos - und spielt bei Design, Funktionalität und Klang auf Augenhöhe. Leider auch beim Preis.

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(Foto: jwa)

Die Gemeinsamkeiten zwischen Platzhirsch Sonos und der Nischen-Marke Riva sind tatsächlich nicht zu übersehen: Sowohl der kleinere Riva Arena als auch der mächtige Wohnzimmer-Boss Riva Festival sehen den Sonos-Pendants in manchen Aspekten ähnlich, auch wenn die Gemeinsamkeiten nicht so weit gehen, dass Riva in Abkupfer-Verdacht geraten würde.

Selbst wenn - sei's drum, das Sonos-Design ist schließlich gelungen, und man muss nicht auf Teufel komm raus das Rad neu erfinden. Trotzdem wirken die Sonos-Play-Boxen noch eine Spur edler als die neuen Rivas. Ihre Qualitäten verbergen die Riva-Lautsprecher eher im Sound. Der kommt aus einem schlichten, leicht abgerundeten Chassis mit glänzender Kunststoff-Oberseite und einer umlaufenden Metall-Abdeckung vor den Lautsprechertreibern.

200 Watt Wumms

Im Riva Festival steckt mächtig Wumms, 200 Watt maximale Gesamtleistung stehen auf dem Datenblatt, mit anderen Worten: Er ist sehr laut, klingt aber stets gut. Voll aufdrehen muss man ihn in einem durchschnittlich großen Wohnzimmer sicher nicht. Sein direkter Konkurrent ist der mächtige Sonos Play 5.

Riva-Wand-App

Der Riva-App fehlt es noch an optischem Reiz.

(Foto: jwa)

Drei Tieftöner, drei Hochtöner und vier Passivstrahler sorgen im Innern dafür, dass der Klang kräftig und in alle Richtungen gleichmäßig abgestrahlt wird, sodass man als Hörer ein raumgreifendes Sound-Erlebnis hat. Tatsächlich schafft es der Festival, ein Klangbild zu erzeugen, bei dem man nicht immer ausmachen kann, aus welcher Richtung die Musik genau kommt. Das kommt immerhin nah dran an ein Stereo-System.

Der Riva Arena ist etwas bescheidener, was Ausstattung und Klang angeht. Für kleinere Räume, zum Beispiel als Schlafzimmer-Lautsprecher, ist er genau richtig. Mit 50 Watt Gesamtleistung und sechs Lautsprechern spielt er auf einem Niveau mit dem Sonos Play 1 beziehungsweise Sonos One. Pluspunkt hier: Ein optional erhältlicher Akku, den man unkompliziert anstecken kann. Damit wird der Arena mobil und man kann seine Musik überall hin mitnehmen. 16 Stunden Laufzeit soll er bringen, ein realistischer Wert. Mit rund 100 Euro ist der Ansteck-Akku aber nicht gerade billig.

Zwei-App-Lösung mit Vorteilen

Beide Lautsprecher können über die Riva-App vom Smartphone aus gesteuert werden. Für die Multiroom-Verwaltung benötigt man zusätzlich aber die Google-Home-App, denn Riva nutzt hierfür den Chromecast-Standard. Das ist zwar etwas umständlich, weil Nutzer so immer zwei Apps brauchen. Tatsächlich birgt es aber auch Vorteile, denn so können nicht nur beide Riva-Lautsprecher, sondern auch andere Chromecast-fähige Geräte im Haushalt in Gruppen zusammengefügt werden. Eine Stereo-Anlage mit Chromecast-Audio-Adapter zum Beispiel kann sich so dem Riva-System anschließen.

Neben Chromecast unterstützt Rivas Wand-System auch Bluetooth, die Musikwiedergabe über USB Typ A und über WLAN - zum Beispiel via Spotify Connect, und Apples Airplay. Außerdem kann Musik von DLNA-Servern direkt abgespielt werden. Festival und Arena haben einen Aux-Eingang und der Festival zusätzlich auch noch einen optischen Input. An Wiedergabemöglichkeiten ist somit alles an Bord, was man sich wünschen kann. Nur die immer beliebter werdenden Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant fehlen.

Rivas Wand-System ist damit ein ebenbürtiger Gegner, der mit Multiroom-Platzhirsch Sonos durchaus auf Augenhöhe spielt. Ob man dem Sonos-System mit seinen Vorzügen, zum Beispiel einem patentierten Multiroom-Standard und der Soundanpassung an den eigenen Raum, mehr zugeneigt ist oder den offenen, audiophilen Ansatz von Riva schätzt, ist Geschmackssache. Anhand des Preises lässt sich jedenfalls kein Sieger bestimmen. Der Riva Arena kostet 270 Euro, der größere Festival rund 550 Euro. Damit sind beide keine Schnäppchen. Der Sonos Play 1 ist etwas günstiger und seit der Einführung des One für 180 Euro zu haben, dafür ist der große Play 5 mit 580 Euro etwas teurer.

Quelle: n-tv.de

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